Guaraní


Lucia Rangel
Brasilien

Interview: überdurchschnittlich hohe Suizidrate brasilianischer Indigener

Die Anthropologin Lucia Helena Rangel, die auch als Beraterin des Indigenenmissionsrates CIMI (Conselho Indigenista Missionário) tätig ist, spricht in einem Interview über die weit überdurchschnittliche Selbsttötungsrate brasilianischer Indigener. In den vergangenen 16 Jahren wurden in den indigenen Gemeinden Brasiliens 782 Suizide verzeichnet. Die Dunkelziffer dürfte höher sein. […]


Ohne indigene Gebiete keine indigenen Völker

von Gustavo González (Montevideo, 16. Juni 2015, comcosur).- Ende Mai und Anfang Juni wurde in verschiedenen Ländern eine Kampagne zur Problematik urbaner Flächen und ländlicher Gebiete veranstaltet. Kürzlich las ich die Ergebnisse, zu denen die Organisationen gekommen sind und hielt besonders bei den Aussagen Miguel Cruzabies inne, dem Anführer der Guaraní im Nordwesten Paraguays, dem Pueblo Guaraní Occidental. Dabei fiel mir ein, dass ich vor längerer Zeit einmal darum gebeten wurde, ein paar abschließende Bemerkungen zu einer Reihe von Artikeln über Land und Eigentum zu machen. Damals schien mir nichts geeigneter, als mich auf einen Brief zu berufen, den Häuptling Seattle im Jahr 1855 an den Präsidenten der USA richtete. […]


Transparent vom 6. indigenen Marsch 2007. Foto: Flickr/tekove katu (CC BY-NC 2.0)
Bolivien

Streit um Abkommen zwischen Indigenen und Ölkonzernen

von Arturo Fernández und Redaktion, Tarija (La Paz, 22. September 2014, bolpress/poonal).- Ende 2010 wurde in Bolivien ein wohl einmaliges Abkommen geschlossen: Die Interessenvertretung der Guaraní in der Region Itika Guasú im Department Tarija, APG-IG, hat ein Abkommen mit Repsol zur Ausbeutung der Erdgasvorkommen auf ihrem Territorium geschlossen. Das Abkommen kam mit Hilfe der Menschenrechts-NGO Nizkor zustande. Vertreter*innen der Bundes- und Provinzregierung fühlten sich übergangen, auch einigen Medien war das Abkommen ein Dorn im Auge. Sie bemängelten unter anderem, dass der genaue Wortlaut bis vor kurzem unveröffentlicht war. Die massive Kritik und einige Ungereimtheiten führten schließlich zur Spaltung der APG-IG: Im Juni 2014 wurde der bisherige Vorsitzende Never Barrientos abgewählt und durch Hugo Arebayo ersetzt. […]


Tipnis-UnterstützerInnen bei ihrer Ankunft in La Paz am 19.10.2011. Foto: Flickr/Szymon Kochanski (CC BY-NC-ND 2.0)
Bolivien

TIPNIS-Aktivistin wird Unterstützerin der MAS

(Montevideo, 23. Juli 2014, comcosur).- Die Indigenen-Anführerin der ‚Völker des Ostens‘, Justa Cabrera, hat sich am 20. Juli zum bolivianischen Regierungssitz begeben, um sich mit Evo Morales, dem Staatspräsidenten und Vorsitzenden der regierenden „Bewegung zum Sozialismus“ MAS (Movimiento Al Socialismo) zu treffen. Ihr Ziel sei es, die Regierungspartei im Wahlkampf zu unterstützen. […]


paraguay desalojo. Foto: Servindi
Paraguay

Gewaltsamer Räumungsversuch gescheitert

(Lima, 18. Juni 2014, servindi/telesur).- Am 15. Juni versuchte ein privater Sicherheitsdienst zum wiederholten Mal, eine Gruppe Indigener von ihrem Gelände im paraguayischen Department Canindeyú zu räumen. Bei den Auseinandersetzungen gab es einen Toten und zwölf Verletzte. Der Tote war Angehöriger des Wachschutzes, der von einem Viehwirtschafts-Unternehmen angeheuert worden war. Die 140 Indigenen der Ava Guaraní konnten eine Räumung im Auftrag des Besitzers der Farm Laguna im Distrikt Corpus Christi jedoch verhindern. Sie sehen das Land als heilig an und betonen, dass dort schon ihre Vorfahren gelebt hätten. […]


Ambrósio Vilhalva 2008 bei der Premiere des Films 'Birdwatchers' beim Filmfestival in Venedig. Foto: Adital/Survival International
Brasilien

Guaraní-Sprecher und Schauspieler ermordet

(Fortaleza, 04. Dezember 2013, adital).- Er spielte eine Hauptrolle in dem Film „Birdwatchers“, in dem die Wiederbesetzung von Ländereien der Vorfahren der Guaraní erzählt wird; der 53-jährige Indigenen-Anführer Ambrosio Vilhalva ist am 1. Dezember in seinem Camp Guyraroká, im brasilianischen Bunderstaat Mato Grosso do Sul, erstochen worden. Das teilte der Indigene Missionsrat CIMI mit. Demnach wurde Vilhalva in seinem eigenen Dorf getötet. Die Polizei vermutet als Tatmotiv interne Streitigkeiten in dem Dorf, die durch erhöhten Alhokolkonsum noch angeheizt worden seien. […]


Brasilien Indigene. Foto: Archiv
Brasilien

Guaraní-Kaiowá werden nicht geräumt

(Buenos Aires, 01. November 2012, púlsar).- Die brasilianische Justizbehörden haben die angekündigte Räumung einer Guaraní-Kaiowá-Gemeinde im Bundesstaat Mato Grosso do Sul ausgesetzt. Das teilte der Justizminister José Eduardo Cardozo am Dienstag, den 30. Oktober mit, nachdem er sich mit den Sprecher*innen der Indigenen im Menschenrechtsbüro der Regierung getroffen hatte. […]


Chaco: Abgeholzt und für Soja-Anbau vorbereitet / Ostrosky Photos, CC BY-NC-ND 2.0, Flickr
Paraguay

Kampf um den Chaco

von Luis Rómboli (Montevideo, 19. Juni 2012, la diaria).- Inmitten des sich zuspitzenden Konflikts innerhalb des paraguayischen Agrarsektors bestätigte Emiliano Camacho, Kontrolleur des Nationalen Instituts für ländliche Entwicklung Indert (Instituto Nacional de Desarrollo Rural y de la Tierra) gegenüber la diaria, dass man eine „starke Präsenz uruguayischer Staatsbürger“ bemerkt habe, die als Eigentümer*innen jener Grundstücke aufträten, die der lokalen Bevölkerung im Zuge der Agrarreform zugeteilt worden seien. […]


Paco Oliva / Bildquelle: www.revistapueblos.org
Lateinamerika Paraguay

„Putsch soll Links-Regierungen in Lateinamerika schwächen.“

von Sergio Ferrari (Fortaleza, 27. Juni 2012, adital-poonal).- Der streitbare paraguayische Jesuit Francisco “Paco” Oliva, äußert sich zu dem Putsch gegen Präsident Fernando Lugo, der am 22. Juni in Lateinamerika für ein politisches Erdbeben sorgte. Die Guaraní nennen ihn “Pai” Oliva – in ihrer Sprache bedeutet das Priester. Als Vertreter der Befreiungstheologie zählt der 1928 in Sevilla geborene Oliva zu den herausragenden sozialen Aktivisten in Paraguay. […]


Radialistas Paraguayos. Foto: Púlsar/telesur
Paraguay

Erstes indigenes Radio geht auf Sendung

(Rio de Janeiro, 06. April 2012, púlsar).- Am 19. April, dem Tag der indigenen Völker, wird der erste indigene Radiosender Paraguays auf Sendung gehen. Die Radiostation befindet sich in der Gemeinde Armonía in der Region Gran Chaco im Westen Paraguays. Gesendet wird auf Spanisch, Guaraní und dem regionalen Dialekt Enxet. […]


alt
Paraguay

Regierung verabschiedet neues Sprachengesetz

(Rio de Janeiro, 06. Januar 2011, púlsar).- Der Präsident Paraguays, Fernando Lugo, hat das neue Sprachengesetz unterzeichnet. Damit ist die Sprache Guaraní offizielle Amtssprache und dem Castellano gleichgestellt. Die Regierung bezeichnete das Gesetz als „eines der kulturell und rechtlich anspruchsvollsten Instrumente der letzten Jahrzehnte“. […]


Brasilien

Kommune in Mato Grosso do Sul: Guaraní offizielle Zweitsprache

(Fortaleza, 16. Juni 2010, adital).- Die Kommune Tacuru im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso do Sul hat Guaraní Mitte Juni offiziell zur zweiten Amtssprache neben Portugiesisch erklärt. Es handelt sich damit um die zweite Kommune in Brasilien, die eine indigene Sprache der Landessprache gleichstellt. Staatspräsident Lula da Silva hatte zuvor ein entsprechendes Gesetz erlassen. Tacuru befindet sich unweit der Grenze zu Paraguay: Im Nachbarland ist Guaraní neben Spanisch Amtssprache. […]


Bolivien

CIDH–Bericht: 600 Guaraní–Familien im Chaco leben in Sklaverei

(Lima, 22. April 2010, noticias aliadas).- Die Interamerikanische Kommission für Menschenrechte CIDH (Comisión Interamericana de Derechos Humanos) äußert sich in einem Bericht vom 20. April besorgt über die Situation von etwa 600 Guaraní–Familien in der landwirtschaftlich geprägten Chaco–Region im Süden Boliviens. Der in Washington ansässigen Menschenrechtskommission zufolge leben die Indigenen in De–facto–Sklaverei. An der Zwangsarbeit hätten auch die Anstrengungen der Regierung von Boliviens Präsident Evo Morales zur Beendigung der skandalösen Lage nichts ändern können, heißt es weiter in dem Bericht, der im Rahmen eines Besuchs in der Region im Jahr 2008 entstanden ist. […]


Paraguay

Luftangriff mit Pestiziden: Sojaproduzent*innen besprühen indigene Gemeinden

von Marta Escurra(Lima, 22. November 2009, semlac).- Am Morgen des 6. November rannte Jorgelina Portillo, eine junge Frau der Gemeinschaft der Avá Guaraní aus Itakyry im Departement Alto Paraná, 407 km östlich von Asunción, zu ihrer strohgedeckten Holzhütte, um ihre sechs Kinder in Sicherheit zu bringen. Sie warnte die Kinder, dass sie unter keinen Umständen das Haus verlassen dürften, weil ihr Leben in Gefahr sei. […]


Guaraní / Roosewelt-Pinheiro-ABr, wikipedia
Brasilien

Zwei Guaraní in Mato Grosso do Sul nach Angriff vermisst

(Fortaleza, 04. November 2009, adital).- Wie Indígenas der Guaraní-Kaiowá mitteilten, werden die beiden Lehrer Olindo Verá und Genivaldo Verá seit dem 30. Oktober vermisst, nachdem sie von einer bewaffneten Bande in der Nähe der Stadt Paranhos im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso do Sul attackiert worden waren. Am 4. November hieß es, dass die beiden Lehrer tot aufgefunden worden seien. Diese Meldung wurde jedoch später vom Missionarischen Rat der Indigenen CIMI (Conselho Indigenista Missionário) dementiert. […]


Bolivien

40.000 Hektar Land für Guaraníes

(Rio de Janeiro, 16. Februar 2009, púlsar).- Die bolivianische Regierung hat bekannt gegeben, Guaraní-Indígenas im Alto Parapetí, Departement Santa Cruz, 40.000 Hektar Land übergeben zu wollen. Das Land gehört fünf Großgrundbesitzerfamilien, die es brach liegen lassen, es erfülle also keine ökonomischen und sozialen Funktionen, so die Regierung. […]


Brasilien

Schleichende und kontinuierliche Auslöschung von Indígenas

(Montevideo, 16. Januar 2009, comcosur).- Im Jahr 2008 wurden nach Angaben des Missionsrates für indigene Völker CIMI (Consejo Indigenista Misionero) 53 Guaraní–Kaiowá ermordet, 40 davon allein im Bundesstaat Mato Grosso do Sul, im zentralen Westen Brasiliens. Der CIMI prangerte dies als Völkermord an der Ethnie der Guaraní-Kaiowá an. […]