ILO


Der Gang zum Arzt findet in Lateinamerika häufig gar nicht statt: zu teuer, die Menschen sind nicht versicher / Foto: Universidad Técnica Particular de Loja, cc-by-nc-sa-2.0
Lateinamerika

ILO-Bericht: Lateinamerikaner*innen sind schlecht oder gar nicht sozialversichert

(Lima, 12. Dezember 2017, noticias aliadas).- In Lateinamerika und der Karibik verfügt 38,6 Prozent der Bevölkerung über keinerlei Sozialversicherung. Dieser Prozentsatz entspricht 241 Millionen Menschen. Zudem zahlen 61,4 Prozent für Versicherungen, deren tatsächlicher Schutz nur sehr gering ist. Dies geht aus dem am 4. Dezember veröffentlichten Bericht der Internationalen Arbeitsorganisation ILO zur Sozialversicherungssituation der Menschen weltweit hervor. […]


Demonstration
Chile
Fokus: Migration und Flucht / Migración y Refugio

Das Leid der Migrant*innen

1992 lebten in Chile 100.000 Migrant*innen. Im Jahr 2013 zählte man schon gute 400.000; heute sind es fast eine halbe Million. Die meisten leben in der Hauptstadtregion, in Valparaíso und im Norden des Landes. Der größte Teil ist im Dienstleistungssektor, im Bergbau, in der Industrie, in der Landwirtschaft sowie im Bildungs- und im Gesundheitssektor tätig. […]


Peru
Fokus: Erinnerung und Gerechtigkeit / Memoria y Justicia

Klares Urteil zur vorherigen Konsultation indigener Gemeinden

Die Zivilkammer des Obersten Gerichtes der Provinz Puno hat eine Vergabe von Bergbau-Konzessionen für verfassungswidrig erklärt, wenn vorher die betroffenen ländlichen Gemeinden weder informiert noch angehört wurden. Das Urteil ist bei Vertreter*innen der peruanischen Zivilgesellschaft auf einhellige Zustimmung gestoßen. So unterstrich die Nationale Koordinationsstelle für Menschenrechte CNDDHH (Coordinadora Nacional de Derechos Humanos), dass das Urteil einen wichtigen Präzedenzfall darstelle, um die kollektiven Rechte der indigenen Völker Perus zu garantieren. […]


Lateinamerika

Arbeitsbedingungen auf dem Land müssen verbessert werden

In Lateinamerika arbeiten Über 50 Millionen Menschen im landwirtschaftlichem Sektor unter prekären Bedingungen.
Auf diese alarmierende Situation weist die Internationale Arbeiterorganisation ILO in ihrem am 13. Oktober veröffentlichten Bericht zu „Arbeiten auf dem Land im 21. Jahrhundert“ hin. Darin bekräftigt das ILO-Regionalbüro für Lateinamerika und die Karibik: „In Lateinamerika und der Karibik leben 20 Prozent der Arbeiter*innen auf dem Land. Sie gehören zu einem ländlichen Arbeitsmarkt, der sich durch prekäre Beschäftigungsbedingungen und geringen Lohn auszeichnet. Die Armutsrate ist doppelt so hoch als in den städtischen Zonen.“
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Mexiko
Fokus: Menschenrechte 2016

70.000 Kinder von sexueller Ausbeutung betroffen

(Mexiko-Stadt, 28. März 2016, semlac).- Auf mindestens 50.000 Kinder wird die Anzahl der Jungen und Mädchen geschätzt, die laut der mexikanischen Organisation Gemeinsam gegen Menschenhandel (Asociación Unidos Contra la Trata) als Sexsklav*innen an der Grenze zwischen Mexiko und den USA leben. Schätzungsweise weitere 20.000 Kinder teilen dieses Schicksal im übrigen Mexiko.

Die Internationale Koalition zum Schutz von Mädchen und Frauen vor Menschenhandel in Lateinamerika CATWLAC sieht Mexiko auf Platz fünf bei dieser Art von Menschenhandel. […]


Eine Familie der Lenca. Foto: Knut Hildebrandt
Honduras

Indigene Gemeinden gegen ein Staudammprojekt

von Knut Hildebrandt (Berlin, 23. Mai 2015, npl).- Von der Weltbank und anderen internationalen Entwicklungsbanken geförderte Projekte geraten immer mehr in die Kritik. Das ist mittlerweile auch bei den verantwortlichen Politikern angekommen. Im April flog Bundesentwicklungsminister Gerd Müller zur Frühjahrstagung der Weltbank nach Washington. Dort unterhielt es sich unter anderem mit Weltbank-Präsident Jim Yong Kim. Thema der Gespräche war auch, wie bei Weltbank-Projekten Menschenrechte, Umweltfragen und soziale Gerechtigkeit stärker berücksichtigt werden können. […]


monsanto. Foto: Archiv
Guatemala

Widerstand gegen „Monsanto-Gesetz“

(Lima, 20. August 2014, servindi).- Das umstrittene Gesetz zum Schutz von Pflanzenzüchtungen (Ley para la Protección de Obtenciones Vegetales), auch bekannt als „Monsanto-Gesetz“, wird von der guatemaltekischen Zivilgesellschaft in großen Teilen abgelehnt. Verschiedene Gruppierungen gehen davon aus, dass das Gesetz die Ernährungssicherheit gefährden und die wirtschaftliche Situation der Landwirte beeinträchtigen werde. […]


Transparent vom 6. indigenen Marsch 2007. Foto: Flickr/tekove katu (CC BY-NC 2.0)
Bolivien

Streit um Abkommen zwischen Indigenen und Ölkonzernen

von Arturo Fernández und Redaktion, Tarija (La Paz, 22. September 2014, bolpress/poonal).- Ende 2010 wurde in Bolivien ein wohl einmaliges Abkommen geschlossen: Die Interessenvertretung der Guaraní in der Region Itika Guasú im Department Tarija, APG-IG, hat ein Abkommen mit Repsol zur Ausbeutung der Erdgasvorkommen auf ihrem Territorium geschlossen. Das Abkommen kam mit Hilfe der Menschenrechts-NGO Nizkor zustande. Vertreter*innen der Bundes- und Provinzregierung fühlten sich übergangen, auch einigen Medien war das Abkommen ein Dorn im Auge. Sie bemängelten unter anderem, dass der genaue Wortlaut bis vor kurzem unveröffentlicht war. Die massive Kritik und einige Ungereimtheiten führten schließlich zur Spaltung der APG-IG: Im Juni 2014 wurde der bisherige Vorsitzende Never Barrientos abgewählt und durch Hugo Arebayo ersetzt. […]


encuentro internacional de trabajadoras domesticas del Uruguay. Foto: Flickr/mujeres del sur (CC BY-NC-SA 2.0)

Verbesserte Arbeitsrechte für Hausangestellte

(Montevideo, 29. Oktober 2013, la diaria).- Vom 26. bis 28. Oktober war die uruguayische Hauptstadt Montevideo Austragungsort des Internationalen Kongresses der Vereinigung der Haushaltshilfen. Ein Ergebnis dieser Tagung war die Bildung eines internationalen Verbandes von Hausangestellten. Es nahmen Vertreter*innen aus allen Kontinenten teil, so dass ein genauer Einblick in die verschiedensten aktuellen Situationen der Hausangestellten gegeben werden konnte. […]


Foto: Servindi
Peru

Ein Schritt vor, zehn zurück… Politisches Tauziehen um das Recht auf vorherige Befragung

von Andreas Wolf, Lima (Berlin, 24. Juni 2013, npl).- Im September 2011 hat Peru als erstes Land Lateinamerikas ein Gesetz zur vorherigen Konsultation indigener Völker verabschiedet. Trotz einiger Schwächen des Gesetzestextes bestand die Hoffnung, dass damit die Umwelt- und Sozialkonflikte vermindert und die indigenen Völker in sie betreffende Entscheidungen einbezogen würden. Doch die Regierung schien das Gesetz bald zu bereuen. War schon die Durchführungsverordnung heftig umstritten, so dreht sich die aktuelle Debatte um zwei Hauptthemen: Wer wird konsultiert und was überhaupt ist Konsultation. […]


Radio OFRANEH – unser Kooperationspartner in Honduras

OFRANEH Organizacion Fraternal Negra Hondureña kämpft für die kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Rechte der Garífuna (garínagu) Bevölkerung, wobei die Hauptanliegen in der Bewahrung der Sprache als auch in der Anerkennung und Verteidigung kollektiver Landrechte liegen. […]


Radio OFRANEH – unser Kooperationspartner in Honduras

OFRANEH Organizacion Fraternal Negra Hondureña kämpft fu?r die kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Rechte der Garífuna (garínagu) Bevölkerung. Fu?nf kommunale Radios leisten mit Programmen in der Sprache der Garínagu, sowie kulturellen und musikalischen Beiträgen aus den Gemeinden einen fundamentalen Beitrag zum Erhalt von Sprache und Kultur. Sie sind vielfach die einzige Möglichkeit fu?r kritische Medienberichterstattung und dienen als Sprachrohr von Menschenrechts- und Umweltorganisationen in den Gemeinden.  […]


Protestplakat des Kampagnenbündis gegen Belo Monte / www.gegenstroemung.org
Brasilien Deutschland

Kritik an Münchener Rück wegen Belo-Monte-Staudamm

von Christian Russau (München/Berlin, 20. April 2013, amerika21.de).- Ein europäisches Kampagnenbündnis gegen die Beteiligung europäischer Konzerne am umstrittenen Staudamm Belo Monte im brasilianischen Bundesstaat Pará hat in Zusammenarbeit mit dem Dachverband der Kritischen Aktionäre zwei Gegenanträge für die diesjährige Hauptversammlung der Aktionäre der Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft eingereicht. […]


Honduras OFRANEH-Zentralbüro-Schild servindi
Honduras

OFRANEH: Verletzung der Rechte der Garífuna bei UN-REDD-Programm

(Lima, 04. April 2013, servindi-poonal).- Die Organisation Gemeinschaft der Schwarzen Honduras OFRANEH (Organización Fraternal Negra Hondureña) hat in einer Erklärung den Ausschluss der Organisation OFRANEH bei vorbereitenden Gesprächen für die Umsetzung des UN-Programms REDD+ kritisiert. Damit würde auch das Volk der Garífuna von den Gesprächen ausgeschlossen, so die Organisation. Die Verantwortung für die Vorbereitung von REDD+ obliegt dem Staat Honduras sowie dem UN-Programm UNO-REDD. […]