Journalist*innen wird internationaler Schutz verwehrt

CONADEH-Präsident Ramón Custodio(Mexiko-Stadt, 07. Juli 2011, cimactelesurprensa latina-poonal).- Die Interamerikanische Menschenrechtskommission CIDH (Comisión Interamericana de los Derechos Humanos) hat Schutzmaßnahmen für die Journalist*innen Xiomara Orellana und Carlos Chinchilla abgelehnt. Bereits vor zwei Jahren hatte der Vorsitzende der Nationalen Menschenrechtskommission von Honduras CONADEH (Comisionado Nacional de los Derechos Humanos), Ramón Custodio, von der CIDH derartige Maßnahmen gefordert.

In einer Stellungnahme kritisierte Custodio Anfang Juli die Entscheidung der CIDH als „nicht zu rechtfertigen“. Sie laufe dem Anliegen, das Leben und die Integrität honduranischer Journalist*innen zu schützen, völlig zuwider.

Unzureichender Schutz durch honduranische Behörden

Orellana und Chinchilla seien wiederholt von Kleinkriminellen, Mitgliedern der Drogenmafia, dem organisierten Verbrechen und Angehörigen der Sicherheitsorgane bedroht worden. Die Journalistin Orellana hätte Strafanzeige gestellt, doch von den Behörden keinerlei Schutz erhalten. So habe Xiomara Orellana erklärt, sie sei weder von lokalen, regionalen noch internationalen Organen geschützt worden, versicherte der Leiter der CONADEH. Carlos Chinchilla habe hingegen erklärt, der ihm zugestandene Schutz durch die Nationalpolizei sei nur sporadisch erfolgt und völlig unzureichend.

Die Interamerikanische Menschenrechtskommission überlasse diese Journalist*innen der Schutzlosigkeit, denn der honduranische Staat lege in der Sache ein völliges Desinteresse an den Tag, so Custodio. „Man verweigert ihnen die Anerkennung als Subjekte, die Menschenrechte haben“, unterstrich der Leiter der CONADEH.

Morde gleichen sich und bleiben straffrei

Laut CONADEH sind von Oktober 2007 bis März 2011 in Honduras 17 Journalist*innen ermordet worden. Erst am vergangenen 4. Juli war in der Stadt La Ceiba der Medienaktivist Adán Benítez von Unbekannten erschossen worden. Benítez war seit mehr als 15 Jahren im Medienbereich tätig und befand sich auf dem Weg nach Hause, als die Täter*innen das Feuer eröffneten. In der Woche zuvor hatte er in einer Nachrichtensendung von „Canal 45 de La Ceiba“ über eine Bande von Autodieben berichtet.

Allein von März 2010 bis heute sind 12 Medienaktivist*innen und Journalist*innen unter ähnlichen Umständen ums Leben gekommen. Die Mehrheit der Fälle ist bisher straffrei.

 

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