Umwelt


Indigene Frau protestiert
Peru

„Erdöl ist nicht gleichbedeutend mit Entwicklung“

2016 ist für die peruanische Umweltgeschichte aufgrund des Erdölvorkommens in den Amazonasgebieten ein einschneidendes Jahr gewesen. Die Flussgebiete der Flüsse Marañón (Amazonasregion) und Morona (Region Loreto) mitsamt den von ihrem Wasser abhängigen indigenen Gemeinden wurden einer unmittelbar bevorstehenden Ölverschmutzungsgefahr ausgesetzt. […]


Zwei Frauen
Uruguay weltweit

Interview mit Karin Nansen, Vorsitzende von Friends of the Earth International

Friends of the Earth ist ein internationaler Zusammenschluss von 76 Verbänden, die unter einem gemeinsamen Programm arbeiten. Die Säulen ihrer Arbeit seien Widerstand, Mobilisierung und Wandel, so Karin Nansen, die neue Vorsitzende von Friends of the Earth International. Die zu den bedeutendsten Umweltorganisationen der Welt zählende Initiative kämpfe vor allem für Ernährungssouveränität, Energie- und Klimagerechtigkeit, wirtschaftliche Gerechtigkeit und Widerstand gegen den Neoliberalismus, sowie für Wälder und biologische Vielfalt. Über diese und andere Themen sprachen wir mit Karin Nansen. […]


Mädchen verkauft Schmuck
Argentinien Chile Guatemala Honduras Kolumbien Mexiko Panama

Kurznachrichten – Migrationsgesetz verschärft

Am 30. Januar hat der argentinische Präsident Mauricio Macri das Migrationsgesetz per Dringlichkeitsdekret verschärft (mit dem „decreto de necesidad y urgencia“ kann ein Gesetz ohne die Zustimmung des Kongresses verabschiedet werden, Anm. d. Ü.). Er setzte strengere Kontrollen durch, die die Einreise von vorbestraften Personen verhindern und die Abschiebung von Migrant*innen beschleunigen soll, die sich innerhalb des argentinischen Staatsgebiets strafbar gemacht haben. Diese Maßnahme wurde mit der Zunahme von Straftaten begründet, die angeblich von Ausländer*innen verübt würden. In dem Dekret wird angeführt, dass der Anteil an Migrant*innen in den letzten Jahren auf 21,3 Prozent aller Gefangenen gewachsen sei.  […]


Mexiko

Chihuahua: Preisgekrönter Umweltaktivist ermordet

Der indigene Aktivist Isidro Baldenegro López ist am Sonntag, 15. Januar in der Gemeinde Coloradas de la Virgen im nordmexikanischen Bundesstaat Chihuahua erschossen worden. Der 51jährige Aktivist der Tarahumara-Community organisiert seit Jahrzehnten Proteste gegen den illegalen Holzeinschlag in den Bergen der Sierra Madre; daher ist er seit Jahren Todesdrohungen ausgesetzt. Sein Vater, ebenfalls ein Umweltaktivist, wurde vor Jahrzehnten erschossen, vor einem Jahr überlebte einer seiner Brüder einen Mordanschlag. […]


Chile Ecuador

Die Natur ist nicht stumm

Von Nils Brock. (Santiago de Chile, 25. Dezember 2016, npl).- „5. Juni. Die Natur ist nicht stumm. Die Wirklichkeit malt naturalezas muertas, Stillleben. Katastrophen werden Naturkatastrophen genannt, ganz so als ob die Natur der Henker und nicht das Opfer wäre.“ So beginnt eine Kalendergeschichte, die der uruguayische Autor Eduardo Galeano dem Weltumwelttag widmete. Dieser sei zugleich „ein guter Tag, die neue Verfassung eines Landes namens Ecuador zu feiern, das im Jahr 2008 zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte die Natur als Quell und Träger besonderer Rechte anerkannte.“ […]


Peru

Illegaler Bergbau: Mehr als 10.000 Hektar Regenwald binnen vier Jahren zerstört

(Lima, 01. Dezember 2016, noticias aliadas).- Allein in den letzten vier Jahren sind 12.503 Hektar Regenwald dem illegalen Bergbau im Süden Perus zum Opfer gefallen. Dies geht aus einem gemeinsamen Bericht des Monitoring-Projekts MAAP (Proyecto de Monitoreo de la Amazonia Andina) und der Vereinigung zum Erhalt des Amazonas-Flussgebiets ACCA (Asociación para la Conservación de la Cuenca Amazónica) hervor, der am 15. November veröffentlicht wurde. […]


Mexiko

Verstrickungen: Die Aneignung der fremden Luft

Ana de Ita. (Mexiko-Stadt, 2. Dezember 2016, la jornada-poonal).- Die Skandale wegen der Plünderung indigener und bäuerlicher Territorien als Ergebnis von Energie- und Extraktivismus-Vorhaben, Megaprojekten, Gewalt, organisiertem Verbrechen oder ungezügelter Urbanisierung überdecken den lautlosen grünen Raub, der diese Territorien und ihre Besitzer*innen ebenfalls bedroht. […]


Brasilien

Gericht in Brasilien: Indigene müssen Staudamm Teles Pires zustimmen

Von Christian Russau. (5. Dezember, amerika21).- Ein brasilianisches Bundesgericht, zuständig für die Großregion Amazonien, hat Anfang Dezember in einem von der Bundesstaatsanwaltschaft angestrengten Prozess in zweiter Instanz entschieden, dass das seit Ende 2015 in Betrieb befindliche Wasserkraftwerk Teles Pires am gleichnamigen Fluss die Rechte der vom Staudamm betroffenen Indigenen Kayabi, Munduruku und Apiaká verletzt. Das Gericht ordnete an, dass die Indigenen gemäß der freien, vorherigen und informierten Zustimmung nach der Definition der ILO Konvention Nr.169 befragt und um Zustimmung gebeten werden müssen.  […]


Abholzung im Amazonasgebiet. Foto: adital
Brasilien

„Gefährliche Trendwende“ – Rasante Abholzung in Brasilien

Von Andreas Behn. (Rio de Janeiro/Berlin, 11. Dezember 2016, npl).- Brasilien sieht sich gerne als Vorreiter im Klimaschutz. Es werden ehrgeizige Emissionsreduzierungen verkündet und mit Stolz auf den seit 2009 erfolgreichen Kampf gegen die Rodung des Amazonas-Urwaldes hingewiesen. Die jüngste Hiobsbotschaft in Sachen Abholzung passt daher so gar nicht in dieses Szenario: Der Waldverlust ist im vergangenen Jahr sprunghaft angestiegen und erreichte mit fast 8.000 gerodeten Quadratkilometern – was dreimal der Fläche des Saarlands entspricht – fast den Negativrekord von 2008. […]


Mexiko

Mögliche Bodenabsenkungen und Überflutungen: Geplanter Großflughafen eher für U-Boote?

(Mexiko-Stadt, 05. Dezember 2016, poonal).- Der geplante neue internationale Großflughafen auf dem Gelände des ehemaligen Sees von Texcoco bei Mexiko-Stadt könnte sich nach Untersuchungen innerhalb von zehn Jahren um drei Meter absenken. Dies äußerten zumindest Teilnehmer*innen eines Forums an der Fakultät für Architektur an der UNAM, Ende November. Der aus Tonsand bestehende Boden des riesigen Areals könne sich bei fortschreitender Entfeuchtung absenken. Andererseits könnten auch die Erdbebengefahr sowie Regengüsse die Bodenstruktur in diesem Gebiet in kurzer Zeit verändern. Sollte sich die projizierte Absenkung bewahrheiten, seien danach Überflutungen möglich. Bereits 2001 hatte das Umweltprogramm der UNAM einen Großflughafen in diesem Gebiet in einer Umweltverträglichkeitsprüfung als “nicht durchführbar” eingestuft. […]


Argentinien Mexiko

Argentinische Wissenschaftler*innen berichten zu Gesundheits- und Umweltfolgen von Gensoja

Von Gerold Schmidt. (Mexiko-Stadt, 21. November 2016, poonal).- Die argentinische Wissenschaftlerin Alicia Massarini von der Universität von Buenos Aires zeichnete in Mexiko ein verheerendes Bild von 20 Jahren Gensoja in ihrem Land. Auf dem Forum „Wissenschaft, Technologie und Macht“, veranstaltet von der Organisation ETC und der Vereinigung Gesellschaftlich Engagierter Wissenschaftler*innen UCCS (Unión de Científicos Comprometidos con la Sociedad), beschrieb sie die Folgen für Umwelt, Ernährungsproduktion und Beschäftigung. Der Anbau von Gensoja, der auf einer Fläche von 1 Million Hektar begann, beanspruche inzwischen 22 Millionen Hektar. […]


Mexiko

Yucatans PRI-Gouverneur erklärt den Bundesstaat per Dekret für GVO-frei

Von Gerold Schmidt, Ceccam. (Mexiko-Stadt, 21. November 2016, poonal).- Mit einem überraschenden Dekret hat Yucatans Gouverneur Rolando Zapata Bello den Bundesstaat für frei von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) erklärt. Faktisch richtet sich das Dekret 418/2016 vor allem gegen den Anbau von Gensoja. Die vom Monsanto-Konzern beantragte kommerzielle Aussaat von Gensoja ist derzeit aufgrund einer einstweiligen Verfügung und der höchstrichterlich angeordneten Befragung der Mayabevölkerung zum Thema, in den Bundesstaaten Yucatán und Campeche gestoppt. Das Vorgehen der Regierung Yucatans kommt in diesem Zusammenhang aber unerwartet. Gouverneur Zapata Bello gehört der auch auf Bundesebene regierenden Institutionellen Revolutionären Partei (PRI) von Präsident Enrique Peña Nieto an. Diese ist bisher in keinster Weise als entschiedene GVO-Gegnerin aufgetreten. Insbesondere das Landwirtschaftsministerium gilt als absolut gentechnikfreundlich und Monsanto nahestehend. […]


Uruguay

Ist sauberes Trinkwasser bald Vergangenheit?

Von Antje Vieth. (Berlin, 28. Oktober 2016, npl).- Bisher war Uruguay eines der wenigen Länder, in denen man unbekümmert den Hahn aufdrehen und selbst in der Hauptstadt Montevideo Wasser direkt aus der Leitung trinken konnte. Dieses für die meisten Europäer*innen ganz selbstverständliche Privileg, ist in den meisten lateinamerikanischen Ländern undenkbar – und nun auch in Uruguay wohl bald Geschichte. Denn seit 2013 machen in dem kleinen Land am Rio de la Plata regelmäßig Katastrophenmeldungen die Runde. […]


Chile

Valparaíso: Fischer*innen protestierten mit Barrikaden gegen “Longueira-Gesetz”

(Santiago de Chile, 26. Oktober 2016, el ciudadano).- Die Aktionen am 26. Oktober waren Teil eines landesweiten Protesttages lokaler Kleinfischerei-Unternehmer gegen das nach dem damaligen Wirtschaftsminister Pablo Longueira als “Ley Longueira” bezeichnete und 2013 verabschiedete umstrittene Fischereigesetz. Die Aktionen der Fischer*innen hatten bereits im September begonnen. Sie fordern die Annullierung des Gesetzes. Diese Forderung erhielt neue Nahrung nachdem die Abgeordnete Marta Isasi und der Senator Jaime Orpis der Korruption beschuldigt werden. Sie sollen während der Aushandlung des Gesetzes Bestechungsgelder von Corpesca, dem Fischerei-Unternehmen der Gruppe Angelini, erhalten haben. […]


El Salvador

Schiedsgericht der Weltbank lehnt Klage eines Bergbaukonzerns gegen El Salvador ab

(Berlin, 22. Oktober 2016, onda-poonal).- Mitte Oktober wies ein Schiedsgericht der Weltbank eine Klage des Kanadisch-Australischen Bergbaukonzerns OceanaGold gegen El Salvador zurück und gestand dem mittelamerikanischen Land die Summe von 8 Millionen US-Dollar für entstandene Kosten zu. Damit endete ein sieben Jahre dauernder, vorwiegend hinter verschlossenen Türen geführter Prozess vor dem Internationalen Zentrum zur Beilegung von Investitionsstreitigkeiten der Weltbank (ICSID). […]