Steigende Schulden gefährden die Zukunft

Schulden
Die Initiative LATINDAAD kämpft auch für Steuergerechtigkeit.
Foto: Global Alliance for Tax Justice via flickr
CC BY-NC 2.0

(Quito, 26. November 2025, Prensa Latina).- Ecuador befindet sich derzeit auf einem der kritischsten Verschuldungsniveaus Lateinamerikas. Die finanzielle Last habe sich zu einer regelrechten „Schneeball“-Situation entwickelt, die die Zukunft mehrerer Generationen ernsthaft bedroht, warnt die Expertin Patricia Miranda, Koordinatorin für Neue Finanzarchitektur des Lateinamerikanischen und Karibischen Netzwerks für Wirtschaftliche, Soziale und Klimagerechte Gerechtigkeit Latindadd (Red Latinoamericana y del Caribe por Justicia Económica, Social y Climática;). Das südamerikanische Land gehört zu den sechs am stärksten verschuldeten Ländern der Region. Wie Miranda während eines Pressegesprächs im Rahmen der Regionalen Konferenz über Schulden und Finanzarchitektur erklärte, wächst das Schuldenproblem, das einen großen Teil des nationalen Bruttoinlandsprodukts beansprucht, kontinuierlich an und ist immer schwieriger zu bewältigen.

Lateinamerika zahlt bis zu 2,8 Mal höhere Zinssätze als Industrieländer“

Bei der Veranstaltung in Quito betonte Miranda, dass 58 Prozent der ecuadorianischen Staatsverschuldung Auslandsschulden bei multilateralen Gläubigern sind, darunter der Internationale Währungsfonds (IWF) und Inhaber von Staatsanleihen. „Ecuador ist heute nach Argentinien das meistverschuldete Land gegenüber dem IWF“, sagte die Ökonomin. Die Schuldentilgung beanspruche bereits 21 Prozent der Staatseinnahmen – ein Anteil, der dann entscheidenden Mitteln für Gesundheit, Bildung und sozialen Schutz fehlt. „Lateinamerika zahlt bis zu 2,8 Mal höhere Zinssätze als Industrieländer. Diese Kosten erhöhen die sozialen Belastungen und vertiefen die Ungleichheiten“, fügte die Expertin hinzu. In diesem Zusammenhang erklärte sie, dass Entscheidungen über die Regeln der Verschuldung in geschlossenen Räumen wie dem IWF oder dem Pariser Club getroffen werden, in denen lateinamerikanische Länder weder Stimme noch echtes Mitspracherecht haben.

Angesichts dieser Situation empfiehlt Ecuador sowohl sofortige als auch strukturelle Maßnahmen, darunter tiefgehende Umschuldungen, um die Belastung des Staatshaushalt durch die Schulden zu reduzieren, sowie eine nationale Gesetzgebung, welche Transparenz und Rechenschaftspflicht vorschreibt. Miranda betonte, dass Ecuador und die übrigen lateinamerikanischen Staaten als geschlossener Block agieren müssten, um alternative Bedingungen für ihre bestehenden Schulden neu auszuhandeln.

Übersetzung: Antonia Mitko

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