(Fortaleza, 11. April 2012, adital).- Tag für Tag erleben die Menschen, die in den Dörfern und Gemeinden Argentiniens vom Einsatz von Herbiziden in der Landwirtschaft betroffen sind, wie ihre Gesundheit unter der starken Anwendung von Pflanzengiften leidet – vor allem beim gentechnisch veränderten Sojaanbau.
Um sich in dieser Situation zu wehren, haben sich im Gesundheitswesen Beschäftigte, die in den betroffenen Gebieten leben, zusammengefunden und das Universitäre Netzwerk für Umwelt und Gesundheit – ÄrztInnen gegen den Pestizideinsatz (Red Universitaria de Ambiente y Salud – Médicos de Pueblos Fumigados) gegründet. Die medizinischen ExpertInnen sammeln und untersuchen Daten über den Einfluss, den die gegenwärtige Form der agroindustriellen Produktion auf das Leben der Menschen hat, und begleiten den Kampf gegen den Herbizideinsatz. Darüber hinaus verbreiten sie Informationen über die Giftigkeit von Herbiziden wie Glyphosat und Endosulfan, die Regierungen und Unternehmen wie Monsanto zurückhalten.
Beschwerden jahrelang ignoriert
In einem Bericht weist das Ärztenetzwerk darauf hin, dass die betroffene Bevölkerung seit mehr als zehn Jahren den wahllosen Gebrauch von Pflanzengiften beklagt, die schwere gesundheitliche Probleme verursachen. Die Betroffenen fordern, den Einsatz von Pflanzengiften in besiedelten Gebieten einzuschränken, die Besprühung aus der Luft sofort zu verbieten und die Art und Weise der landwirtschaftlichen Produktion in Argentinien neu zu diskutieren. Ungeachtet dessen reagieren die Regierungen nicht auf die Forderungen, sondern schaffen statt dessen immer weitere Anreize für den Einsatz von Herbiziden in der Landwirtschaft.
Es ist ein Fakt, dass die Gewinne hoch sind; daher verbreiten sich die mit Giften behandelten Monokulturen immer weiter über die landwirtschaftliche Nutzfläche und dringen auch immer weiter ein in die Anbauflächen der Indígenas und der Bauern und Bäuerinnen. Seit 1990 steigt die Anwendung von Pflanzengiften an. Wurden 1990 ca. 30 Millionen Liter verwendet, so sind es heute mehr als 340 Millionen Liter. In ihrem Bericht erklärt das Ärztenetzwerk dass dort, wo früher zwei oder drei Liter Glyphosat pro Hektar verwendet wurden, heute zwischen acht und zwölf Liter zur Anwendung kommen.
Mehr Krankheiten durch Anwendung von Pflanzengiften
Dieser unkontrollierte Gebrauch von Pflanzengiften zum Abtöten von Insekten und Unkraut hat zu ernsten Gesundheitsproblemen geführt. Die bei der Bevölkerung auftretenden Krankheiten haben sich verändert. Am Häufigsten treten gegenwärtig Atemwegserkrankungen auf, die mit der Anwendung von Pflanzengiften in Verbindung gebracht werden können. Auch chronische Hautkrankheiten sind weit verbreitet. EpileptikerInnen haben häufigere Anfälle in Zeiten der Anwendung von Pflanzengiften, und vermehrt wurden auch Fälle von Depression und Störungen des Immunsystems nachgewiesen.
Noch schlimmere Folgen wie Fehlgeburten, angeborene Missbildungen, neurologische Schäden bis hin zu Krebs treten nicht mehr nur vereinzelt auf. Die Fehlgeburtenrate hat 19 Prozent erreicht, und die Fälle von Unfruchtbarkeit bei Männern und Frauen hat zugenommen. Weiterhin ist ein Anstieg von Diabetes und Schilddrüsenerkrankungen zu verzeichnen.
In den mit Pflanzengiften besprühten Gebieten werden häufiger Fälle des Down-Syndroms, Mielomeningozele (eine schwere angeborene Fehlbildung des Nervensystems, das sich in den ersten zwei Monaten der Schwangerschaft entwickelt) sowie angeborene Herzerkrankungen diagnostiziert.
Es überrascht nicht, dass in den Bevölkerungsgruppen, die von der Besprühung betroffen sind, auch mehr Menschen sterben. Aus den Daten, die die ÄrztInnen gesammelt haben, ist ersichtlich, dass 30 Prozent der verstorbenen Personen an einer bestimmten Krebsart sterben, während im übrigen Land die Rate unter 20 Prozent liegt. Dieses Phänomen wurde bereits im Jahre 2000 festgestellt und lässt sich mit der Ausweitung des Gebrauchs von Glyphosat und anderen Pflanzengiften in der Region in Verbindung bringen.
Verbot der Besprühungen aus der Luft gefordert
Auf Grund der Summe von Problemen fordern die Mitglieder des universitären Netzwerks ein Verbot der Besprühungen aus der Luft, wie es bereits in Europa existiert. Zudem verlangen sie die Beschränkung der Gebiete, in denen die Gifte auf den Feldern eingesetzt werden, eine neue Klassifizierung der Herbizide unter Berücksichtigung ihrer unmittelbaren Auswirkungen; weiterhin die Anwendung des Vorsorgeprinzips wie es im Umweltgesetz verankert ist, sowie die Schaffung einer Instanz, die für die Genehmigung bzw. das Verbot jedes einzelnen Herbizids verantwortlich ist.
Das Ärztenetzwerk bittet die Betroffenen auch um Hilfe bei der Erhebung von Daten über die Auswirkungen der Herbizide auf die Gesundheit. In Gemeinden und Stadtteilen können die Betroffenen Zeugnis ablegen über die Verletzung ihrer Rechten durch die Agrarunternehmen. Auf Karten wird verzeichnet, wo sich die Häuser von Betroffenen befinden, die an Krebs, Missbildungen, Lupus, Diabetes und Schilddrüsenunterfunktion erkrankt sind. Schließlich soll das Netzwerk auf die ÄrztInnen der betroffenen Gemeinden ausgeweitet und die Verbreitung von Informationen in den Medien unterstützt werden.
(Rio de Janeiro, 22. April 2012, npl).- Rio+20 ist schon lange nicht mehr Synonym von Aufbruchstimmung und Hoffen auf eine bessere Zukunft. Zwei Monate vor Beginn des Gipfels sprechen die Menschen in Brasilien kaum noch von 'Rio Plus 20'. Der Begriff 'Rio Minus 20' ist in Mode gekommen.
Enttäuschung löst vor allem die schleppende Vorbereitung des offiziellen Teils der UN-Konferenz über Umwelt und Entwicklung aus, die von Streits unter den Mitgliedsstaaten und Unwillen zu politischen Fortschritten geprägt ist. Im Gegensatz dazu laufen die Vorbereitungen des von der Zivilgesellschaft organisierten Peoples' Summit auf vollen Touren. Das breite Bündnis strahlt angesichts der konservativen, von immer mehr Seiten kritisierten Agenda der offiziellen Konferenz politischen Konsens aus – sowohl in der Ablehnung der marktwirtschaftlichen Green Economy wie im Widerstand gegen Rückschritte hinter die Beschlüsse der Erdgipfels von 1992 in Rio de Janeiro.
Seit der Veröffentlichung des oberflächlichen Entwurfs der offiziellen Abschlusserklärung im Januar wird immer deutlicher, dass die vom UN-Umweltprogramm vorgegebene Leitlinie für Rio+20 in die falsche Richtung weist. Statt effektivem Umweltschutz mit mehr Verantwortung der öffentlichen Hand sollen eine Vermarktung der Naturressourcen und Freihandel die ökologische Krise lösen, kritisierten soziale Bewegungen und Organisationen rund um den Globus. Im Fortgang der Verhandlungen versuchen die Industriestaaten, alle Bezüge auf umfassende Menschenrechte sowie zentrale Errungenschaften von Rio92 – insbesondere den „Grundsatz der gemeinsamen aber differenzierten Verantwortung“ für den Zustand unseres Planeten – aus dem Entwurf zu streichen. Zudem beharren die Staaten des Nordens darauf, den Umweltaspekt stärker zu betonen. Dies führte bei der letzten Verhandlungsrunde in New York Ende März zu einer Neuauflage des Nord-Süd-Konflikts, da die in der G77 organisierten Entwicklungs- und Schwellenländer nicht bereit sind, auf klare Formulierungen zu Armutsbekämpfung, Technologietransfer und nationaler Wirtschaftsentwicklung zu verzichten.
Die Kritik der Regierungen im Süden, Europa und die USA seien nur mit ihrer Wirtschaftskrise beschäftigt und setzten egoistisch auf protektionistische Umweltrichtlinien, greift freilich zu kurz. So wird im Gastgeberland Brasilien immer häufiger kritisiert, dass nationale Umweltpolitik schlicht keine Rolle spielt. Jüngstes Beispiel ist ein milliardenschweres Industrie-Förderprogramm der Regierung Dilma Rousseff von Anfang April, bei dem kein einziges ökologisches Kriterium zum Tragen kam. Ebenso ist fraglich, ob große Infrastrukturprojekte zur Erschließung des Amazonas, die Subventionierung der Erdöl- und Agrospritindustrie oder die konsequente Bevorzugung des Individualverkehrs zukunftsträchtige Modelle sind.
Enttäuschung auf allen Seiten
Angesichts der weitgehend festgefahrenen Verhandlungen und des fehlenden politischen Willens (fast) aller Regierungen, sich mit den Ursachen der Umweltkrise zu beschäftigen, nimmt die Bedeutung des Peoples' Summit zu. Nicht dass das weltweite Treffen von AktivistInnen und sozialen Organisationen in der Lage wäre, unmittelbar Einfluss auf das offizielle Geschehen zu nehmen - die politischen Vorzeichen sind anders als vor 20 Jahren. Doch in dem Maß, in dem auf UN-Ebene keine konkreten und wenig ambitionierte Positionen beschlossen werden, werden die alternativen Lösungsvorschläge und Analysen der Krisenursachen des Parallelgipfels sowie die geplanten Mobilisierungen in den kommenden Jahren politisch relevanter.
Mittlerweile haben über 600 Organisationen und Bewegungen Veranstaltungen für den Peoples' Summit angemeldet. Um dem Andrang gerecht zu werden, haben die OrganisatorInnen am 20. April beschlossen, die Anmeldefrist bis zum 5. Mai zu verlängern. Demnächst wird auch die Einschreibung für die TeilnehmerInnen eröffnet.
Marcelo Durão von der Landlosenbewegung MST und einer der Sprecher des Zivilgesellschaftskomitees macht deutlich, dass wenig von der offiziellen Konferenz zu erwarten ist: „Wir werden gegen die Themen der Rio+20 protestieren, da dort nur marktgerechte Lösungen debattiert werden. Dies bezeichnen wir als 'falsche Lösungen'. Es ist ein großes Treffen von Regierungen und dem Unternehmertum. Deswegen werden wir unsere Visionen auf der Straße vertreten,“ so Durão.
Eine dieser 'falschen Lösungen' ist die weitere Förderung von industrieller Landwirtschaft, die weder dem Kampf gegen den Hunger auf der Welt noch der Ernährungssouveränität dient. Statt dessen setzten setzt der MST auf familiäre oder ökologische Landwirtschaft. Um ein Beispiel zu geben, wird die Versorgung der rund 10.000 TeilnehmerInnen des Peoples' Summit mit Produkten von kleinen LandwirtInnen bestritten.
(Lima, 03. April 2012, servindi).- Aurelina Adarme Chasoy, bekannte Führerin der indigenen Gruppe der Inga in dem südwestkolumbianischen Bundesstaat Nariño, ist von Unbekannten nachts gefangen genommen und ermordet worden.
Laut einem Bericht von Frauen des Volkes der Inga in Nariño ereignete sich der Mord an Aurelina Adarme Chasoy, als sie in ihrer Dorfgemeinde El Pedregal auf dem Weg nach Hause war. Der Tatort befindet sich in dem Gemeindebezirk Aponte, welcher zu dem Landkreis Tablón de Gómez im Norden von Nariño gehört.
Die Tat stieß bei der indigenen Bevölkerung der Region auf Ablehnung und Bestürzung. Sie fordern Schutz angesichts der kontinuierlichen Präsenz und Verbrechen seitens illegaler bewaffneter Gruppen.
Der Ministerpräsident von Nariño, Raúl Delgado Guerrero, verurteilte und bedauerte das Verbrechen. In Solidarität mit den Angehörigen der ermordeten Führerin und mit der Gemeinschaft der indigenen Gruppe der Inga forderte er von den Behörden schnelles Handeln, um den Fall aufzuklären und um notwendige Schutzmaßnahmen für die indigene Bevölkerung zu treffen.
Sowohl die Identität der Mörder als auch deren Tatmotive sind den Behörden bislang unbekannt.
(Buenos Aires, 23. April 2012, púlsar).- Bauern und Indigene im Departamento Arauca setzen den am 10. April ins Leben gerufenen paro cívico (Bürger- oder Zivilstreik) fort, mit dem sie gegen die durch verschiedene Ölfirmen in diesem Grenzgebiet verursachten Schäden an Mensch und Umwelt protestieren.
Um die 1.200 Menschen nehmen an den Protesten in Arauca teil, um zu fordern, dass die Ölfirmen für die mehr als 30 Jahre lang in diesem Departamento begangenen Schäden zur Verantwortung gezogen werden. Deshalb haben BewohnerInnen dieses Gebiets im Norden Kolumbiens Absperrungen an vier örtlichen Landstraßen errichtet.
Friedlich auf beiden Seiten
Diese Aktionen finden friedlich statt. Desweiteren hat die Lokal- sowie die Departamentregierung versichert, dass die Polizei keine Gewalt gegen die Proteste anwenden werde.
Dem ist noch hinzuzufügen, dass die Demonstrationen in Arauca begannen, als man mit den Bauarbeiten an der Öl-Pipeline Bicentenario begonnen hatte. An diesem Unternehmen nehmen die transnationalen Ölfirmen Exxon, Pacific Rubiales, die Occidental Petroleum Corporation (Oxy), British Petroleum und Perenco teil.
Irreversible Umweltschäden befürchtet
Der Vertreter des Indigenen-Schutzgebiets Playas del Bojabá, Albeiro Concho, bezeichnete die Schäden an Mensch und Umwelt, die in der Region durch diese Firmen verursacht worden seien, als "unumkehrbar" .
In diesem Sinne informierte Josue Castellanos, Mitglied des Ausschusses für Gemeindetätigkeiten dieser Region, darüber, dass die BewohnerInnen in Arauca derzeit einen Brief mit Forderungen erstellen, um das Problem zu thematisieren.
Ebenso wies er darauf hin, dass am kommenden 30. April einige AktivistInnen zu einem Treffen mit den Ölfirmen in die Hauptstadt Bogotá reisen werden. An diesem Treffen sollen auch die Behörden des Departamento Arauca teilnehmen. Das Ziel des Treffens ist es, einen gemeinsamen Zeitpunkt festzulegen, ab dem die Situation vor Ort verhandelt werden kann.
(Lima, 19. Februar 2012, semlac).- Kuba durchläuft zurzeit einen Prozess der wirtschaftlichen und sozialen Transformation. Daher ist es notwendig, sich zu fragen, welche Art von Wandel gewünscht ist und inwiefern sich dieser auf die Errungenschaften, die von den Kubanerinnen in den letzten fünfzig Jahren erzielt worden sind, auswirken könnte.
Über diese und andere Themen wurde auf der Podiumsdiskussion zu „Ethik und Politik in der Frauenbewegung“ am 25. und 26. Januar in Havanna debattiert. Die Veranstaltung war von Galfisa, Gruppe Lateinamerika: Soziale Philosophie und Axiologie (Grupo América Latina: Filosofia Social y Axiología), organisiert worden.
Das Treffen lieferte den Rahmen, um sich einander zuzuhören und auszutauschen, wobei unter Einbeziehung vielfältiger Perspektiven Themen wie die Vertiefung des revolutionären kubanischen Feminismus, die Kritik am Patriarchat und das Schicksal der Frauen erörtert wurden.
Abbau staatlicher Stellen geplant
Die Veränderungen des letzten halben Jahrhunderts machten es möglich, dass die Kubanerinnen nun zwei Drittel der Arbeitskräfte und über die Hälfte der technischen Angestellten im staatlichen Sektor bilden. In einem durch die Krise geprägten internationalen Kontext versucht Kuba, eine Erneuerung des Wirtschaftsmodells einzuleiten, die für mehr Produktivität und Effizienz sorgen soll.
Ein Teil dieser Strategie besteht darin, über eine Million Stellen im staatlichen Sektor zu rationalisieren. Als Beschäftigungsalternative soll die Arbeit im nicht-staatlichen Sektor ausgeweitet werden. ExpertInnen gehen jedoch davon aus, dass sich dies negativ auf die Frauen auswirken könnte.
Auch wenn auf Kuba 64,7 Prozent der UniabsolventInnen und 66,4 Prozent der TechnikerInnen und Fachkräfte weiblich sind, geben ForscherInnen zu bedenken, dass die Optionen an Jobangeboten auf dem privaten Arbeitsmarkt sowohl für Frauen als auch für Männer sehr prekär und anspruchslos ausfallen.
Teilnehmende aus Wissenschaft, Nichtregierungsorganisationen, Institutionen und partizipativen Bildungsprojekten, die auf der ganzen Insel Fortbildungen durchführen, versuchten auf dem Treffen herauszufinden, welche Dinge sie miteinander verbinden und wo gemeinsame Interessen bestehen, auf deren Basis die Notwendigkeiten und Möglichkeiten zur Vernetzung gefunden werden könnten.
Austausch soll gefördert werden
Georgina Alfonso González, Koordinatorin des Forschungsprojekts “Ethik und Politik in der Frauenbewegung” berichtete der Nachrichtenagentur SEMlac, dass das Treffen als Raum konzipiert worden sei, um einen Teil der Ergebnisse einer Sondierung zu präsentieren, bei der 76 Erfahrungen zu den Themen Gender, Frau und Feminismus erfasst worden sind. Gleichzeitig soll der Austausch bei den Teilnehmerinnen an der Studie gefördert werden werden.
Nach Angaben von Alfonso wurden in den Interviews viele Sorgen angesprochen, etwa um den Arbeitsplatz von Frauen in Familien, in denen Frauen den Haushalt alleine führen oder um die begrenzten Möglichkeiten bei der selbstständigen Arbeit auf eigene Rechnung. Außerdem zeigten sich viele der Befragten beunruhigt bezüglich der Reproduktion des Lebens und kritisierten die Formen der Teilnahme in Entscheidungsinstanzen, in denen noch immer patriarchale und machistische Muster vorherrschten.
Patriarchale Muster in Entscheidungsinstanzen
“Nur wenn es reale Möglichkeiten gibt, auf emanzipierte Weise zu produzieren und das Leben zu reproduzieren, kann es eine Emanzipation geben. Wenn nicht, reproduzieren wir andere Verhältnisse. Es muss in der wirtschaftlichen Debatte thematisiert werden, was bereits in der Praxis geschieht, denn das Thema Beschäftigung ist essentiell“, so Alfonso.
Yohanka León del Río von der Arbeitsgruppe Galfisa meint, dass das soziale Projekt in Kuba viele Emanzipationen in seinem Inneren ausgelöst habe: „Es ist ein Projekt für Reflektionen und um sich darin zu vertiefen.“
Für Gilberto Valdés, Koordinator der Arbeitsgruppe, ist es wichtig, auf kritische, vorurteilsfreie und gerechte Weise die Geschichte der Frauenbewegung in Kuba zu rekonstruieren. Die Frauenbewegung habe zum Beispiel die Sklavenbefreiungs- und antikolonialistischen Kämpfe des 19. Jahrhunderts und später die feministischen Strömungen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts geprägt. Gleichzeitig hebt er hervor, dass die Strategie des kubanischen Prozess seit 1959 darin bestehe, die Frauen und die Gesellschaft als Ganzes auf einen Weg der Selbstemanzipation zu bringen, wodurch es heute ermöglicht werde, den neuen Herausforderungen in Zeiten des Wandels kreativ zu begegnen und diese neu zu definieren.
Diskriminierungen als Teil des Herrschaftssystems
“Heute sollen wir feministische AntikapitalistInnen sein; das bedeutet anzuerkennen, dass es Diskriminierungen gibt, die Komponenten eines Systems vielfältiger Unterdrückungen bilden und Ausdruck einer ausbeuterischen Gesellschaft sind. Davor dürfen wir uns nicht beugen, wenn wir die erworbene Freiheit beibehalten und ausbauen wollen“, so Valdés.
Für Wilmer Pérez vom Institut für Geschichte hat die kubanische Erfahrung befreiende Spuren in vielerlei Hinsicht hinterlassen. Für ihn besteht eine der Herausforderungen heutzutage zum einen darin, der Diversität mit wirklichem Respekt zu begegnen, zum anderen in der Notwendigkeit, die politischen, wirtschaftlichen, ethischen und kulturellen Bereiche miteinander zu verbinden.
Die Journalistin und Forscherin Isabel Moya sieht eine Vielfalt an unterschiedlichen Feminismen. In Anbetracht dessen sei es eine große Herausforderung für die Menschen, die diese Themen studieren. Sowohl in der Wissenschaft als auch in anderen Kontexten gebe es noch viel zu „studieren, schreiben, und vor allem zu systematisieren, theoretisieren und diskutieren“.
Umwälzungen auch in Kuba
Inmitten eines globalen Kontextes, der durch die Wirtschaftskrise und Protestbewegungen in Dutzenden von Ländern geprägt ist, kommt es nicht nur auf Kuba, sondern auch in anderen lateinamerikanischen Ländern zu tiefgreifenden Veränderungen.
Bei der Veranstaltung, an der auch AktivistInnen aus Mexiko, Ecuador, Guatemala und Spanien teilnahmen, waren viele Überlegungen zu den lateinamerikanischen Realitäten, zur Dekonstruktion des Patriarchats sowie zu Diversität und kollektiver Organisierung zu hören.
Die ecuadorianische Feministin Irene León sprach sich für die Reproduktion des Lebens anstelle des Kapitals aus: „Es geht darum, die Möglichkeit einer kollektiven Zukunft wiederherzustellen und nicht um eine individualistische Zukunft, die den Gesetzen und Regeln des Kapitals und der Reichtumsanhäufung einer kleinen Gruppe dient“, sagte sie gegenüber SEMlac. In diesem Zusammenhang misst sie dem Prozess der Einbeziehung der indigenen Kosmovisionen und Bevölkerungsgruppen in die politischen Prozesse in Bolivien und Ecuador viel Bedeutung bei.
Das Treffen, das zusammen mit der Vereinigung Kubanischer Frauen FMC (Federación de Mujeres Cubanas) organisiert worden war, bildet Teil des von Galfisea entwickelten Projekts „Ethik und Politik der Frauenbewegung und Herausforderungen des Feminismus und Sozialismus des 21. Jahrhunderts auf Kuba“.
(Lima, 19. April 2012, servindi).- Seit Jahrzehnten haben die transnationalen Konzerne mit Unterstützung der Regierungen der Länder, in denen ihre Hauptsitze liegen (Vereinigte Staaten, Europa, Asien und ebenso Weltbank und der Internationale Währungsfond IWF), die Zerstörung der Umwelt, die Vertreibung der einheimischen Bevölkerung und die Verletzung der Menschenrechte der Völker Lateinamerikas vorangetrieben mit ihrer Gier nach großen Profiten. Diese Verhältnisse sind ermöglicht worden durch die Kontrolle, die die Vereinigten Staaten durch das 20. Jahrhundert hindurch über die Regierungen der Region ausübten, die riesige Ländereien abtraten (einige tun dies noch heute), Steuerbefreiungen genehmigten, Bergbau und die Ausbeutung von Wasser und der biologischer Vielfalt gewährten. Gleichzeitig verschlimmerten sich die Wirkungen auf Umwelt und Gesundheit der Bevölkerung und den Arbeitskräften in der Region wurde kein Schutz gewährt.
Während die transnationalen Konzerne jährlich Millionenumsätze erzielen, hinterlassen sie schwere Schäden in den Ökosystemen Lateinamerikas.
Die von der US-amerikanischen Firma Chevron in Ecuador und Brasilien verursachten Katastrophen haben die lateinamerikanische Öffentlichkeit aufhorchen lassen, weil die nationalistischen Regierungen, die heute in Quito und Brasilia das Sagen haben, die Klagen der Betroffenen unterstützt haben.
Schwere Umweltschäden seit 1964
Die Umweltkatastrophe im ecuatorianischem Amazonasgebiet hat 1964 seinen Lauf genommen, als die texanische Ölfirma Texaco (2001 von Chevron geschluckt) zusammen mit der US-amerikanischen Gulf Oil Company in der Provinz Sucumbíos nach Öl suchte.
Die von verschiedenen SpezialistInnen angefertigten Studien kamen allesamt zu dem Schluss, dass in dieser Region eine der schlimmsten Umweltkatastrophen der Menschheitsgeschichte stattgefunden hat.
Die ecuatorianische Justiz verurteilte Chevron zu einer Zahlung von 18 Milliarden US-Dollar wegen der Katastrophe, unter der Bevölkerung und Umwelt leiden. Der Konzern jedoch weigert sich zu zahlen, und hat seit nunmehr 19 Jahren mehrere Strafanträge gestellt.
Ölpest in Brasilien
In Brasilien hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufgenommen im Prozess gegen Chevron und die Bohrfirma Transocean. Beide werden der Beschädigung staatlich geschützter Naturbestände und der Falschdarstellung beschuldigt, im Zusammenhang mit dem Auslaufen von 2.400 Barrel Rohöl im November 2011 und im März dieses Jahres auf einer Bohrinsel im Atlantischen Ozean, 370 Km vor der Küste von Rio de Janeiro.
Die Staatsanwaltschaft beschuldigt die transnationalen Konzerne der Umweltverbrechen und Beschädigung staatlich geschützter Naturbestände durch die Verschüttung von Rohöl in Campo de Frade, im Flussgebiet Campos.
Der Konzern unternimmt zahlreiche Rechtsschritte, lässt Geld fließen und versucht jeden zu kaufen, um sich der Angelegenheit zu entledigen. Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff hat sich jedoch klar zum Fall geäußert: "Die Firmen die hierherkommen, sowie diejenigen, die sich bereits hier niedergelassen haben müssen wissen, dass die Sicherheitsbestimmungen dafür da sind, befolgt zu werden."
Reichtum aus dem Hinterhof
Für Lateinamerika markiert fast das gesamte 20. Jahrhundert eine Zeit, in der die Vereinigten Staaten - Besitzer und Herr der Mehrheit der Region, die als Hinterhof für sich in Anspruch genommen wurde - ihnen nahestehenden Regierungen und Politikern aufdrängte, den Reichtum ihrer Länder zuerst den US-amerikanischen Firmen und dann den transnationalen Konzernen bereitzustellen.
Während einige wenige einheimische AmtsinhaberInnen sich durch die Gewährung zahlreicher Pfründe an auswärtige Bergbau- und Agrarunternehmen bereicherten, konnten und können diese immer noch durch geringste Investitionen den Reichtum dieser Nationen exportieren. Konsequenz ist die Zerstörung der Umwelt und der Verschlechterung der wirtschaftlichen und gesundheitlichen Verhältnisse der Bevölkerung.
Ein von der UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik CEPAL (Comisión Económica para América Latina y el Caribe) im Jahr 2005 veröffentlicher Bericht weist darauf hin, dass "zwischen 1990 und 2000 in Lateinamerika 467.000 Quadratkilometer Wald für Agrarindustrie, Bergbau, Zellulosefabriken, Wasserkraftwerke etc. gerodet wurden, und bereits 2005 belief sich die gerodete Fläche im brasilianischen Amazonasgebiet auf 680.000 Quadratkilometer.
Die Weltbank ist einer der größten Antreiber der Operationen auswärtiger Firmen in Lateinamerika. Zwischen 1994 und 2004 gewährte sie durch die Internationale Finanz-Corporation 900 Mio US-Dollar für Bergbauprojekte in Bolivien, Brasilien, Chile, Mexiko und Peru.
Anglo American, BHP-Billiton, Barrick Gold, Mitsubishi, Mitsui, Newmont, Pan American Silver und Rio Tinto waren einige der begünstigten transnationalen Konzerne.
Zyanid und Quecksilber in Umwelt geschüttet
Unzählige Firmen haben schwere Schäden in lateinamerikanischen Ländern hinterlassen, wie die AngloGold/Anglo American Gruppe, die 1999 hunderte von Zyanidfässern (Substanz, mit dem Gold von Gestein gelöst wird) in den Vila Nova Fluss, Amapá, Brasilien, auslaufen ließ. 2005 wurde in Chile bekannt, dass die Zellulose-Firma Celco über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren unerlaubt Quecksilber verklappte und die Vorfälle verschwieg.
In Argentinien, Paraguay und Bolivien wurde durch transnationale Konzerne im vergangenen 20. Jahrhundert eine ungebremste Rodung durchgeführt, um den Anbau von Soja, Mais oder Baumwolle zu ermöglichen. Argentinien verlor 140.000 km2 Wald, Paraguay 20.000 und Bolivien 15.000.
Spur der Verwüstung beim Bergbau
Die schweizer Bergbauriesen Xstrata Plc. und Glencore haben eine Spur der Verwüstung in verschiedenen Ländern dieses Kontinents hinterlassen, während sie mehr als 14.000 Mio US-Dollar Überschuss pro Jahr erwirtschafteten.
In den Kohlebergwerken von El Cerrejón, in dem kolumbianischen Teil der Guajira-Halbinsel, beging Xstrata eine Unzahl von Umwelt- und Steuervergehen sowie Menschenrechtsverletzungen. Der Abbau und der stetige Ausbau der Gruben hatte nicht nur die schwere Beeinträchtigung von Qualität und Wassermenge des Flusses Ranchería zur Folge, sondern auch die gewaltsame Vertreibung indigener Gemeinden.
In Peru baut Xstrata seit 2006 im Projekt Tintaya Kupfer ab. Die Bergbauaktivitäten haben die Flüsse Salado und Cañipia verunreinigt; die Staatsanwaltschaft der Provinz Cusco hat Strafantrag gegen die Firma gestellt.
Zahlreiche Gerichtsverfahren in Kolumbien
Zahlreich sind die Klagen vor kolumbianischen Gerichten gegen auswärtige Firmen, die Umwelt und Leben der Bevölkerung ruiniert haben. Dazu gehören: Coca Cola, Nestlé, Chiquita Brands, Drummond, Cemex, Holcim, Muriel mining corporation, Glencore-Xstrata, Anglo American, Bhp Billington, Anglo Gold Ashanti, Kedhada und Smurfit Kapa.
Desweiteren: Pizano S.A. und ihr Filialunternehmen Maderas del Darién, Urapalma S.A., Monsanto, Dyncorp, Multifruit S.A. als Filiale des transnationalen Konzerns Del Monte, Occidental Petroleum Corporation, British Petroleum, Repsol YPF, Unión Fenosa, Endesa, Aguas de Barcelona, Telefónica, Canal Isabel II, Canal de Suez, Petrominerales, Gran Tierra Energy, Brisa S.A.
Gegenwind durch progressive Regierungen
Der Schaden ist für Lateinamerika von katastrophalem Ausmaß gewesen. Das ist inzwischen auch den neuen progressiv und national ausgerichteten Regierungen der Region aufgefallen; diese sind zudem in ihrem Vorgehen gegen die Absichten der transnationalen Konzerne nicht allein.
Brasilien, Argentinien, Venezuela, Ecuador, Bolivien, Peru, Paraguay und Nicaragua, nur um einige zu nennen, sind dabei, sich von den Ketten zu befreien, die ihnen von den Vereinigten Staaten und den transnationalen Konzernen angelegt worden sind.
Auch wenn alle Nationen sicherlich eine Kapitalinvestition für ihre Entwicklung brauchen, so haben die Firmen jedoch die Umweltgesetze einzuhalten, den Standort von Siedlungen zu beachten, für entstandene Schäden zu haften und Rendite auch für die Länder zu erwirtschaften, in denen sie sich niederlassen.
Darin besteht die derzeitige und zukünftige Herausforderung.
(Lima, 19. Februar 2012, servindi).- Belén ist ein Touristenziel im peruanischen Regenwald, das auf beeindruckende Art und Weise hilft, das Amazonasgebiet besser zu verstehen. Auf dem Markt in der Straße Venecia werden neben Getränken und Trödel auch Nahrungsmittel, Obst und Süßwasserfisch angeboten.
Rund um die Vía Italiana stehen schmucke Holzhäuser und eine sanfte Brise weht von einem Nebenflusses des Amazonas herüber, dessen Flussbett sich durch die Klimaauswirkungen verändert hat. Kinder spielen im Schlamm und mit den Tieren, während die Erwachsenen sich den Himmel betrachtend unterhalten und auf den Regen warten, der die tropische Hitze mildert.
Dieses Bild Perus hilft, die direkte Verbindung zwischen dem Menschen und den natürlichen Ressourcen und der kulturellen Integration besser zu verstehen. An diesem Ort vermischen sich die verschiedenen Ethnien: Indigene auf Besuch oder die ihre eigenen Gemeinden verlassen haben, ChinesInnen aus Shanghai, KolumbianerInnen, VenezolanerInnen und BrasilianerInnen aus Manaus, die nach Handelsmöglichkeiten suchen, sowie zahlreiche MigrantInnen aus den Höhenzügen und den nördlichen Küstengebieten.
Ressourcenabbau versus Tradition
In Iquitos besteht eine wachsende Hoffnung, den Pazifik über Piura, San Martín und Iquitos mit dem Atlantik zu verbinden. Möglicherweise ist dies der Ort, wo das Gesetz der vorhergehenden Konsultation (Consulta Previa) von den indigenen Organisationen am meisten geschätzt wird und wo man hofft, dass das Regulierungsprojekt auch erfasst, wer diejenigen sind, die die Welt des Amazonas retten wollen – in Einklang mit den nationalen Gesetzen und den internationalen Abkommen, die Peru unterzeichnet hat.
Alberto Chirif, Autor von Büchern wie dem „Atlas de Comunidades Nativas“, „El Indígena“ und „Marcando Territorio“ sagt, dass noch nicht ausreichend untersucht wurde, wie die Ökonomie des Amazonas funktioniert und wem die Gesetzeskampagnen und der Abbau von Ressourcen wirklich dienen, die von verschiedenen Regierungen eingeführt wurden. Die westlichen Wertvorstellungen werden eher als Instrument genutzt, um mit der jahrtausendealten Vernunft der Indigenen zu brechen.
In den Dörfern des Amazonasgebietes kann man auf natürliche Art und Weise die verschiedenen Kulturen und ihre Ausdrucksweisen in Kunsthandwerk, Gesang, Musik, Tanz, Schriftstellerei, Humor und Nachbarschaft erleben.
Das Werk von Róger Rumrill “Las Amazonías del Perú” unterstützt ohne Zweifel die Erforschung und Erfassung der Amazonaswelt, aus der er stammt. Mit Sicherheit ist das Buch “La consulta previa, retos para una institucionalidad estatal en materia indígena”, das von der Parlamentarischen Indigenen Gruppe im Kongress (Grupo Parlamentario Indígena del Congreso de la República“) veröffentlicht wurde, ein weiteres Element der Bestätigung der erhofften Regulierung eines Gesetzes, welches das Vorher und das Nachher des Mythos Amazonas beschreibt, angefangen mit dem Fokus auf Belén, einem der am meisten vergessenen Dörfer und Repräsentant von Todas Las Sangres.
(Venezuela, 16. April 2012, telesur).- Die Mission Barrio Adentro (dt. Hinein ins Viertel) wurde nach dem gescheiterten Putschversuch des 11. April 2002 gegründet mit dem Zweck, den Zugang zum Gesundheitswesen denjenigen Bevölkerungsteilen zu garantieren, welche in den Vorgängerregierungen der Bolivarianischen Revolution davon ausgeschlossen waren.
Seit dem 17. April dieses Jahres besteht die Mission nun seit neun Jahren und hat bisher kostenlose medizinische Beratung in mehr als 500 Millionen Fällen geleistet als Teil des Sozialprogramms, welches die Bolivarianische Revolution unter Präsident Hugo Chávez vorangetrieben hat.
“Das ist nur im Sozialismus möglich”
Hugo Chávez, der sich zur Zeit einer Strahlentherapie in der kubanischen Hauptstadt Havanna unterzieht, hat über Twitter verlauten lassen: “Viva BarrioAdentro! Das ist die Mission, die an der Spitze steht. Von hier aus, wo ich in Behandlung bin, beglückwünsche und feiere ich 9 Jahre BarrioAdentro”. Und er fügte hinzu: “Viele Grüße nach Petare-Santa Lucía” Ehre Kuba! Ehre Venezuela! Das ist nur im Sozialismus möglich! Hier im Himmel auf Erden."
Die venezolanische Vizepräsidentin für den Bereich Soziales, Yadira Córdova, erklärte in einem Interview für den staatlichen Fernsehkanal VTV (Venezolana de Televisión), dass “Barrio Adentro ins Leben gerufen wurde, um das Gesundheitsmodell zu ändern: in dem, wie die medizinische Grundversorgung aussehen sollte; die Garantie zu schaffen, dass in den Gemeinden die Betreuung stattfindet, die die Familien brauchen; und es sollte ein Modell sein, das Prävention schafft”.
Ebenso wies sie darauf hin, dass diese Missión das Verwaltungsmodell geändert hat, nämlich “die Rolle des Staates bezüglich der Bedeutung der Gesundheit für das Volk”.
Medizinische Grundversorgung für die ganze Bevölkerung
Ihren Angaben zu Folge werden zur Zeit 8.170 ÄrztInnen der ganzheitlichen Medizin für diese Mission ausgebildet, welche der venezolanischen Bevölkerung “eine medizinische Grundversorgung ermöglichen”. “Die Mission Barrio Adentro und die Ärzte ganzheitlicher Medizin werden eine Referenz für die Transformierung der medizinischen Praxis im ganzen Land sein.”
Sie unterstrich, dass Barrio Adentro die erste Mission war, die nach dem Staatsstreich vom 11. April 2002 gegründet wurde. Ein Putsch, der von der nationalen wie internationalen Rechten begangen worden sei. Desweiteren sei die Mission “einer der sichtbarsten Erfolge der Zusammenarbeit zwischen Kuba und Venezuela”.
Diese auf dem Gebiet der Gesundheit stattfindende Zusammenarbeit begann mit der Arbeit kubanische Ärzte, zu denen sich die 8.170 Gemeindeärzte ganzheitlicher Medizin gesellen, welche kürzlich ihren Titel von der Bolivarianischen Universität UBV (Universidad Bolivariana de Venezuela) erhalten haben.
Am Menschen orientiert
Die Vizepräsidentin für den Bereich Soziales erklärte, dass in den kommenden Monaten neue Ärzte ihren Abschluss absolvieren werden, die mit “einer anderen Perspektive auf die Gesundheit ausgebildet wurden. Mehr an dem Menschen orientiert, und weniger am Markt. (…) Jahr für Jahr werden wir weitere Ärzte ins Berufsleben schicken. Das ist ein Ziel der Revolution.”
Die Mission Barrio Adentro ist ein Sozialprogramm für kostenlose Versorgung, unterstützt von kubanischen und venezolanischen ÄrztInnen, die in ganz Venezuela verteilt sind, um den Zugang zur Gesundheitsversorgung der Bevölkerung zu ermöglichen, die sonst davon ausgeschlossen sind.
Ebenso verfolgt sie das Ziel, der Bevölkerung eine Gesundheitsberatung zur Erhöhung ihrer Lebensqualität zukommen zu lassen.
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