poonal


Der Pressedienst poonal veröffentlicht aktuelle Meldungen und Hintergrundberichte aus Lateinamerika in deutscher Sprache.

Mit diesem Angebot machen wir seit 1991 zugänglich, was lateinamerikanische Autor*innen und Agenturen über politische Bewegungen, soziale, kulturelle und ökonomische Kämpfe bzw. Emanzipationsprozesse in Lateinamerika schreiben. Eher selten finden sich daher bei poonal Artikel von deutschsprachigen Autor*innen.

Wir arbeiten mit derzeit 20 alternativen Nachrichtenagenturen in Lateinamerika zusammen, die uns ihre Meldungen unentgeltlich zur Verfügung stellen. Die Artikelauswahl trifft ein Redaktionsteam in Berlin. Ein über den ganzen Globus verstreutes Netzwerk ehrenamtlicher Übersetzer*innen sorgt für die Übertragung ins Deutsche.


Aktuelle Texte

Meilenstein für Ehe für Alle und Trans*Personen

matrimonio

Der Interamerikanische Menschenrechtshof hatte sich die Menschenrechtscharta der Organisation Amerikanischer Staaten angeschaut und die Mitgliedsstaaten von Mexiko bis Argentinien um ihre Meinung gebeten. Und raus kam: Homosexuelle Paare sind mit heterosexuellen gleichzustellen mit sämtlichen Rechten und Pflichten. Das Gerichtsgutachten betont das Wort „alle Rechte“, die auch heterosexuelle Paare genießen, damit dürfte ein gesondertes Lebenspartnerschaftsgesetz nicht mehr ausreichen. In der Praxis bedeutet das also die Ehe für Alle. […]

Edit This

Welle von Verfassungsklagen gegen umstrittenes Sicherheitsgesetz

Polizei Mexiko

Die Diskussion um das Ende vergangenen Jahres vom mexikanischen Abgeordnetenhaus und dem Senat mit den Stimmen der Regierungsmehrheit und Teilen der konservativen Oppositionspartei PAN verabschiedete Gesetz zur Inneren Sicherheit (siehe Poonal Nr. 1281) wird vor dem Obersten Gerichtshof weiter geführt. Mehrere Tage vor Ablauf der entsprechenden Frist am 20. Januar hatte bereits die Stadt Cholula eine Verfassungsklage eingereicht. Am Donnerstag folgten 188 Parlamentsabgeordnete einschließlich wichtiger Dissident*innen innerhalb der PAN. Die Allianz der Oppositionsparteien kam damit deutlich über das für die Klage notwendige Quorum von mindestens einem Drittel aller 500 Mandatsträger*innen im Abgeordnetenhaus.  […]

Edit This

Kampf gegen Brasiliens Ausverkauf

Nach dem Putsch von Temer und seinen Verbündeten im Nationalkongress (Unternehmer*innen, Großgrundbesitzer*innen, Banker*innen), erlebt Brasilien einen düsteren Rückschritt, der zu archaischen Werten zurückführt, bei denen Menschenrechte keine Rolle spielen. Eine konservative, autoritäre und intolerante Haltung ergänzt die strukturellen Bedingungen wie den Ausverkauf, den die Regierung versucht, bei den staatlichen Unternehmen und öffentlichen Dienstleistungen voranzutreiben. Zudem sollen für die nächsten 20 Jahre die staatlichen Investitionen zurückgefahren werden, um dem privaten Kapital Investitionen u.a. in den Bereichen Bildung und Gesundheit zu ermöglichen. Die Logik ist prekarisieren, ausschlachten und verkaufen. Das Paket, das Temer ankündigte, enthält 57 Privatisierungen: … […]

Edit This

2017: Femizide in der Dominikanischen Republik steigen an

Kampagne gegen Femizide

Die dominikanische Gesellschaft ist sich bewusst, dass das Jahr 2017 mit einer der höchsten Femizidraten geendet hat. Ein Missstand der dafür sorgt, dass die Dominikanische Republik im regionalen Ranking der Femizide noch weiter nach vorne auf die ersten Plätze rutscht. Zwei von fünf Todesfällen sind auf häusliche Gewalt zurückzuführen. Das zeigt der Bericht „Vom Abkommen zur Aktion: Politische Praxis zur Beseitigung der Gewalt an Frauen in Lateinamerika und der Karibik“ vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen UNDP. Dieser Ende 2017 veröffentlichte Bericht gibt an, dass 30 Prozent der Frauen Gewalt durch ihren Partner oder Ex-Partner erfahren haben; 10,7 Prozent erlitten sexuelle Gewalt. […]

Edit This

Gewalt gegen Escort-Arbeiterinnen

Protest gegen machistische Gewalt

Ende Dezember wurde die Argentinierin Karen Ailen ermordet in einem Hotel in Mexiko-Stadt aufgefunden. Vergangenen November fand man die Leiche von Génesis Ullyannis Gibson aus Venezuela. „Wir fordern Gerechtigkeit für die Compañeras, es gibt viele Hinweise, die untersucht werden müssen. Die Verbrechen dürfen nicht ad acta gelegt werden und die Schuld darf nicht den Frauen gegeben werden“, sagte Elvira Madrid Romero, Vorsitzende der Straßenbrigade zur Unterstützung der Frau “Elisa Martínez” (Brigada Callejera de Apoyo a la Mujer). „Escort-Frauen“ seien in Mexiko mindestens ebenso heftiger Gewalt ausgesetzt wie Sexarbeiterinnen, was vor allem an der Art der Kundschaft liege, versicherte Madrid Romero. […]

Edit This

weitere Texte…