Gewaltsames Verschwindenlassen


Mexiko
Fokus: SDGs

Über die Wahrheitskommissionen

Wie bekannt, hat Präsident Andrés Manuel López Obrador am 3. Dezember die Schaffung einer Wahrheitskommission angekündigt, um den Verbleib der 43 Lehramtsstudenten von Ayotzinapa aufzuklären. Die Einrichtung einer Wahrheitskommission für diesen Fall ist nicht nur notwendig und dringend, sondern kann der Beginn einer Entwicklung sein, die den Opfern und Familienangehörigen Wahrheit, Gerechtigkeit, umfassende Wiedergutmachung und Maßnahmen gegen eine Wiederholung bringt. […]


Mexiko

Neues Massengrab in Veracruz

Bei dem am vergangenen Donnerstag, den 6. September bekannt gemachten Fund eines Massengrabes im Landkreis Alvarado im mexikanischen Bundesstaat Veracruz gehen die Behörden aufgrund der Schädelanzahl inzwischen von mindestens 174 verscharrten Leichen aus. Es handelt sich mutmaßlich um die Opfer von Gewaltverbrechen. Am Wochenende hatten bereits mehr als 100 Familienangehörige von Verschwundenen aus dem gesamten Bundesstaat den Sitz der Staatsanwaltschaft in der Hafenstadt Veracruz aufgesucht.  […]


Sergio Rivera Hernández
Mexiko

Indigener Menschenrechtsverteidiger gewaltsam verschwunden

Der Menschenrechtler Sergio Rivera Hernández ist im Bundesstaat Puebla seit dem 23. August verschwunden, wie die soziale Bewegung “Movimiento Agrario Indígena Zapatista” (MAIZ) bekannt gab. Augenzeugen haben gesehen, dass Sergio Rivera Hernández auf dem Weg in seine Gemeinde Tepetolonzi im Bezirk San Pablo Zoquitlan von einem weissen Nissan-Pickup verfolgt wurde. Die Zeugen fanden das durch eine Kollision zerstörte Motorrad des Aktivisten auf der Höhe der Abzweigung in die Gemeinde Zaragoza, ohne Spur des Fahrers. Die in MAIZ organisierten Bäuer*innen machten sich auf die Suche nach dem Vermissten. […]


Die Madres und Abuelas suchen bereits seit zwei Generationen nach Verschwundenen in Argentinien. Das Bild stammt aus dem Jahr 1982 / Foto: abuelas.org.ar
Argentinien

Eine der ältesten Mütter der Plaza de Mayo in Argentinien verstorben

Von Elisa Lorenz. (23. November 2017, amerika21).- Die Vorsitzende der Gründungslinie der Mütter der Plaza de Mayo, María Marta Ocampo de Vásquez, ist am Samstag mit 90 Jahren in einer Klinik in Buenos Aires gestorben. Sie war seit einigen Tagen wegen einer Lungenentzündung in Behandlung. Nun trauern viele Argentinier öffentlich um die engagierte Menschenrechtsaktivistin. […]


Demo Ayotzinapa
Mexiko

Regierung zeigt kein Interesse am Schicksal der 43 aus Ayotzinapa 1

Drei Jahre nach dem gewaltsamen Verschwindenlassen der 43 Lehramtsstudenten aus Oaxaca hält die mexikanische Regierung noch immer an ihrer Version der „historischen Wahrheit“ fest. Die wahren Schuldigen seien noch immer nicht bestraft worden, beklagten Organisationen der Zivilgesellschaft und Angehörige der verschwundenen Lehramtsstudenten am 26. September. Trotz des durch das schwere Erdbeben vom 19. September ausgelösten Notstands, nahmen tausende Menschen in Mexiko-Stadt an einer Messe und einem anschließenden Schweigemarsch teil, um des Verbrechens zu gedenken.  […]


Guido Otranto
Argentinien

Fall Maldonado: Umstrittener Ermittlungsrichter suspendiert

Das Berufungsgericht der südargentinischen Hafenstadt Comodoro Rivadavia hat entschieden, den umstrittenen Richter Guido Otranto von der Untersuchung zum Verschwinden des Aktivisten Santiago Maldonado zu entbinden. Das Gericht ist damit einer entsprechenden Protestnote der Angehörigen Maldonados und der Menschenrechtsorganisation CELS (Centro de estudios Legales y Sociales) gefolgt. […]


Argentinien
Fokus: Erinnerung und Gerechtigkeit / Memoria y Justicia

Wo ist Santiago Maldonado?

In Argentinien herrscht weiterhin Unklarheit über den Verbleib des Aktivisten Santiago Maldonado. Am 1. August war der junge Mann bei Protesten der indigenen Mapuche im Süden des Landes von der Gendamerie verhaftet und in einen Mannschaftswagen verfrachtet worden. Seitdem fehlt von ihm jede Spur […]


Patagonien
Argentinien

Wo ist Santiago Maldonado? 1

Seit dem 1. August ist der 28-jährige Santiago Maldonado nach einem Polizeieinsatz in Patagonien spurlos verschwunden. Maldonado ist ein linker Aktivist aus dem Großraum Buenos Aires, der seit einigen Monaten in Patagonien lebt und schon mehrfach an Protestaktionen der Mapuche teilgenommen hat. Er hatte sich unter Anderem mit den Mapuche solidarisiert, die seit 2015 einen Teil der Ländereien des Modeunternehmers Luciano Benetton besetzt halten, weil sie es als ihr angestammtes Land ansehen. Ihr Anführer Facundo Jones Huala befindet sich seit Ende Juni in Haft und seit Ende Juli im Hungerstreik. Mapuche-Aktivisten hatten daraufhin die Landstraße in der Gemeinde Pu Lof im Süden Argentiniens aus Solidarität mit ihrem Gemeindeführer blockiert. […]


Mexiko
Fokus: Kommunikation und Meinungsfreiheit / Comunicación y Libertad de Expresión

Mord an 18 Kolleg*innen – Journalist*innen fordern Ermittlungen gegen Javier Duarte

(Mexiko-Stadt, 19. Juli 2017, desinformemonos).- Der Journalistenverband Red Veracruzana de Periodistas hat Ermittlungen gegen den ehemaligen Gouverneur des Bundesstaates Veracruz im Südosten Mexikos wegen des Mordes an 18 Kolleg*innen und gewaltsamem Verschwindenlassen von drei Medienassistent*innen während seiner Amtszeit gefordert. Der ehemalige Gouverneur wird wegen Korruption und Veruntreuung von öffentlichen Geldern angeklagt, doch weder der Generalstaatsanwalt noch der Staatsanwalt des Bundesstaates Veracruz haben Anklage aufgrund der Morde an den Reporter*innen und wegen der Angriffe gegen die Presse erhoben. […]


Mexiko Bundespolizei jesus-villaseca-perez-CC BY-NC-SA 2.0-flickr
Mexiko

Bundesstaat Coahuila: Morde, Verschwindenlassen und Folter sollen vor den Internationalen Strafgerichtshof

(Mexiko-Stadt/Berlin, 23. Juli 2017, poonal).- Am 6. Juli übergab die Internationale Föderation für Menschenrechte FIDH (International Federation for Human Rights) gemeinsam mit mehr als 100 mexikanischen Organisationen dem Internationalen Strafgerichtshof in den Haag (IStGH) einen detaillierten Bericht* über die schwerwiegenden Verbrechen, die zwischen 2009 und 2016 im mexikanischen Bundesstaat Coahuila (im Nordosten des Landes an der Grenze zu Texas) begangen wurden. FIDH und mexikanische Organisationen, die in den Taten Verbrechen gegen die Menschlichkeit sehen, bitten den Internationalen Strafgerichtshof um eine Vorprüfung für die mögliche Einleitung eines Verfahrens in Den Haag. Der Bericht dokumentiert über 500 Fälle von willkürlicher Inhaftierung, Folter und gewaltsamen Verschwindenlassen als Teil eines systematischen Angriffs gegen die Zivilbevölkerung in diesem Bundesstaat. […]


Fotos von verschwundenen Frauen
Mexiko
Fokus: Erinnerung und Gerechtigkeit / Memoria y Justicia

Nach verschwundenen Frauen sucht niemand

Von Ana Alicia Osorio*. (Mexiko-Stadt/Veracruz, 04. April 2017, cimac). Sie und er verschwanden am gleichen Tag. Nach ihm wird gesucht, nach ihr nicht. Als die Mutter die Vermisstenanzeige bei der Staatsanwaltschaft aufgibt, wird ihr gesagt, ihre Tochter sei bestimmt „absichtlich abgehauen“. Die Familie will nicht, dass die Vermisstenanzeige gesehen wird. Sie hat Angst davor, was die Leute sagen werden. Diese Situation gibt es häufig, wenn es sich um vermisste Frauen handelt – zwar wurden sie offenbar Opfer eines Verbrechens, werden aber durch ihre Familie, die Staatsanwaltschaft oder die Gesellschaft diffamiert anstatt gesucht. […]