Gewaltsamer Räumungsversuch gescheitert

paraguay desalojo. Foto: Servindi(Lima, 18. Juni 2014, servindi/telesur).- Am 15. Juni versuchte ein privater Sicherheitsdienst zum wiederholten Mal, eine Gruppe Indigener von ihrem Gelände im paraguayischen Department Canindeyú zu räumen. Bei den Auseinandersetzungen gab es einen Toten und zwölf Verletzte. Der Tote war Angehöriger des Wachschutzes, der von einem Viehwirtschafts-Unternehmen angeheuert worden war. Die 140 Indigenen der Ava Guaraní konnten eine Räumung im Auftrag des Besitzers der Farm Laguna im Distrikt Corpus Christi jedoch verhindern. Sie sehen das Land als heilig an und betonen, dass dort schon ihre Vorfahren gelebt hätten.

Der Vorsitzende des Nationalen Indigenen-Instituts (Instituto Nacional del Indígena), Jorge Servin, bezeichnete den Räumungsversuch als illegal. Er widersprach auch der Version der Staatsanwaltschaft, die das Viehwirtschafts-Unternehmen unterstützte und den Indigenen vorwarf, Feuerwaffen gegen die Wachschützer eingesetzt zu haben und so für den Toten und die Verletzten verantwortlich zu sein. Vielmehr, so Servin, seien die Schussverletzungen durch „friendly fire“ der eigenen Wachschützer hervorgerufen worden, die das Gelände umzingelt und das Feuer eröffnet hätten. Die Indigenen besäßen keine Feuerwaffen und hätten nicht einmal Geld, welche zu kaufen, so der Funktionär.

Schussverletzungen durch „friendly fire“?

Vielmehr seien es die Viehzüchter gewesen, die das Gesetz verletzt hätten, indem sie ein Privatunternehmen für die Räumung engagiert hätten. Dafür seinen lediglich die Ordnungskräfte zuständig. Erschwerend komme hinzu, dass die Sicherheitsfirma keinen legalen Status habe. Servin kritisierte die Staatsanwaltschaft dafür, diese Situation hingenommen und die Indigenen für die Vorfälle verantwortlich gemacht zu haben. Er versicherte, sein Institut werde sich für einen Dialog einsetzen.

Acht Indigene, unter ihnen eine schwer verletzte Frau, werden noch in den Krankenhäusern rund um Corpus Christi behandelt. Die Indigenen kontrollieren noch immer die Ländereien, nachdem sie die Wachschützer zum Rückzug gezwungen hatten. Im Mai waren sie schon einmal von dort geräumt worden.

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