Verschwundene


Argentinien

Hasta siempre Sara Peretti

Sara Peretti, eine der Mütter der Plaza de Mayo im Verwaltungsbezirk Lomas de Zamora, ist von uns gegangen. Voller Stolz sprach sie von ihrem Sohn. Sie erklärte, die politisch aktiven Jugendlichen wüssten genau, was sie wollten, sie seien sich der Gefahr bewusst gewesen und hätten ihr Leben für ihre Überzeugung gegeben. Sara klapperte Polizeiwachen und Kasernen ab; zusammen mit anderen Müttern, deren Kinder ebenfalls verschwunden waren, nahm sie an Protestmärschen und Anfragen an offizielle Stellen teil. Immer wieder lief sie die Straßen ab, die ihr Sohn „Minito“ gegangen war. […]


Mexiko

2017: Mehr als 42.000 getötete Personen in Mexiko 1

Der Jahresbericht 2017/18 zu Mexiko von Amnesty International ist vorgestellt worden: Seit dem Amtsantritt des mexikanischen Präsidenten Enrique Peña Nieto steigen die registrierten Tötungsdelikte und die Anzahl der Verschwundenen Jahr um Jahr. Verschleppungen unter der Mittäterschaft von Staatsbediensteten sowie Folter, Bedrohungen und Übergriffe sind laut Amnesty International „gängige Praxis“. […]


Data Civica
Mexiko
Fokus: Erinnerung und Gerechtigkeit / Memoria y Justicia

Die 32.000 Verschwundenen haben Namen

In Mexiko sind in den vergangenen zehn Jahren immer mehr Menschen verschwunden; „eine nicht dagewesene Steigerung, die es in anderen Ländern Lateinamerikas nicht gibt“, so Santiago Aguirre Espinosa. Der stellvertretende Direktor des Menschenrechtszentrums Miguel Agustín Pro Juárez hat jetzt eine neue Datenbank vorgestellt, die den 32.000 Verschwundenen in Mexiko einen Namen und ein Gesicht gibt. […]


Protestplakat
Mexiko
Fokus: Frauen und Queer / Mujeres y Queer

Fall Valeria: Rettungssystem für Vermisste ineffizient

Am 9. Juni wurde die erst elfjährige Valeria die in einem Kleinbus des öffentlichen Nahverkehrs in der Stadt Nezahualcóyotl im Bundesstaat Mexiko entführt, vergewaltigt und ermordet. Der 42-jährige mutmaßliche Täter wurde einen Tag später verhaftet. Die brutale Tat erregte großes Aufsehen. „Der Fall von Valeria zeigt einmal mehr die negativen Auswirkungen des behördlichen Vorgehens auf das Programm Alerta Amber. Es wird dadurch ineffizient und kommt verspätet zum Einsatz“, so der Vorwurf des Netzwerkes für Kinderrechte in Mexiko Redim (Red por los Derechos de la Infancia en Méxiko). Alerta Amber ist ein Rettungssystem mit dem Ziel, die Bevölkerung möglichst schnell zu einem aktuellen, lebensbedrohlichen Vermisstenfall zu unterrichten. […]


Die Großmütter der Plaza de Mayo suchen nach den Enkeln ihrer Verhaftet-Verschwundenen Kinder. Jetzt haben sie Enkel Nr. 122 gefunden
Argentinien
Fokus: Erinnerung und Gerechtigkeit / Memoria y Justicia

Großmütter der Plaza de Mayo: Enkel Nummer 122 gefunden

(Montevideo, 26. April 2017, la diaria).- Noch ist sein Name nicht öffentlich, doch gestern wurde seine Herkunft bekanntgegeben: Der Enkel Nummer 122 ist 40 Jahre alt, hat zwei Kinder und lebt nicht in Buenos Aires. Er habe um ein wenig Zeit gebeten, um sich zurückzuziehen, während er sich mit seiner neuen Identität auseinandersetzt. So schilderte in einer Pressekonferenz am 25. April die Vorsitzende der Gruppe Abuelas de Plaza de Mayo (Großmütter der Plaza de Mayo), Estela de Carlotto die Situation um den Sohn von Enrique Bustamante und Iris Nélida García Soler. Die beiden gehörten der Gruppe Montoneros an und gelten seit 1977 als Verschwundene. […]


Jetzt gibt es einen Sonderbericht der staatlichen Menschenrechtskommission zu geheimen Massengräbern
Mexiko

Sonderbericht zu Verschwundenen und geheimen Gräbern

(Mexiko-Stadt, 08. April 2017, poonal).- Die staatlich finanzierte Nationale Menschenrechtsrechtskommission (CNDH) hat einen Sonderbericht über das Verschwinden von Personen und geheime Gräber in Mexiko veröffentlicht. Der Bericht bietet keine grundsätzlich neuen Erkenntnisse, sondern einen Überblick der entsprechenden offiziellen Zahlen nach Bundesstaaten aufgeschlüsselt für die vergangenen zehn Jahre. Bei der Präsentation prangerte der 1. Berichterstatter der Kommission, Ismael Eslava, die teilweise Auskunftsverweigerung der staatlichen Behörden sowie die Ungenauigkeit gelieferter Informationen an. […]


Jugendliche
Kolumbien
Fokus: Erinnerung und Gerechtigkeit / Memoria y Justicia

Regierung muss Opfer der „falsos positivos“ entschädigen

(Caracas, 14. Februar 2017, telesur).- Am 14. Februar gab das kolumbianische Verfassungsgericht bekannt, dass die Regierung sich nicht ihrer Verantwortung gegenüber den außergerichtlichen Hinrichtungen, den sogenannten „falsos positivos“ entziehen kann. Das Gericht wies darauf hin, dass die „falsos positivos“ einen Verstoß gegen völkerrechtliche Verträge darstellen. Die Regierung sei den Angehörigen der Opfer verpflichtet, einen wirksamen Rechtsbehelf zu garantieren, um die verursachten moralischen und materiellen Schäden wiedergutzumachen. […]


Guatemala Mexiko Mittelamerika
Fokus: Migration und Flucht / Migración y Refugio

Karawane der Mütter ist Brücke der Hoffnung: Wiedersehen zweier Schwestern nach 37 Jahren

(Mexiko-Stadt, 21. November 2016, desinformemonos).- Aida Amalia wartet in einer Taquería, einem Imbiss, am Busbahnhof in Córdoba. Ihre Tochter Viviana Guadalupe Rodríguez Chang aus Puebla hat die 53-Jährige zu einem Treffen mit dem Koordinator der Mesoamerikanischen Migrantenbewegung (Movimiento Migrante Mesoamericano), Rubén Figueroa, hier her gebracht. Von ihm erhofft Ada Amalia sich Neuigkeiten über ihre guatemaltekische Familie, die sie seit 13 Jahren nicht gesehen hat. Dass sie ihre jüngere Schwester Norma und ihre Nichte Reyna, die Tochter ihrer in Mexiko verschwundenen Schwester, sehen wird, ahnt sie noch nicht. […]