Auslandsschulden

Auslandsschulden sind die Summe aller Schulden, die ein Staat gegenüber ausländischen Gläubigern hat. Vor Allem die drastischen Ölpreissteigerungen der Jahre 1973/1974 und 1979/1980 machten auf Seiten der Länder des globalen Südens Kreditaufnahmen im Ausland notwendig. Die expansive Haushaltspolitik und restriktive Geldpolitik der USA nach dem zweiten Ölpreisanstieg führten zu einem Anstieg des Dollarkurses und des internationalen Zinsniveaus. Die Stabilitätspolitik der USA verursachte eine weltweite Rezession, die zu einem Verfall der Rohstoffpreise und damit zu sinkenden Exporterlösen der Länder des globalen Südens führte. Banken vergaben dann großzügige Kredite an diese Länder, wobei das sog. Zinsrisiko aufgrund von sog. Zinsgleitklauseln bei den Ländern lag. Der später einsetzende extreme Zinsanstieg hatte entsprechende Folgen. Zudem waren die Forderungen in Dollar nominiert, sodass die Verschuldung stark vom Wechselkurs abhängig ist. Die hohe Auslandsverschuldung der Länder bewirkte ihre abnehmende Kreditwürdigkeit, sodass Banken sich mit weiteren Krediten zurückhielten. Überhöhte Staatsausgaben (Rüstungsausgaben) und eine expansive Geldpolitik führten zu einem Vertrauensverlust der Bürger*innen der Länder in die eigenen Währungen (Kapitalflucht).

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