MIR


mexiko entrevista migrantesmexico reproducao. Foto: Adital
Mexiko

„Ein Migrant ist ein Toter ohne Namen“

von Ilka Oliva Corado (Fortaleza, 22. April 2014, adital).- Interview mit Pedro Pantoja, Pfarrer der Migranten-Anlaufstelle Posada Belén. Ich bekam die Chance, ein Interview mit Padre Pedro Pantoja, Pfarrer der Posada Belén, einer Herberge für Migrant*innen in Saltillo im mexikanischen Bundesstaat Coahuila zu führen. Seit 40 Jahren setzt sich der Geistliche für die Menschenrechte von Migrant*innen ohne Aufenthaltstitel ein. Seit 40 Jahren nimmt er sich der hoffnungslosen Fälle an, die von niemandem Unterstützung erhalten, im Gegenteil: Es geht um Menschen, denen niemand Respekt zollt, die zerstört und vergessen wurden, die man zur Ware gemacht hat, um auf ihrem Rücken ganze Imperien zu errichten, und die weggeworfen wurden, nachdem man das letzte Bisschen aus ihnen herausgequetscht und nur noch eine wertlose Hülle übriggelassen hat, die irgendwo in einer versteckten Grube zu Staub zerfällt. […]


Chile - die Bildungsstreiks gehören nun vielleicht der Vergangenheit an. Foto: Archiv
Chile

Namen, die von sich reden machen

von Marina González (Montevideo, 29. Januar 2014, la diaria).- Die neu gewählte Präsidentin Chiles, Michelle Bachelet, hat die Namen derjenigen Personen bekanntgegeben, die am 11. März 2014 ihre Ministerämter antreten werden. Die erhoffte zahlenmäßige Gleichheit zwischen Männern und Frauen hat sich nicht bestätigt, aber es scheint, als habe die Sozialistin ihr Ziel erreicht, die Ämter mit Personen zu besetzen, die die Umsetzung des Wahlprogramms ermöglichen. […]


Pressekonferenz der Frauenrechtsorganisation DEMUS zu Zwangssteriliserungen in Peru (Archiv) Bildquelle: demus.org.pe
Peru

Anhaltende Straflosigkeit: Staatsanwalt stellt Verfahren wegen Zwangssterilisierung unter Fujimori ein

(Fortaleza, 14. Februar 2014, aditalnoticias aliadas).- „Sie brachten uns auf LKWs dorthin. Wir gingen ahnungslos und voller Vertrauen hinein. Dann hörten wir Schreie, und ich begann zu rennen. Die Türen waren mit Vorhängeschlössern gesichert. Sie packten mich auf eine Bahre, banden mir die Füße fest und begannen, an mir herumzuschneiden (…). Wir waren ungefähr 30 Frauen in diesem Gesundheitszentrum. Wir alle dachten, es ginge um eine allgemeine Gesundheitsuntersuchung.“ […]


Pluenderungen in Córdoba / Foto: Daniel Cáceres, Redimagen, Quelle: la diaria
Argentinien

Ohne Polizeifilter

(Montevideo, 05. Dezember 2013, la diaria).- Ein Streik der Uniformierten verursacht Chaos in der zentralargentinischen Provinz Córdoba, fordert einen Toten und führt zu politischen Auseinandersetzungen. Die Sicherheitskräfte in Córdoba beendeten ihren Ausstand am 4. Dezember, nachdem sie wegen ihrer Forderung nach höheren Löhnen ihre Kasernen anderthalb Tage Kasernen nicht verlassen hatten. […]


Argentinien Brasilien Deutschland Kolumbien Lateinamerika

onda-info 317

Hallo und willkommen zum onda-info 317! Diese Sendung ist eine Kultursendung!!! Kaum zu glauben aber wahr. Unsere Themen: Im Kino Babylon Mitte in Berlin wurde ,,Osvaldo Bayer – La Livertá“ gezeigt, ein Dokumentarfilm von Gustavo Gzain über die – man muss schon fast sagen – argentinische Menschenrechtsikone Osvaldo Bayer. Sowohl der Regisseur als auch der mittlerweile 86-jährige Bayer waren höchstpersönlich anwesend. Grund genug für uns,  […]


Brasilien Deutschland

Neues Buch von Luiz Ruffato

»Mama, es geht mir gut« – so heißt der erste Teil des fünfteiligen Romanzyklus »Vorläufige Hölle« von Luiz Ruffato über das Leben der Armen und Migranten in Brasilien. Luiz Ruffato ist einer der bekanntesten zeitgenössischen Schriftsteller Brasiliens und war Gastredner auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse. Wir stellen euch das Buch und den Autor vor.   Viele gute, wenn nicht die besten Geschichten schreibt  […]


Repression während der Pinochet Diktatur, hier noch mit konventionellen Waffen. Foto: Agenciadenoticias
Chile

Pinochet befahl Einsatz von Chemiewaffen gegen Oppositionelle

von EL COMERCIO (Lima) (Concepción, 28. August 2013, medio a medio).- Ingrid Heitmann, ehemalige Vorsitzende des chilenischen Instituts für Gesundheit ISP (Instituto de Salud Pública), erklärte der dpa gegenüber, dass der Diktator Augusto Pinochet in seiner Amtszeit von 1973 bis 1990 über Botulinumtoxin verfügte, dessen Menge für die Ermordung tausender Personen inner- und außerhalb Chiles ausgereicht hätte. […]


brasilien proteste. Foto: Archiv
Brasilien

Botschaft der Straßen

von Frei Betto* (Quito, 10. Juli 2013, alai/amerika21).- Die Demonstrationen in den Straßen von Brasilien machen Analyst*innen und Politolog*innen ratlos. Parteiführer*innen und Politiker*innen fragen sich perplex: Wer führt diese Bewegung, wenn wir nicht dabei sind? Ich erinnere mich, als ich Ende 1973 aus dem Gefängnis kam. Als ich vier Jahre zuvor rein kam, dominierte die Studentenbewegung in Reaktion auf die Diktatur. […]


Sieben Menschen verbrannten in Yurecuaro in diesem Auto / otramerica
Mexiko

Yurécuaro, der gewalttätigste Ort der Welt

von Mou Szyslak* (Berlin, 07. Februar 2013, otramérica-poonal).- Statistiken sind normalerweise nicht auf Proportionen, sondern auf die Gesamtzahl ausgerichtet. Bisher dachten Sie sicher, San Pedro Sula in Honduras sei die gewalttätigste Stadt der Welt. Doch im Folgenden berichtet ein Einwohner aus Yurécuaro in Mexiko von dem Drama, das seine Gemeinde durchlebt, wo die Mordrate auf bis zu 166 Tote pro 100 Tausend Einwohner*innen gestiegen ist. Es ist ein Hilferuf aus dem Epizentrum des organisierten Verbrechens. […]


Jorge Amado caricatura André Koehne wikipedia
Brasilien

Jorge Amado zum 100. Geburtstag

von Clara Lucchetti Bingemer (Fortaleza, 17. August 2012, adital).- Sein mosambikanischer Schriftsteller-Kollege, der große Mia Couto, sagt über ihn vollkommen zutreffend: „Jorge Amado schrieb keine Bücher, er schrieb ein Land.“ Und Jorge sagte über sich selbst und sein literarisches Werk: „Ich mache mir keinerlei IIlusion über die Bedeutung meines Werkes. Aber wenn es in ihm irgendeine Tugend gibt, dann die Treue zum brasilianischen Volk.“   […]


Jetzt kann und soll er wieder wahlkämpfen wie hier: Der gestürzte Präsident und ehemalige Bischof Fernando Lugo 2007 / Fernando Lugo Méndez, CC BY-NC-SA 2.0, Flickr
Paraguay

Lugo: Die paraguayische Linke hatte nie einen besseren Moment

von Igor Ojeda (Quito, 03. August 2012, alai-poonal).- Als Fernando Lugo im August 2008 das Amt des Präsidenten von Paraguay übernahm, dachte er, dass er nach Ablauf seines Mandates im August 2013 anderen Tätigkeiten außerhalb der institutionellen Politik nachgehen würde. Aber der Putsch von Ende Juni 2012 änderte sein Leben radikal, sagte er bei einem Treffen mit brasilianischen Medien am vergangenen 2. August in Sao Paulo. […]


Seit 1975 vermisst: Claudio Contreras Hernandez / www.villagrimaldi.cl
Chile

Ex-Geheimdienstchef und vier Ex-Offiziere im Fall Contreras verurteilt

(Buenos Aires, 04. August 2012, púlsar-poonal).- Die chilenische Justiz hat unter Vorsitz des Sonderrichters Alejandro Solís den ehemaligen Chef des Geheimdienstes DINA (Dirección de Inteligencia Nacional) Manuel Contreras Sepúlveda sowie vier weitere ehemalige Offiziere zu 15 Jahren Haft verurteilt. Die fünf Angeklagten wurden im Fall des 1975 entführten und bis heute verschwundenen Claudio Contreras verurteilt. […]


domitila chungara 1980. Foto: sucre.indymedia.org
Bolivien

Domitila Chungara gestorben – Drei Tage Staatstrauer

(Lima, 13. März 2012, servindi).- Domitila Chungara, Bergarbeiterfrau und bolivianische Feministin, ist am Morgen des 12. März 2012 an Lungenkrebs gestorben. In den 1970er Jahren hatte sie Diktator Hugo Banzer Suárez mit einem Hungerstreik herausgefordert. Sie gewann die Auseinandersetzung schließlich und ermöglichte so die Rückkehr der Demokratie nach Bolivien. […]


Friedhof im Quiché / bezineb5, flickr
Guatemala
Fokus: Menschenrechte 2011

Warum Otto gewonnen hat?

von Víctor Alejandro Mojica Páez, Otramérica – otramerica.com (Fortaleza, 10. November 2011, adital).- Man hatte mich schon gewarnt. „Die Region Quiché ist wie ein schlechter Scherz.“ Das sagte ein Gemeindevorsteher aus San Martín de Jilotepeque zu mir, einer, der sein Land so gut wie seine Westentasche kennenlernte, bevor er in dieses Dorf kam ‒ in dem während des Bürgerkrieges von 1960 bis 1996 einige der schlimmsten Massaker verübt wurden. Es ist eines der ärmsten Dörfer des Landes. […]


Memoria rebelde. Foto: Flickr/cosmopolita
Chile

Im Gedenken an die Brüder Vergara Toledo, zwei Opfer der Militärdiktatur

(Concepción, 29. März 2011, Agencia Medio a Medio). – „El día del joven combatiente” (Der Tag des jungen Kämpfers) ist der Name des Tages, an dem in Chile des Mordes an den Brüdern Rafael und Eduardo Vergara Toledo gedacht wird. Am 29. März 1985, in Zeiten der Diktatur unter General Augusto Pinochet (1973-1990), wurden die beiden Brüder durch Mitglieder der chilenischen Militärpolizei, den Carabineros, ermordet. […]


Bildquelle cubadebate bei agencia púlsar
Kuba

„…ohne genau festgelegtes Amt“

(Montevideo, 20. April 2011, la diaria/npl).- Der VI. Kongress der Kommunistischen Partei Kubas PCC (Partido Comunista de Cuba) endete gestern mit einem unerwarteten Auftritt – nämlich dem von Fidel Castro, der verkündet hatte, er werde nicht zum Kongress erscheinen, obwohl er die von seinem Bruder, Raúl Castro, ergriffenen Maßnahmen unterstützt habe. „Ich kannte den Bericht des Genossen Raúl für den sechsten Parteikongress. Er hatte ihn mir bereits einige Tage auf eigene Initiative hin gezeigt“, erklärte er in seiner letzten Kolumne „Reflektionen“, die am Montag veröffentlicht worden war. […]


Obama bei seinem Besuch in Chile / US Embassy Santiago, Chile, flickr
Brasilien Chile El Salvador Kuba

Obama: Ich kam, sah und sagte… nichts

von Frida Modak(Quito, 28. März 2011, alai).- Der Titel dieses Artikels stammt nicht von mir. Ich selbst habe ihn von José Piñera übernommen, der mit diesen Worten die Rede des amtierenden Präsidenten der Vereinigten Staaten kommentiert. Die Tageszeitung El Mercurio veröffentlichte die Stellungnahmen zahlreicher Persönlichkeiten zur Rede Obamas in Chile. Das komplette Zitat lautet: „’Ich kam, sah und siegte’, soll Cäsar nach einer siegreichen Schlacht zum römischen Volk gesagt haben. ‚Ich kam, sah und sagte nichts’ – So könnte Obama heute das Ergebnis seiner Lateinamerika-Reise zusammenfassen“. […]