Poonal Nr. 164


Deutsche Ausgabe des wöchentlichen Pressedienstes lateinamerikanischer Agenturen Nr. 164 vom 11.10.1994

Inhalt


EL SALVADOR

MEXIKO

HAITI

NORDEN:

NORDOSTEN:

NORDWESTEN:

ZENTRUM:

GRANDE ANSE:

HONDURAS

DOMINIKANISCHE REPUBLIK

ARGENTINIEN

VENEZUELA

GUATEMALA


EL SALVADOR

Spaltet sich die ehemalige Guerillabewegung FMLN?

(Mexiko-Stadt, 9. Oktober 1994, POONAL).- Wie die Sandinisten in Nicaragua bleibt auch die Linke in El Salvador von Spaltungstendenzen nicht verschont. Seit Monaten gärt es in der Nationalen Befreiungsfront Farabundi Martí (FMLN). Der Streit zwischen „Sozialdemokrat*innen“ und „Marxist*innen“, verbunden mit persönlichen Ambitionen und Animositäten, stellt das Bündnis der insgesamt fünf FMLN-Gruppierungen immer mehr in Frage. Das jüngste Beispiel ist der interne Richtungskampf in der „Resistencia Nacional“ (RN), die zusammen mit der vom früheren Kommandanten Joaquín Villalobos geführten ERP inzwischen der sozialdemokratischen Linie innerhalb der FMLN zugerechnet wird.

Marxist*innen gegen Sozialdemokrat*innen

Eugenio Chicas, einer der höchsten Funktionäre der RN und Koordinator und Parlamentsabgeordneter der FMLN, rief die Parteibasis zu einer Versammlung auf, um festzulegen, „wer geht und wer bleibt“. Das erklärte Ziel von Chicas: Er will den „marxistischen Flügel“ der RN unterstützen. Dies ist ein offener Affront gegen den starken Mann der Partei, Generalsekretär Eduardo Sancho. Sancho ist wesentlich für die „Sozialdemokratisierung“ der RN nach der Beendigung des Bürgerkrieges verantwortlich. Angesichts des Kräfteverhältnisses in der Resistencia Nacional ist es wahrscheinlich, daß am Ende Eugenio Chicas zu denen gehört, die gehen (müssen). Dies könnte jedoch der Anfang vom Ende der gesamten FMLN sein. Denn auch die anderen Mitglieder der ehemaligen Guerilla arbeiten kräftig auf die endgültige Spaltung hin.

Die ERP von Villalobos verzeichnete bereits Anfang des Jahres den Abgang zahlreicher Mitglieder, die die Entscheidung ihrer Führung, sich der Sozialistischen Internationale anzuschließen, nicht mittrugen. Die Kommunistische Partei unter Shafick Handal forderte die ERP vor wenigen Tagen auf, die FMLN zu verlassen und ein eigenes politische Projekt zu gründen. Handal kann auf die Unterstützung der FPL und der PRTC zählen, die mit der Kommunistischen Partei zusammen den „marxistischen“ Flügel der FMLN bilden.

Die „Sozialdemokrat*innen“ dagegen scheinen die Auflösung der FMLN einer Spaltung vorzuziehen. Sie wollen das prestigeträchtige Kürzel, das für einen zwölf Jahre währenden Guerillakampf gegen die von den USA unterstützten salvadoreanischen Streitkräfte steht, offensichtlich lieber ganz abschaffen, als es den ehemaligen Kampfgefährten alleine zu überlassen. Die an der militärischen Front unbesiegte Guerilla scheint heute an der politischen Front aufgrund der eigenen Unfähigkeit zum Konsens zu scheitern. Da ist es nur ein schwacher Trost, daß die rechte Regierungspartei ARENA ebensowenig vom internen Zwist verschont bleibt: Sie wird sich voraussichtlich am 15. Oktober in zwei Parteien spalten.

MEXIKO

„Die PRI frißt ihre eigenen Kinder“

(Mexiko-Stadt, 5. Oktober 1994, POONAL).- Eine Woche nach dem Mord an José Francisco Ruiz Massieu, dem Generalsekretär der Regierungspartei PRI, spricht die mexikanische Staatsanwaltschaft von einer Todesliste, auf der weitere Politiker stehen sollen. Verantwortlich dafür wird der Parlamentsabgeordnete Manuel Muñoz Rocha gemacht, selber ein PRI-Mitglied. Er soll auch der intellektuelle Urheber des Attentates auf Massieu sein. Die Staatsanwaltschaft stützt sich dabei im wesentlichen auf Aussagen des gefaßten Täters und seines mutmaßlichen Komplizen. Die Behörde behauptet, den Aufenthaltsort Rochas zu kennen, ihn aber wegen der Immunität, die er als Abgeordneter genießt, nicht verhaften zu können. Über die Aufhebung der Immunität wird in den kommenden Tagen das Parlament entscheiden.

Muñoz Rocha meldete sich inzwischen angeblich telefonisch und erklärte seine Unschuld. Er will Beweise haben, die einen ehemaligen engen Mitarbeiter Massieus aus dessen Gouverneurszeit als Anstifter des Attentates belasten. Dieser Mann sitzt seit 1992 wegen der Veruntreuung von Geldern in Haft. Ebenso werden ihm wie einem seiner Verwandten gute Verbindungen zum sogenannten Golfkartell, einem mächtigen Drogenhändlerring in Mexiko, nachgesagt. Der Verwandte wurde vor drei Monaten auf Veranlassung des stellvertretenden Bundesstaatsanwaltes, Bruder des Ermordeten, verhaftet.

Rachegelüste, Drogenhandel und Parteiintrigen als Triebfeder für Mord

So unklar dieser mexikanische Krimi mit einer Mischung aus Rachegelüsten, Drogenhandel und Parteiintrigen noch ist: im Vordergrund scheinen die parteiinternen Auseinandersetzungen zu stehen. Die Partei der Institutionalisierten Revolution (PRI) frißt ihre eigenen Kinder, was fast wörtlich zu nehmen ist. Denn ebenso wie der im März ermordete PRI-Präsidentschaftskandidat Colosio gehörte Ruiz Massieu zu einer neuen Politikergeneration der Regierungspartei. Er war zwar nicht der feinsinnige Intellektuelle, zu dem ihn jetzt viele machen wollen – als Gouverneur des Bundesstaates Guerrero verstand er es durchaus, die Opposition auch mit unterdrückerischen Mitteln niederzuhalten – doch wie Colosio stand er für gewisse Reformen. Die alten Seilschaften in der PRI, personifiziert in einigen mächtigen Personen, den „Dinosauriern“, sehen ihr Terrain gefährdet.

Die Nationale Zapatistische Befreiungsarmee (EZLN) in Chiapas, die keine diplomatischen Rücksichten nimmt, bewertete den Mordfall in einem Kommuniqué so: „Die Gruppe an der Macht zeigt wiederholt ihre Unfähigkeit, ihre internen Meinungsverschiedenheiten auf dem Dialogweg zu lösen… Herr (Präsident) Salinas de Gortari zeigt wiederholt seine Unfähigkeit, zu regieren. Er ist der Hauptverantwortliche der politischen Morde, die schon charakteristisch für die aktuelle Regierung sind.“

Jeden Tag werden neue Personen verhaftet, die in das Mordkomplott verwickelt sein sollen. Es ist nicht auszuschliessen, daß am Ende die Beteiligung weiterer Abgeordneter und Regierungsfunktionäre enthüllt wird. Wenn der Fall wirklich restlos aufgeklärt werden sollte, werden sich manche jetzt noch als sicher geltenden Vermutungen als falsch erwiesen haben. Was bleiben wird, ist die zum wiederholten Male aufgezeigte Verquickung von Macht und Kriminalität in Mexiko. Die bange Frage lautet jetzt: Wer ist der Nächste? Der Historiker und Angehörige der linken Oppositionspartei, Adolfo Gilly, brachte es angesichts des bevorstehenden Präsidentenwechsels auf den folgenden Nenner: „Ein Übergang ohne Gesetz und ohne Gnade.“

Mehrheit für Entkriminalisierung der Abtreibung

(Mexiko-Stadt, Oktober 1994, fempress-POONAL).- Während in Kairo die Regierungen und die Nicht-Regierungsorganisationen der Welt über Bevölkerungspolitik diskutierten, veröffentlichte in Mexiko die Informationsgruppe für selbstbestimmte Fortpflanzung (GIRE) die Ergebnisse einer Umfrage zum Thema Abtreibung. GIRE hatte sie zum dritten Mal bei dem Meinungsforschungsinstitut Gallup in Auftrag gegeben. Bei der Umfrage wurden landesweit 2160 Personen – je zur Hälfte Frauen und Männer aus verschiedenen sozio- ökonomischen Schichten – befragt.

Die Ergebnisse unterscheiden sich deutlich von den Meinungen, die die Gegner*innen der Entkriminalisierung der Abtreibung lautstark in der Öffentlichkeit verbreiten. 82,7 Prozent der Befragten meinten, die Entscheidung über einen Schwangerschaftsabbruch müsse allein bei der Frau oder dem Paar liegen. Nur 5,3 Prozent glauben, dies sei Sache der Kirche. Zu den Gründen, die eine Abtreibung rechtfertigen, zählten 64,4 Prozent der Befragten die Gefahr für die seelische Gesundheit der Mutter. 72,4 Prozent finden eine Abtreibung legitim, wenn die Mutter AIDS hat, 54,4 Prozent befürworteten sie, wenn beim Fötus bereits körperliche oder geistige Schäden festgestellt werden. Jedoch nur 16,1 Prozent nennen die Armut als einen ausreichenden Grund für einen Schwangerschaftsabbruch. Letztendlich sprachen sich laut GIRE knapp 75 Prozent der Befragten für die Legalisierung der Abtreibung aus. Unklar ist jedoch, ob die Meinung der Mehrheit des Volkes sich in den Entscheidungen der mexikanischen Regierung widerspiegeln wird.

HAITI

Erste Bestandsaufnahme der Invasion

(Port-au-Prince, 8. Oktober 1994, hib-POONAL).- In den letzten drei Wochen sind 20.000 US-Soldaten in die neun haitianischen Provinzen ausgeschwärmt (nach Angaben aus „Le Nouvelliste“ gab es am 6. Oktober folgende US-Kräfte auf Haiti: Armee: 16.700; Marines: 300; Spezialeinheiten: 1.500; Küstenwache: 300). Der Luftraum über dem Land wird ständig von kreisenden Flugzeugen und Kampfhubschraubern kontrolliert. Das wahre Ziel der scheinbaren Überwachungsflüge, die genaue Zahl der in jede Provinz entsendeten Truppen, die Gründe für die umfassend photographische Vermessung des Landes, der Namen der derzeit besetzten Städte und kontrollierten Kasernen, die Zahl der entwaffneten Soldaten oder Paramilitärs – all diese Details werden von der US-Botschaft und den Militäroffizieren nicht öffentlich gemacht. Vielleicht wurde Präsident Jean-Bertrand Arisitide unterrichtet, als er letzten Monat Angehörige der US-Streitkräfte im Pentagon traf, vielleicht aber auch nicht. In jedem Fall ist es zweifelhaft, ob er sich darüber klar war, wie vollständig das Land von den Besatzungskräften kontrolliert sein würde. HIB hat, soweit möglich, die Informationen den Regionen nach zusammengestellt:

PORT-AU-PRINCE (Hauptstadt, geschätzte EinwohnerInnenzahl 1,4 Millionen):

Mehrere tausend Soldaten haben die Flughäfen, die wichtigsten Kasernen und Polizeistationen, das Parlament, das staatliche Radio und das Fernsehen besetzt. Die Soldaten führen zahlreiche Waffenrazzien durch und verhaften einige Leute. In den meisten Fällen wird die Identität der Verhafteten allerdings nicht bekanntgegeben. Die US-Botschaft gab in dieser Woche an, es seien fast 100 Personen verhaftet und dann 34 freigelassen worden. Sie sagte jedoch nicht, ob dies für die Hauptstadt oder das ganze Land galt. Die Militärs berichteten von 329 „gekauften“ und 4.000 beschlagnahmten Waffen, ohne daß diese gezeigt wurden. Die überwältigende Mehrheit der haitianischen Soldaten und der paramilitären Attachés bleibt bewaffnet und in Freiheit.

Die Menschenrechtsverletzungen halten an. Ein 40jähriger „tap- tap“-Fahrer (das tap-tap ist ein spezielles Kutschiergefährt) wurde erschossen, weil er drei bekannten Attachés in Cite Soleil kein Geld geben wollte. In verschiedenen Stadtviertel sind Leichen gefunden worden. Am 7. Oktober gab es mehrere Demonstrationen der Demokratiebewegung, an denen viele tausend Personen teilnahmen.

DIE ÜBRIGE WEST-PROVINZ: Die Truppen bauen ein großes Gebäude nördlich der Hauptstadt bei Sarthe auf dem Land der Mevs-Familie, die zu den Putsch- Unterstützern gehört. Die US-Soldaten besetzten die Armee- Hauptquartiere in Petit-Goave. Im nahegelegenen Grand-Goave terrorisieren die Attachés die Einwohner*innen nach wie vor nachts. Sie versuchen, die etwa 300 bis 600 Aktivist*innen und Sympathisant*innen der Volksbewegung abzuschrecken, die sich versteckt hielten. Die Organisation Konbit Komilfo hat ihre Mitglieder aufgerufen, zurückzukehren und zu mobilisieren. Im nächstgelegenen Ort Miragoane sind neun US-Soldaten.

NORDEN:

In Cap-Haitien (zweitgrösste Stadt, 80.000 bis 100.000

Bewohner*innen) sind die am 20. September gelandeten 1.800 Marines

durch reguläre Truppen abgelöst worden. Die haitianischen Soldaten haben ihre Stellungen nach dem Zusammenstoß vom 26. September, bei dem zehn Haitianer erschossen wurden, verlassen. Nach Warnungen von Einwohner*innen verhaften US-Soldaten am 3. Oktober in Grande Riviere du Nord, südlich von Cap-Haitien, 75 Soldaten und 75 ihrer Helfer. Den Berichten zufolge hatten sie sich getroffen, um für den 15. Oktober ein Massaker an der Bevölkerung vorzubereiten.

Am 22. September und am 4. Oktober wurden zwei Demonstranten angegriffen und verletzt. Nach der UNO-Erklärung des Präsidenten fuhr ein Hotelbesitzer mit dem Auto in eine Demonstration und verletzte mindestens 15 Personen, vier davon schwer. Daraufhin leerte die Menschenmenge vor seinen Hotels Müll aus. Am 1. und 2. Oktober brachen Leute bei ihm ein und fanden Lebensmittel der Entwicklungs- und Gesundheitszentren (CDS), einer von den USA finanzierten Instiution, und von CARE. In Le Borgne, einer stark militarisierten Region, stürmten die Menschen die Armeebarracken. Ein kurze Zeit hielten sie Lionel Bennet, einen Kaffee- Monopolisten und Putsch-Unterstützer in ihre Gewalt. Bei einem Zusammenstoss mit Soldaten und Attachés töteten sie mindestens vier Tonton Macoutes, die die Region terrorisiert hatten.

NORDOSTEN:

Hundert US-Soldaten landeten am 1. Oktober per Hubschrauber in

Ouanaminthe, einem strategischen und gut bewaffneten

Militärposten. Die Menschen demonstrierten für die US-Truppen. Diese übernahmen den Posten und die Waffen. Ein haitianischer Offizier wurde am 1. Oktober getötet, als die Bewohner*innen versuchten, ihn zu entwaffnen und sich ein Schuss aus seinem Gewehr löste.

NORDWESTEN:

Es liegen keine Berichte vor.

ARTIBONITE: In Gonaives haben die 30 bis 40 US-Soldaten dort viele Attachés entwaffnet und die Kasernen besetzt. Der örtliche Armeechef, vieler Übergriffe schuldig, floh in die Hauptstadt, obwohl BürgerInnenkomitees ihn ergreifen wollten. Die Komitees haben einige Attachés „verhaftet“ und den Soldaten übergeben. Viele demokratische Aktivist*innen kommen jetzt aus ihren Verstecken. Das Büro der Front für den Haitianischen Fortschritt (FRAPH) ist leer und die Bürger*innen haben es mit Motoröl übergossen. In St. Marc, wo etwa 10 US-Soldaten stationiert sind, gab es eine riesige Demonstration der Demokratiebewegung, als zehn weitere Soldaten kamen, um nach Waffen zu suchen. Sie fanden Waffen, die hinter den Armeekasernen vergraben waren und auch in den Häusern der FRAPH- Führer und anderer paramilitärischer Gruppen. Die Soldaten verhafteten einige Bürger einschließlich des Hafenchefs und 22 Soldaten, ferner den verantwortlichen Offizier. Am 2. und 3. Oktober organisierten Mitglieder der paramilitärischen Miliz Demonstrationen. Sie öffneten und plünderten das Gefängnis, ließen alle Gefangenen frei und plünderten alle Schulen. Dafür machten sie die Lavalas-Bewegung verantwortlich. Menschenrechtsgruppen berichten Gewaltaten aus Verrettes und Gros-Morne, Verhaftungen, Schläge und Erpressung. In Bois Neuf sollen am 7. Oktober sechs Mitglieder der Demokratiebewegung getötet worden sein, als ein Auto mit voller Geschwindigkeit in eine Menschenmenge fuhr und die Insassen zudem mit Gewehren um sich schossen.

ZENTRUM:

Am 1. Oktober kamen ungefähr 30 US-Soldaten per Hubschrauber in

Hinche an. In dieser Region herrschte eine besonders starke

Unterdrückung in den vergangenen drei Jahren. Die Soldaten besetzten die Kasernen. Viele der schlimmsten Menschenrechtsverletzter waren schon weg. Es gab einige ängstliche Demonstrationen der Demokratiebewegung. In Belladere, Saut d'Eau und Las Cahobas veranstalten die haitianischen Soldaten und die paramilitärischen Kräfte weiterhin Treffen mit einem Anti- Interventionstraining. Sie verprügeln die Bevölkerung, von denen schon viele über die Grenze flohen. Am 27. September berichteten mehrere Organisationen aus Mirebalais noch über Verhaftungen durch die haitianische Armee und die FRAPH. In dieser Woche kamen die US-Soldaten. Danach zwang die Bevölkerung die einheimischen Soldaten „lang lebe Aristide“ zu rufen.

SÜDEN: In Les Cayes (drittgösste Stadt mit 46.000 Einwohner*innen) kamen die US-Truppen am 27. September an. Sie entdeckten ein Gefängnis mit fast 40 Menschen, die stark unterernährt und mit Hautkrankheiten bedeckt waren. Sie fanden ebenso viele Waffen, darunter Raketenwerfer. Der örtliche Armeeoberst Jean Evans Gedeon versuchte, die Invasionskräfte zu provozieren. Er steht unter dem Verdacht, zwei Männer geschickt zu haben, die am 2. Oktober auf einen US-Soldaten schossen und ihn verwundeten. Sie selber wurden vom gegnerischen Feuer getötet. Im Anschluß verhafteten die US- Truppen 17 haitianische Soldaten, darunter „Saddam Hussein“ (in früheren HIB-Infos als besonders gewalttätiges Armeemitglied in Les Cayes erwähnt; die Red.). Mehr als 200 Soldaten flohen. Die Situation soll sehr angespannt sein.

SÜDOSTEN: In Jacmel (16.000 Bewohner*innen sind zwölf Soldaten einer US- Spezialeinheit seit mehreren Wochen. Ein US-Offizier berichtet über die überwiegend freundliche Aufnahme durch die Bevölkerung, die davon ausgehe, sie seien in Haiti, um den Präsidenten zurückzubringen.

GRANDE ANSE:

US-Truppen sind in Jeremie und sollen gut mit den haitianischen

Soldaten „zusammenarbeiten“. Es gibt Berichte über anhaltende

Menschenrechtsverletzungen in kleineren Orten.

HONDURAS

Großzügige Geste des Militärs: Kein Staatsstreich

(Mexiko-Stadt, 5. Oktober 1994, POONAL).- Erst kam der Kniefall des Präsidenten. Dann folgte der „Dank“ des Militärs. Die Regierung von Carlos Roberto Reina gab am 3. Oktober dem Druck der Streitkräfte nach und führte die erst vor kurzem abgeschaffte Wehrpflicht offiziell wieder ein. Im Gegenzug versicherten die Militärs der Zivilregierung ihre Treue und schlossen einen Staatsstreich aus. Außerdem zeichnete General Luis Antonio Discua, Chef der Streitkräfte, Reina am Tag des Soldaten mit einem Orden aus. Dies bedeutete das vorläufige Ende monatelanger Spannungen zwischen dem honduranischen Präsidenten und dem Militär.

Wehrpflicht wieder eingeführt Discua versicherte, die Auszeichnung des Präsidenten spiegele wider, „daß wir in Frieden, Demokratie und Freiheit leben könnnen. Wir bezeugen die Einheit von Regierung, Volk und Streitkräften.“ Discua selbst verkündete die Entscheidung Reinas, zur Wehrpflicht zurückzukehren, um „den Mangel von etwa 7.000 Soldaten in der Armee abzudecken“. Dem General zufolge rief der Präsident die jungen Männer sogar dazu auf, in die Armee einzutreten. Es ist das erste Mal seit 1982, daß ein Präsident in Honduras dies macht.

Die Militärs hatten im November 1993 ihre berüchtigten Zwangsrekrutierungen eingestellt. Menschenrechtsgruppen und Familienangehörige der Rekruten hatten immer wieder über das brutale Vorgehen dabei geklagt. Oft wurden die jungen Männer von der Straße weg in die Kaserne gezwungen. Die Familie bekam in vielen Fällen keine Information über die Rekrutierung. Die potentiellen Soldaten im Alter zwischen 18 und 30 Jahren versuchten in der Vergangenheit häufig, vor dem Militärdienst zu fliehen. Die in den Kasernen herrschende Brutalität sowie fehlende wirtschaftliche Anreize und Ausbildungsmöglichkeiten schreckten sie ab. Die auf Initiative Reinas im Mai dieses Jahres getroffene Entscheidung der Nationalversammlung für einen freiwilligen Wehrdienst weckte viele Hoffnungen. Die Bestätigung in einer zweiten Parlamentssitzung steht jedoch noch aus. Sie ist jetzt nicht mehr zu erwarten.

Infragegestellt ist nun auch der Plan des Präsidenten, die Militärs einem zivilen Kommando zu unterstellen, Zivilisten wichtige Funktionen in den Sicherheitskräften zu geben und die Einflußnahme der Streitkräfte in der Privatwirtschaft zu bremsen. Reina sprach von einer „konsolidierten Eintracht“ zwischen Zivilisten und Militärs. In Wahrheit kommt der Rückzieher des Präsidenten einer persönlichen Demütigung gleich. Die Militärs dagegen zeigten ihre ungebrochene Stärke. Um dem ganzen die Krönung aufzusetzen, machten die in der Hauptstadt Tegucigalpa versammelten mittelamerikanischen Verteidigungsminister deutlich, daß eine Reduzierung ihrer Armeen trotz des nun in der Region herschenden Friedens nicht in Betracht komme.

DOMINIKANISCHE REPUBLIK

Besuch im „Saal der Aufgeschlitzten“

– Von Angela Hernandez

(Santo Domingo, Oktober 1994, fempress-POONAL).- Stichwaffen haben mir immer einen tiefen Schrecken eingejagt. Auch wenn einige von ihnen mit großer Sorgfalt entworfen wurden und mystische Werte in einigen Kulturen darstellen (wie z.B. das Schwert des Samurai), bleiben sie doch Waffen, die das Leben einer Person beenden können. Eine zufällige Erfahrung verstärkte das Gefühl. Mitten in einem der jüngsten ÄrztInnenstreiks in der dominikanischen Republik erlitt ein naher Freund eine Blinddarmentzündung. Der Fall verlangte einen dringenden chirugischen Eingriff. Der Freund kam in das Dr. Luis Eduardo Aybar Krankenhaus, eines der größten staatlichen Krankenhäuser des Landes. Die Nacht verbrachte er mit Beruhigungsmitteln. Am anderen Morgen sollte er operiert werden.

In dem Saal, in dem er untergebracht wurde, herrschte ein unerträglicher Gestank: ein Mann mit neun Messerstichen im Bauch verfaulte im buchstäblichen Sinne. Nach unzähligen Bemühungen erreichten wir die Verlegung unseres Freundes von dort. Diese großzügige Geste erlaubte uns, vom sechsten in den siebten Höllenkreis zu kommen. Ich glaube, so hätte es Dante beschrieben. Der neue Aufenthaltsraum hatte einen anregenden Namen: Saal der Aufgeschlitzten. Alle Patienten waren Männer. Dutzende, in der gleichen Situation: sie hatten Messerstiche in den Bauch oder den Brustkorb bekommen. Alle wurden von der Ehefrau oder einer weiblichen Angehörigen versorgt.

Ich sprach mit einigen. Ich fand eine Botschaft, extrem anschaulich. Es war nicht unbedingt notwendig. Innerhalb weniger Stunden, während derer wir darauf warteten, daß der einzige Arzt für das gesamte Stockwerk (Saal der Verbrannten und Verwundeten) unseren Freund operieren könnte, waren wir mit den Vertraulichkeiten der Patienten in Kontakt gekommen. Teilstücke der Vorkommnisse, die die individüllen Tragödien ausgelöst hatten, machten die Runde – von Unsicherheiten und widersprüchlichen Gefühlen geprägt. Jeder dieser Männer, kraftlos und verletzlich, war bei einem Streit verwundet worden. Bei normalerweise in nächtlichen Stunden stattgefundenen Geplänkeln, in Bordellen oder auf der Straße, unter dem Einfluß des Alkohols. Ausgangspunkt war in vielen Fällen ein Mißverständnis, eine Beleidigung, eine Frau… ein Detail, daß nach männlichem Verhaltenskodex gewalttätige Auseinandersetzungen heraufbeschwört.

Das offene Fleisch, das fließende Blut ließ sie zur unausweichbaren Realität zurückkehren, die der Verletzlichkeit, die alle menschlichen Wesen betrifft und kennzeichnet. Dazu kam der Zufall, der die Vorkommnisse durchdrang und sie zu Opfern oder Tätern machte. Direkt danach kamen die anderen Frauen, die „guten“ und begehrten, um mit Hingabe, mit Pflege und Beten für die Gesundung des Ehemannes, Bruders oder Sohnes zu kämpfen. Eine komische Konstellation von Aktionen und Gefühlen. Der Saal der Aufgeschlitzten ist ein Mikrokosmos von Bildern der Gewalt, die mit der sozialen und alltäglichen Ausbildung des Maskulinen verbunden ist. Ich sah diese gebrochenen Männer und stellte mir vor, wie sie, wenn sie mir die Umstände ihrer Tragödien erzählen würden, wahrscheinlich mit stolzen Worten ihre herausragende Rolle, ihren „ehrenhaften“ Beweis des persönlichen Mutes und die Schwäche oder den Verrat ihres Widersachers erklären würden. Hätte ich in diesem Moment nicht gewußt, daß die männerzentrierte Kultur eine Agressivität schafft und verstärkt, zu deren Charaktereigenschaften das Absurde oder die Dummheit zählt – in dem Saal der Aufgeschlitzten übernachtend wäre ich überzeugt worden, daß die Welt ein befremdlicher Ort ist.

ARGENTINIEN

Frauen gründen Journalistinnen-Netzwerk

(Buenos Aires, Oktober 1994, fempress-POONAL).- Journalistinnen und Publizistinnen aus elf verschiedenen Provinzen Argentiniens haben das Netzwerk „Frauen in Kommunikation“ gegründet. Das Ziel des Netzwerkes: „Die Kommunikationsmedien zu motivieren, die Elemente neu zu definieren, die die Nachricht rechtfertigen und die Vorreiterrolle anerkennen, die die Frauen heute haben“. (Informationen über das Netzwerk sind über die Telefon- und Faxnummer -1-981-7148 zu erhalten)

VENEZUELA

Wie Schönheitswettbewerbe die Politik verändern könnten

– Von Giovanna Merola

(Caracas, Oktober 1994, fempress-POONAL).- In vielen Ländern gelten Schönheitswettbewerbe als einfältige Veranstaltungen, nicht wert, einem breiten Publikum präsentiert zu werden. Nicht so in Venezuela, wo die „Miss“-Wahlen längst auch die intellektuellen und politischen Kreise in den Bann gezogen haben – nicht zuletzt seitdem 1981 Irene Sáez, die Siegerin der nationalen Schönheitskür, mit gewissem Erfolg eine politische Karriere einschlug.

Vor allem sind die Miss-Wahlen der Kosmetikindustrie ein willkommenes Marketinginstrument. In der lateinamerikanischen Region gilt die venezolanische Frau als diejenige, die der Schönheitspflege besondere Bedeutung zumißt. Die Industrie schätzt den voraussichtlichen Umsatz für 1994 auf etwa 200 Millionen Dollar. Die Schönheits-Industrie floriert, und damit der Absatz trotz Krise nicht nachläßt, werden die Schönheitswettbewerbe mit großem Getöse zum gesellschaftlichen Ereignis hochstilisiert. Besonders verdient um die gesellschaftliche Würdigung makelloser Schönheit macht sich seit Jahren Osmel Souza. Er hat eine regelrechte Kaderschule für den Schönheitsnachwuchs eingerichtet, durch Training und feinchirurgische Eingriffe werden die heranwachsenden Miss-Anwärterinnen internationalen Schönheitsmaßstäben entsprechend „in Form“ gebracht. Nicht zufällig kam die Schönste der Welt in den vergangenen 14 Jahren dreimal aus Venezuela, und immer war das Land mit einer Kandidatin in der Finalrunde der weltweiten Miss-Wahlen vertreten.

Die Sorgfalt und die Hingabe, mit der sich Osmel Souza seiner Profession widmet, haben bewirkt, daß die nationalen Miss-Wahlen weit davon entfernt sind, von Banalität und Trivialität überschattet zu sein. Früher wurde von den Aspirantinnen außer einer guten Figur nicht viel gefordert. Heute brillieren die Frauen auch durch eine elegante Präsentation, aristokratischen Habitus, eine geschliffene Rhetorik und ausgewähltes Kulturverständnis – dank des unermüdlichen Einsatzes von Osmel Souza. Ein Universitätsstudium ist mittlerweile beinahe Voraussetzung für eine Kandidatur.

Mittlerweile zeichnen sich aber auch Nebenwirkungen ab, von denen unklar ist, ob sie von dem Schönheitspromoter Souza so gewollt waren. Die Kandidatin Eva Carolina Vich etwa nannte in einem Interview mit der Tagezzeitung „El Globo“ als ihren Berufswunsch, „das Land zu regieren“ und „den Schritten von Irene Sáez“ zu folgen. Sáez war Miss Universum 1981 und ging in die Politik. Heute ist sie mit gewissem Erfolg Bürgermeisterin von Chacao. Zweifellos ist es ein Anfang, wenn die „Misses“ von heute ausdrücklich politische Karrieren anstreben. Was die Parteien nicht erreichen – die Frauenquoten in ihren Reihen zu erhöhen -, schafft vielleicht nach und nach der frivolste Wettbewerb des Landes. Vielleicht bürgert es sich ja ein, daß der Traum, die Schönste im Lande zu sein, von einem zweiten Wunsch wie selbstverständlich begleitet wird: Zutritt zur Macht zu erlangen.

GUATEMALA

Berüchtigte Todesschwadron taucht wieder auf

(Guatemala, 7. Oktober 1994, cerigua-POONAL).- Die Drohungen der Todesschwadron „Jaguar Justiciero“ (Jaguar der strafenden Gerechtigkeit) haben in Guatemala vielfältige Reaktionen hervorgerufen. Die Geheimorganisation beschuldigte in einem Brief sieben Gewerkschaftsführer, vier Menschenrechtsaktivist*innen sowie drei Bauernorganisationen in der Provinz Alta Verapaz, der Guerilla anzugehören. Der Innenminister Danilo Parrinello spielte den Vorgang herunter. „Glücklicherweise“ gebe es für die auf der Liste aufgeführten Personen keine Gefahr. Ziel sei es nur, der Regierung Probleme zu bereiten.

Der Menschenrechtsbeauftragte Jorge García drängte dagegen die Regierung, dem Jaguar Justiciero nachzuspüren. Er stufte dessen Mitglieder als Angehörige der extremen Rechten ein. Auch der Erzbischof Prospero Penados sprach deutliche Worte. Penados nannte die Drohungen „niederträchtig“. Das Wiederauftauchen der Todesschwadron schrieb er „mächtigen Leuten“ zu, „die ihre wirtschaftlichen Interessen berührt sehen“. Die Nationale Menschenrechtskoordination Guateamalas (CONADEHGUA) forderte die UNO auf, die Mission zur Überprüfung der Menschenrechte endgültig zu installieren.

Neue Rückkehrwelle

(Guatemala, 6. Oktober 1994, cerigua-POONAL).- Die Ständigen Kommissionen (CCPP) der guatemaltekischen Flüchtlinge in Mexiko kündigten die Rückkehr einer 445 Menschen umfassenden Flüchtlingsgruppe für den 15. Oktober an. Die Flüchtlinge hatten die letzten Jahre in vier verschiedenen Lagern im mexikanischen Bundesstaat Quintana Roo gelebt. Die 94 Familien wollen mit 115 weiteren Familien und internen Flüchtlingen im Nordwesten Guatemalas eine neue Gemeinde gründen. Der Transport von Chetumal, Mexiko nach Rubelsanto, Guatemala wird per Flugzeug durchgeführt. Eine weitere Rückkehr von gut 2.000 Personen aus Quitana Roo in die guatemaltekische Provinz Alta Verapaz ist bereits in Vorbereitung.

Streik auf Bananenfincas

(Guatemala, 7. Oktober 1994, cerigua-POONAL).- Etwa 4.000 Arbeiter*innen auf 15 Bananenplantagen in der Provinz Izabal legten die Arbeit nieder. Sie fordern die Aufklärung des Todes ihres Gewerkschaftsvorsitzenden Hermelindo Véliz, der am 30. September erschossen wurde.

Fluglinien wollen Hauptstadt wegen Sicherheitsmängeln nicht mehr

anfliegen

(Guatemala, 6. Oktober 1994, cerigua-POONAL).- Die internationalen Fluglinien werden den Hauptstadt-Flughafen „La Aurora“ zukünftig nicht mehr anfliegen, wenn sich die Sicherheitsbedingungen nicht verbessern. Dies versicherte zumindest der Pilot einer Fluggesellschaft. Er kritisierte besonders die mangelnde Kommunikation mit dem Kontrollturm. Die Sicherheit der Passagiere sei gefährdet. Die Gewerkschaft der Zivilen Luftfahrt vertritt die gleiche Meinung. Die Fluglotsen streikten am 4. Oktober wegen des schlechten Zustandes ihrer Navigationsinstrumente. Nach einem vorläufigen Abkommen mit der Regierung nahmen sie ihre Arbeit zum Teil wieder auf. Der Minister für das Kommunikationswesen drohte mit der Militarisierung des Flughafens, falls die Fluglotsen ihre Forderungen aufrecht erhielten. Die guatemaltekische Tourismuskammer sprach sich für die Privatisierung der Flughafendienste aus.

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