Amnesty International: Kampagne für Guaraní-Kaiowá wegen bewaffnetem Landkonflikt

von Natasha Pitts

(Fortaleza, 21. September 2010, adital).- Die Guaraní-Kaiowá aus der Gemeinde Y’poí im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso do Sul sind auf ihr Land zurückgekehrt, nachdem die Demarkierung seit fast einem Monat nicht vorangekommen war. Das Land der Gemeinde Y’poí beanspruchen auch Großgrundbesitzer*innen für sich, die den Ort mit bewaffneten Söldnern weitestgehend abgeriegelt haben. Amnesty International hat aus diesem Grund dazu aufgerufen, bis zum 22. Oktober Protestschreiben an den brasilianischen Justizminister sowie den Sonderbeauftragten für Menschenrechte zu richten.

Laut Amnesty verhindern die Bewaffneten den Zugang zum Ort Y’poí. Den rund 80 Bewohner*innen fehlt es an Wasser, Nahrung, sanitärer Versorgung und Bildungsmöglichkeiten. Mit Schreiben in verschiedenen Sprachen soll Druck auf die brasilianischen Behörden ausgeübt werden. Diese sollen die Sicherheit der Guaraní-Kaiowá gewährleisten und für freien Zugang zu Wasser, Nahrung und medizinischer Betreuung sorgen. Als Garanten sollen die brasilianische Gesundheitsbehörde FUNASA (Fundação Nacional de Saúde – FUNASA) und die Bundespolizei fungieren.

Bereits in der Vergangenheit gingen Klagen bei der Staatsanwaltschaft, der Indigenenbehörde FUNAI (Fundação Nacional do Índio) und der Polizei von Mato Grosso do Sul ein, weil den Indígenas elementare Rechte nicht gewährt worden waren. Bislang sei jedoch keinerlei konkrete Maßnahme ergriffen worden, um die Situation zu verbessern, beklagen Menschenrechtsorganisationen. Ein deutlicher Beleg hierfür ist der Umstand, dass die Indígenas seit 2007 darauf warten, dass ihnen das Land, auf dem sie seit Generationen leben, als Besitz zugesprochen wird. Damals unterzeichnete die Staatsanwaltschaft von Mato Grosso do Sul ein Abkommen mit der FUNAI in dem vorgesehen war, 36 angestammte Gebiete der Guaraní-Kaiowá bis spätestens April 2010 zu identifizieren und abzugrenzen, um sie später zu demarkieren.

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