„Wenn AMLO nicht zu den Gräbern geht, kommen die Gräber zu ihm“

Nachbildungen der illegalen Gräber direkt vor dem Regierungssitz am Zócalo in Mexiko-Stadt / Fotos: Brigada Humanitaria de Paz Marabunta via desinformémonos

(Mexiko-Stadt, 13. Dezember 2021, desinformémonos).- Vor dem Nationalpalast in Mexiko-Stadt haben Verwandte von Verschwundenen und verschiedene Kollektive, die nach Verschwundenen suchen, illegale Gräber nachgebildet. Sie protestieren damit gegen die Untätigkeit der mexikanischen Regierung unter Präsident Andrés Manuel López Obrador (AMLO) und die mangelnden Maßnahmen zur Lösung des Problems des Verschwindenlassens von Menschen in Mexiko.

„Wenn AMLO nicht zu den Gräbern geht, kommen die Gräber zu ihm“, so lautete das Motto des Protests, bei dem am 13. Dezember die Straße vor dem Nationalpalast mit Schriftzügen, Erde und Fotos der Verschwundenen bedeckt wurde, um auf die fehlenden Ermittlungen und die Straflosigkeit der Taten aufmerksam zu machen.

An der Protestaktion nahmen erwa 15 Suchkollektive teil, die mehr als 2.600 Verschwundene repräsentieren. Ein Großteil der Angehörigen von Verschwundenen kam aus dem zentralmexikanischen Bundesstaat Guanajuato, der eine der höchsten Raten des Verschwindenlassens von Menschen im Land aufweist.

Mit Fotos erinnern die Menschen ihren verschwundenen Angehörigen

„Wir sind hier, um Forderungen an den Präsidenten zu stellen!“

Die Familien schrieben Nachrichten wie „Wir suchen Antworten“ und „Wir sind nicht hier, um ein Idol anzugreifen, sondern um Forderungen an einen Präsidenten zu stellen“. Diese bedeckten sie anschließend mit Steinen und Erde als Verbildlichung der über 170 in Mexiko gefundenen illegalen Gräber. „Dies sind die Gräber, die die Abwesenheit des Staates verdeutlichen, und sie gehören nicht der Vergangenheit an. Es ist keine Frage der Farbe [Partei] oder Regierung – lasst uns Gerechtigkeit fordern! Wir wollen sie [die Verschwundenen] nicht beerdigen, wir wollen sie umarmen“, sagte das Kollektiv Hasta Encontrarte („Bis ich dich finde“) in einer Pressemitteilung.

Mit der Protestaktion reagieren die Angehörigen auf eine Äußerung AMLOs im November. Er hatte den UN-Ausschuss gegen das Verschwindenlassen aufgefordert, Beweise für das Fortbestehen des Verschwindenlassens unter seiner Regierung zu erbringen.

„Wenn AMLO nicht zu den Gräbern geht, kommen die Gräber zu ihm“ – Die aufgesprühten Sprüche werden mit Erde und Steinen bedeckt

 

CC BY-SA 4.0 „Wenn AMLO nicht zu den Gräbern geht, kommen die Gräber zu ihm“ von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

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