poonal


Der Pressedienst poonal veröffentlicht aktuelle Meldungen und Hintergrundberichte aus Lateinamerika in deutscher Sprache.

Mit diesem Angebot machen wir seit 1991 zugänglich, was lateinamerikanische Autor*innen und Agenturen über politische Bewegungen, soziale, kulturelle und ökonomische Kämpfe bzw. Emanzipationsprozesse in Lateinamerika schreiben. Eher selten finden sich daher bei poonal Artikel von deutschsprachigen Autor*innen.

Wir arbeiten mit derzeit 20 alternativen Nachrichtenagenturen in Lateinamerika zusammen, die uns ihre Meldungen unentgeltlich zur Verfügung stellen. Die Artikelauswahl trifft ein Redaktionsteam in Berlin. Ein über den ganzen Globus verstreutes Netzwerk ehrenamtlicher Übersetzer*innen sorgt für die Übertragung ins Deutsche.


Aktuelle Texte

Schutz für Olympia durch bedrohliche Sicherheitskräfte?

Sicher mit von der Partie: Die Aufstandsbekaempfungseinheit / Foto: Andre Gustavo Stumpf, CC-BY-2-0

Von Andreas Behn. (Rio de Janeiro-Berlin, 27. Juli 2016, npl).- Zwei Wochen vor Beginn der Olympischen Spiele ist in Rio de Janeiro bereits eine Art Ausnahmezustand zu spüren. Schwer bewaffnete Uniformierte stehen vor wichtigen Gebäuden, an Straßenkreuzungen und patrouillieren in den Vierteln, in denen Sportstätten liegen oder viele Tourist*innen erwartet werden. Gerne lassen die eher berüchtigten Militärpolizisten ihre Gewehrläufe aus den Fenstern ihrer Einsatzwagen lugen, obwohl dies weder den Einheimischen und noch weniger den Ausländer*innen ein Sicherheitsgefühl vermittelt. […]

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Krisen, Proteste und so gar kein olympischer Elan: Rio de Janeiro ist pleite und die Stimmung miserabel

Kein Geld? Macht nichts, bitte weiter lächeln / Foto: agencia brasil de fotografias, cc-by-2-0

Von Andreas Behn, Rio de Janeiro. (Rio de Janeiro-Berlin, 25. Juli 2016, npl).- „Die beiden Hubschrauber dort drüben? Die kreisen hier schon die ganze Woche, wohl wegen dieser Olympiade“, sagt eine Frau an einer Bushaltestelle im Rio de Janeiro. „Stimmt, das ist ja bald. Wird ein einziges Chaos werden“, stimmt ihre Begleiterin zu und schüttelt heftig den Kopf: „Diese Stadt ist einfach nicht für solch eine Veranstaltung gemacht. Alles wird drunter und drüber gehen, der Verkehr stillstehen und die Polizei hat ja jetzt schon nichts mehr unter Kontrolle!“ […]

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Mehrfache Menschenrechtsverletzung an Frau nach Fehlgeburt – María Teresa ist wieder frei

María Teresa während des Prozesses / Foto: Jorge Menjivar

Von Gema Villela Valenzuela. (Mexiko-Stadt, 01. Juni 2016, cimacnoticias).- Der Fall von María Teresa R. „zeigt besonders deutlich“, was auf der ganzen Welt und speziell in El Salvador passiert, wenn Abtreibung strafbar ist und „Frauen verurteilt werden, weil sie Frauen sind“, so der Anwalt Charles Abbott vom Zentrum für reproduktive Rechte CDR (Centro por los Derechos Reproductivos). Am 20. Mai 2016 wurde María Teresa R. nach einer Anhörung vor dem Obersten Gerichtshof von El Salvador freigelassen, nachdem der Gerichtshof eingestand, dass der Fall ein „Justizirrtum“ gewesen sei. […]

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„Für uns ist es eine Wiedergeburt!“ – Regenbogengemeinde feiert neues Gesetz der Vielfalt

Dragqueen Rubi Salvatierra / Foto: Thomas Guthmann

Von Thomas Guthmann, Bolivien. (Berlin, 24. Juli 2016, npl.-) Ende Juni fanden auch in Bolivien zahlreiche Paraden für sexuelle Vielfalt statt. Wie überall auf der Welt wird Ende Juni an die Ereignisse in der Christopher Street in New York erinnert. 1969 wehrten sich Schwule in Manhattan gegen Schikanen der Polizei. In Bolivien war die LGBTI Gemeinde dieses Jahr lauter als in den vergangenen Jahren. Der Grund liegt in einem Gesetz, dem Ley de Identidad, das im Mai mit überwältigender Mehrheit verabschiedet wurde. Es ermöglicht jedem Bolivianer und jeder Bolivianerin, die sexuelle Identität selbst zu bestimmen. […]

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Audi in Puebla: Blockade wegen ausstehender Lohnzahlungen für Leiharbeiter*innen

(Mexiko-Stadt, 20. Juli 2016, poonal).- Mehrere hundert Arbeiter*innen versperrten am 13. Juli acht Stunden lang die Zugänge zum neuen Audi-Werk im Bundesstaat Puebla, das im September offiziell eröffnet werden soll. Die Protestierenden sind Leiharbeiter*innen, die offenbar vor zwei Jahren von mehreren Bauunternehmen angestellt wurden, um die neue Fabrik zu errichten. Nach ihren Angaben haben sie teilweise seit Mai 2015 keine Lohnzahlungen mehr bekommen. Ein Vertreter des mexikanischen Unternehmens IC Infrastructura gab gegenüber der Tageszeitung La Jornada an, die Zahlungen verschiedener Subunternehmen an die Arbeiter*innen seien ausgeblieben, weil Audi de México seinerseits den Unternehmen Geld schulde. […]

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