poonal


Der Pressedienst poonal veröffentlicht aktuelle Meldungen und Hintergrundberichte aus Lateinamerika in deutscher Sprache.

Mit diesem Angebot machen wir seit 1991 zugänglich, was lateinamerikanische Autor*innen und Agenturen über politische Bewegungen, soziale, kulturelle und ökonomische Kämpfe bzw. Emanzipationsprozesse in Lateinamerika schreiben. Eher selten finden sich daher bei poonal Artikel von deutschsprachigen Autor*innen.

Wir arbeiten mit derzeit 20 alternativen Nachrichtenagenturen in Lateinamerika zusammen, die uns ihre Meldungen unentgeltlich zur Verfügung stellen. Die Artikelauswahl trifft ein Redaktionsteam in Berlin. Ein über den ganzen Globus verstreutes Netzwerk ehrenamtlicher Übersetzer*innen sorgt für die Übertragung ins Deutsche.


Aktuelle Texte

Afro-Brasilianische Geschichten aus dem Amazonasgebiet

Joao Ataide

„Als Lehrer fiel es mir immer schwer, über die Geschichte der Schwarzen zu sprechen,“ sagt João Ataide leise. Auch heute merkt man ihm das an. Sein Blick ist nach unten, auf ein Grasbüschel gerichtet. Dahinter steht ein zweigeschossiger Betonbau mit Seminarräumen, ganz ähnlich der Schule im brasilianischen Macapá, einer 300.000 Einwohner-Stadt im nördlichen Amazonasgebiet Brasiliens, wo Ataide sonst unterrichtet. „Stell Dir vor, ein Klassenzimmer, 35 Schüler und ich als Schwarzer rede über Sklaverei. Es ist eine peinigende Geschichte und sie wird ohne Unterlass heruntergebetet, damit wir mental bloß nie vom Sklavenschiff herunterkommen.“ Um diesem Dilemma zu entkommen, entwickelte Ataide einen anderen Zugang zur brasilianischen Geschichte: er übersetzt historische Fakten in Rapmusik.  […]

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Verteidigungsminister Cienfuegos wird vorerst kein Ehrendoktor

Salvador Cienfuegos

Nach zahlreichen Protesten ist die Verleihung des Doktortitels honoris causa an den mexikanischen Verteidigungsminister Salvador Cienfuegos Zepeda durch die Universität für Wissenschaft und Kunst von Chiapas (Unicach) vom Uni-Rektor suspendiert worden. Der Universitätsrat hatte die Vergabe des Ehrentitels in völliger Verkennung der Stimmungslage am 2. Februar mit einer Zweidrittelmehrheit beschlossen. Umgehend brach ein Sturm der Entrüstung los. Die Feministin und Akademikerin Mercedes Olivera verzichtete bereits einen Tag später auf die ihr von der Unicach 2012 verliehene Ehrendoktorwürde. Sie nahm kein Blatt vor den Mund. Der General habe „nichts mit Wissenschaft oder Akademie zu tun, sondern mit der Unsicherheit, den Fällen des Verschwindenlassens, den Todesfällen, den Feminiziden im Land“. […]

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„Uns bringt das Erdöl gar nichts!“

Ölverseuchungen

Der Staat, private Unternehmen und internationale Konzerne – sie alle fördern seit Jahrzehnten Erdöl im peruanischen Amazonasgebiet. Dabei kommt es immer wieder zu schweren Umweltverschmutzungen und zu Konflikten mit den dort lebenden Indigenen. Für viele der Ölaustritte ist eine Pipeline verantwortlich, die von den Ölfeldern im Amazonasgebiet bis zu den Häfen an der Küste führt. Die Pipeline „Oleoducto Norperuano“ gehört der staatlichen Erdölgesellschaft Petroperú. Sie wurde vor über 40 Jahren gebaut und ist inzwischen verrostet und marode. Immer wieder kommt es zu schweren Verschmutzungen in dem sensiblen Ökosystem. Ende Juni 2014 wurde der Fluss Cuninico in der Amazonasprovinz Loreto großflächig verseucht. Der Cuninico fließt in den Marañón, einen wichtigen Quellfluss des Amazonas. Aus dem Leck in der Pipeline sind mindestens zehntausende Liter Erdöl ausgelaufen. Die in der Gemeinde Cuninico lebenden indigenen Kukama waren die ersten, die die Ölverschmutzung bemerkten und die Konzernleitung informierten. […]

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UNO zeigt sich alarmiert über Indizien auf außergerichtliche Hinrichtungen in El Salvador

Nach dem Besuch der UNO-Sonderberichterstatterin Agnes Callamard in El Salvador, zeigt sich die UNO alarmiert über Indizien, die auf außergerichtliche Hinrichtungen deuten und mit der staatlichen Kampagne, die ein hartes Durchgreifen gegen Gang-Mitglieder verfolgt, in Verbindung gebracht wird. Die UNO verlangt eine Beilegung dieser Praxis, um den Teufelskreis der Straflosigkeit zu durchbrechen. […]

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200.000 Fußballfelder Wald sind weg

Nach Schätzungen des Monitoring-Projekts für das andine Amazonasgebiet MAAP (Proyecto de Monitoreo de la Amazonía Andina) sind im Jahr 2017 143.425 Hektar Wald in Peru verschwunden, was in etwa der Größe von 200.000 Fußballfeldern entspricht. Trotz dieser Größenordnung ist die Abholzung im Vergleich zum Vorjahr um 13 Prozent gesunken. Die am stärksten betroffenen Regionen befinden sich im zentralen Amazonas (Ucayali/Huánuco) und im südlichen Amazonas (Madre de Dios). […]

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