Genozid


Kolumbien

Kolumbien feiert Waffenstillstand

Das Abkommen zwischen Farc-Guerilla und der Regierung von Präsident Juan Manuel Santos über einen bilateralen Waffenstillstand ist in Kolumbien mit großer Freude aufgenommen worden. Zugleich betonten Vertreter*innen sozialer Organisationen und politischer Bewegungen, dass es sich nur um einen ersten Schritt hin zu einem „umfassenden Frieden mit sozialer Gerechtigkeit“ handle. Die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (Farc) und die Regierung haben sich nach fast dreijährigen Verhandlungen vergangene Woche auf die Niederlegung der Waffen und Sicherheitsgarantien für oppositionelle Kräfte geeinigt. […]


Der Ex-Diktator macht auf verhandlungsunfähig. Foto: Cerigua/La hora
Guatemala

Neuer Prozess gegen Ríos Montt suspendiert

(Guatemala-Stadt, 08. Januar 2016, cerigua/poonal).- Die erneute Verschiebung des Prozesses bezeichnete Amnesty International denn auch als eine „Schande“ und eine „Ohrfeige für die Opfer“. Erika Guevara-Rosas erklärte, in dem Ríos Montt erneut der Justiz entkomme, spielten die guatemaltekischen Behörden ein grausames Spiel mit den zehntausenden Opfern, die es in der Amtszeit von Ríos Montt gegeben hat. […]


Rios Montt am 29.Verhandlungstag im Mai 2013 / Foto: coolloud, CC BY NC ND 2.0, flickr
Guatemala

Zwei Mal Ríos: der eine nicht prozessfähig, die andere darf nicht kandidieren. Vorläufig

(Montevideo, 09. Juli 2015, la diaria).- Die Verteidigung von José Efraín Ríos Montt war sich sicher, dass der guatemaltekische Ex-Diktator einen Schuldspruch wegen Völkermordes aufgrund des Ermordung von 1.771 Indigenen vom Volk der Ixil während seiner Regierungszeit vom März 1982 bis August 1983 würde umgehen können. Im Jahr 2013 war Ríos Montt bereits zu 80 Jahren Haft verurteilt worden, doch nur wenige Tage danach kam das Verfassungsgericht zu dem Schluss, dass es Unregelmäßigkeiten im Prozess gegeben habe, annullierte die richterliche Entscheidung und verfügte, dass eine erneute mündliche Verhandlung stattfinden müsse. […]


Die Rechte der Indigenen Brasiliens werden oft weiterhin mit Füßen getreten. Foto: Adital
Brasilien

Amazonasgebiet: Selbstbedienungsladen für die ganze Welt?

von Egydio Schwade* (Fortaleza, 30. April 2015, adital).- Spanier, Portugiesen, Holländer, Engländer – die Invasoren des Amazonasgebietes von 1540 bis zum Ende der Kolonialzeit Brasiliens, ebenso wie die ihnen folgenden Machthaber*innen in der Region hatten, bis zum heutigen Tag, nichts anderes im Sinn als einzufallen, zu verwüsten, die Reichtümer aufzuspüren und zu plündern. Die Menschen, die im Amazonasgebiet leben, sind nur nützlich, wenn sie akzeptieren, dass sie Sklav*innen der Invasor*innen sind, ihnen Nahrungsmittel und ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen. Die in Brasilien unter dem Namen PEC 215 diskutierte Verfassungsänderung zielt darauf ab, den indigenen Völkern die Herrschaft über ihr angestammtes Land zu entreißen, um sie an die zahlreichen gierigen Interessenten zu übergeben. […]


brasilien figueiredo-report. Foto: Adital
Brasilien

„Verschwundener“ Bericht beschreibt Gräueltaten an Indigenen

(Fortaleza, 30. Mai 2013, adital).- 45 Jahre nach seiner scheinbaren Vernichtung ist ein Dokument aufgetaucht, das von den Verbrechen an der indigenen Bevölkerung während der brasilianischen Militärdiktatur berichtet. Der Bericht umfasst rund 7.000 Seiten und beschreibt ausführlich die Folterungen, Landenteignungen, Vergiftungen, Vergewaltigungen und den Genozid an der indigenen Bevölkerung im Zeitraum der 1940er bis 1960er Jahre. Einige indigene Gruppen wurden dabei komplett ausgelöscht. Der Bericht nennt Großgrundbesitzer und die Indigenenschutzbehörde SPI (Servicio de Protección Indígena, Vorgängerin der FUNAI, Anm.d.R.) als Urheber der Straftaten.   […]


Ros Montt. Foto: Archiv
Guatemala

Staatsanwaltschaft plant Prozess gegen Ex-Diktator Montt

(Buenos Aires, 29. März 2012, púlsar).- Die guatemaltekische Staatsanwaltschaft hat vor, den ehemaligen Diktator Ríos Montt wegen Völkermordes vor Gericht zu stellen. Sie sieht es als erwiesen an, dass über 1.700 Morde auf Befehl des ehemaligen Generals und Putschisten verübt wurden. Zudem wird Ríos Montt beschuldigt, über ein Dutzend Massaker gegen die indigene Bevölkerung im Norden Guatemalas angeordnet zu haben. Diese Morde wurden während des Bürgerkrieges verübt, der in dem Land von 1960 bis 1996 herrschte. […]


Guatemala

Verbrechen im Bürgerkrieg – Militärs erstmals vor Gericht

(Buenos Aires, 22. Juli 2011, púlsarprensa latina-poonal).- Erstmals in der Geschichte Guatemalas müssen sich vier Militärs einer Eliteeinheit wegen Verbrechen im Bürgerkrieg verantworten. Oberstleutnant Carlos Antonio Carías und die Unter-Ausbilder Manuel Pop, Daniel Martínez und Reyes Collin werden vor dem Obersten Hochsicherheitsgericht von Guatemala (Tribunal Primero de Alto Riesgo de Guatemala) wegen eines Massakers angeklagt.  […]


Foto: Archiv
Guatemala

Ríos Montt streitet Verantwortung für Genozid ab

(Guatemala-Stadt, 28. Oktober 2010, cerigua).- Der General Efraín Ríos Montt war von 1982 bis 1983 De-facto-Präsident von Guatemala. Befragt zu Aussagen von Daniel Goldhagen, Politologe und Historiker, stritt er seine Verantwortung für den Tod tausender von Menschen während der bewaffneten Auseinandersetzungen im Land ab. Goldhagen hatte ihn in seinem Buch „Schlimmer als der Krieg“ mit Adolf Hitler verglichen. […]


Argentinien

Zwei Jahre ist der Zeuge Julio López schon verschwunden

(Rio de Janeiro, 18. September 2008, púlsar).- Der 18. September 2006 war der letzte Tag, an dem Jorge Julio López lebend gesehen wurde. Er hatte in einem Genozid-Prozess als Kronzeuge gegen Miguel Etchecolatz, ehemaliger Polizeikommandeur der Provinz Buenos Aires, ausgesagt. Obwohl López während des Prozesses bedroht wurde, gab es keine besonderen Vorkehrungen, um für seine Sicherheit zu sorgen. Am gleichen Tag, an dem Etchecolatz aufgrund der umfangreichen Aussagen López wegen Folter und Mord zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt wurde, verschwand Julio López, diesmal unter einer demokratisch gewählten Regierung. […]


El Salvador Guatemala Lateinamerika USA

onda-info 165 – Guatemala Spezial

„Sorge Dich nicht, mein Schatz, es kommen bessere Zeiten“: Die von dünnen Stimmen geträllerte Schnulze ist derzeit der Smash-Hit auf Guatemalas Straßen. Am 9. September findet in Guatemala der erste Wahlgang zu den Präsidentschaftswahlen statt und jede Partei, die etws auf sich hält, schickt ein schauerliches Lied ins Rennen. Bessere Zeiten hat Guatemala bitter nötig: Das Land ist von Gewalt gezeichnet.  […]


Poonal Nr. 068

Deutsche Ausgabe des wöchentlichen Pressedienstes lateinamerikanischer Agenturen Nr. 68 vom 02.11.1992 Inhalt GUATEMALA Krieg gegen den Drogenhandel Rigoberta Menchú: Die dreifache Diskriminierung der Frauen HAITI Gewerkschaften kämpfen für Rückkehr zur Demokratie ECUADOR Proteste gegen die Schockmaßnahmen PERU Schwarze Bevölkerung kämpft gegen Diskriminierung CHILE Bespitzelt Geheimdienst Politiker? GUATEMALA Krieg gegen den Drogenhandel (Guatemala, 26. Oktober 1992, Cerigua-POONAL).-  […]