FEBEM
Die FEBEM, Kurzform für Fundação Estadual do Bem-Estar do Menor, wurde1976 als staatliche Einrichtung zur Betreuung bedürftiger und straffälliger Minderjähriger gegründet. Schon nach wenigen Jahren häuften sich Berichte und Beschwerden über mangelhafte hygienische Zustände und außerordentliche Gewalt. Zu trauriger Berühmtheit gelangte die FEBEM-Einrichtung in São Paulo, als im Herbst 1999 im Zuge eines Massenaufstands in der überfüllten Einrichtung vier Jugendliche getötet wurden. In den zwei Jahren zuvor waren bei Inspektionen verschiedene Folterinstrumente beim Personal gefunden worden, es wurde der erbärmliche Gesundheitszustand vieler Insassen festgestellt, und es gab Berichte, dass die Jugendlichen erst geschlagen und dann gezwungen werden, eiskalt zu duschen, damit die Blutergüsse nicht so riesig werden. Eine Amnesty International-Untersuchung der Ereignisse und der Vorgeschichte der Krise trägt den Titel „A waste of life“ – verschwendetes Leben. Im Jahr 2005 kam es zu schweren Ausschreitungen, zahlreichen Revolten, Massenausbrüchen und Geiselnahmen. Im November flohen über 300 Jugendliche gleichzeitig aus der berüchtigten Einrichtung Tatuapé. Einige Monate später wurde die FEBEM geschlossen; an ihre Stelle trat die Fundação CASA.
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