Repression


Carmen Aristegui
Mexiko

Spioniert Mexiko Journalist*innen und Menschenrechtsgruppen aus?

Am Montag, 19. Juni hat die New York Times den Artikel „wir sind die neuen Staatsfeinde“ veröffentlicht, eine Reportage über Spionage gegen Aktivist*innen und Journalist*innen in Mexiko. Dort wird dokumentiert, wie die Spionagesoftware Pegasus nicht nur Journalist*innen und Menschenrechtsverteidiger*innen ausspioniert, sondern auch deren Familien. Hinter der Überwachung soll die mexikanische Regierung stecken, die dafür 80 Millionen Dollar ausgegeben haben soll. Die mexikanische Regierung weist die Vorwürfe jedoch zurück und behauptet, keine Menschenrechtler*innen oder Journalist*innen ohne gerichtlichen Beschluss auszuspionieren. […]


Aktivistin jennifer Moore
Kanada Peru

Verhaftung von kanadische Aktivistin bleibt rechtmäßig

Die Verhaftung der kanadischen Umweltaktivistin Jennifer Moore bleibt vorerst rechtmäßig. Das hat die erste Strafkammer des Obersten Gerichtshofes in Lima beschlossen. Die Aktivistin war am 21. April in der peruanischen Stadt Cusco vorübergehend festgenommen worden, nachdem sie dort einen Dokumentarfilm präsentiert hatte, der sich kritisch mit den Auswirkungen des Bergbauunternehmens Hudbay in Guatemala, den USA, Kanada und Peru auseinandersetzt. Gegen die Entscheidung des Gerichts hat die Verteidigung Einspruch eingelegt. […]


Kolumbien Lateinamerika Mexiko

2017 bereits 14 Menschenrechtsaktivist*innen ermordet

Die Interamerikanische Menschenrechtskommission CIDH (Comisión Interamericana de Derechos Humanos) meldet die Ermordung von bereits 14 Menschenrechtsaktivist*innen in Lateinamerika seit Beginn des Jahres 2017. Die Einrichtung formulierte ihre „tiefe Sorge“ um diese Zahl, die sie als sehr hoch einschätzt. […]


Frau protestiert mit Schild
Argentinien

Polizei geht gegen Straßenhändler*innen vor

Am 10. Januar kam es im Stadtteil Once in Buenos Aires zu heftigen Zusammenstößen zwischen Straßenhändler*innen und Sicherheitskräften, bei denen zwei Personen verhaftet und drei verletzt wurden. Verletzt wurden zwei Polizisten und ein Fotograf der Tageszeitung Crónica, der von einem großen Knallkörper getroffen wurde, während er von der Demonstration berichtete. Die Straßenhändler*innen protestierten gegen die Räumung ihrer Verkaufsstände auf der Straße, die in den frühen Morgenstunden mit einem Polizeieinsatz begonnen hatte, bei dem auch Schlagstöcke eingesetzt wurden und der von verschiedenen argentinischen Medien, wie der Nachrichtenagentur Télam, als “hart” bezeichnet wurde. […]


menschen kerzen
Kolumbien

2016 wurden 117 Aktivist*innen ermordet

Alle drei Tage wurde in Kolumbien im Laufe des vergangenen Jahres ein sozialer Anführer oder Anführerin ermordet. Laut einem Bericht des Instituts für Entwicklungs- und Friedensforschung Indepaz (Instituto de Estudios para el Desarrollo y la Paz), wurden 2016 insgesamt 117 Aktivist*innen von sozialen Organisationen sowie Menschenrechtsverteidiger*innen getötet. Zusätzlich zu den 117 Morden wurden 350 Drohungen, 46 Attentate und fünf Fälle von erzwungenem Verschwindenlassen verzeichnet. Über die Hälfte der Fälle ereignete sich im Südwesten Kolumbiens, wo allein 57 soziale Aktivist*innen ermordet wurden: 43 im Cauca, neun in Nariño sowie fünf im Valle. […]


Honduras

Wieder Attentate auf COPINH-Mitglieder

Am 9. Oktober wurden an zwei verschiedenen Orten Mordanschläge auf Führungsmitglieder des Komitees der indigenen Völker Honduras COPINH (Consejo Cívico de Organizaciones Populares e Indígenas de Honduras) verübt, wie die Organisation mitteilte. Dabei wurden sowohl auf den Generalsekretär des COPINH, Tomás Gómez Membreño als auch auf den Gemeindeführer Alexander García Schüsse abgegeben. […]


Chile

Mapuche-Aktivisten: frei nach 300 Tagen U-Haft

Vier Tage lang hatte Gericht von Temuco in der südchilenischen Provinz Araucanía verhandelt, ob sich der Fotojournalist Felipe Durán und der Mapuche-Aktivist Cristián Levinao des Mitführens von Waffen und Sprengstoff schuldig gemacht hatten. Am Morgen des 5. August erging schließlich das Urteil: Freispuch aus Mangel an Beweisen. Obwohl beide über 300 Tage in Untersuchungshaft auf ihre Verhandlung warten mussten, sprach sie das Gericht einstimmig von allen Vorwürfen frei. […]


Brasilien

Jenseits von Olympia

Die Olympischen Spiele finden vom 5. bis zum 21. August 2016 in Rio de Janeiro statt – inmitten von erneuten Kontroversen über Doping, nicht fertiggestellte Unterkünfte für die Athlet*innen und extreme Sicherheitsmaßnahmen. Umgeben von dem Zika-Virus, der wirtschaftlichen und politischen Krise, die einmal mehr zu Umsiedlungen geführt hat, der Polizeigewalt, der Militarisierung der Favelas und der Kriminalisierung ihrer Bewohner*innen, die in Siedlungen für Randgruppen und sozial Benachteiligte wohnen. Und all das für die Gesundheit eines militärisch-industriellen Apparates und für die mächtigen Unternehmer*innen. […]