Operación Cóndor

Auch: Plan Cóndor. Unter diesem Decknamen betrieben in den 70er und 80er Jahren die Militärregierungen von Argentinien, Chile, Paraguay, Uruguay, Bolivien und Brasilien mit Billigung der USA die Ausschaltung von Regimegegner*innen. Die USA sahen sich durch die folternden und mordenden Diktaturen in der Bekämpfung des Kommunismus unterstützt. Das FBI lieferte Abhörgeräte und gab Trainingskurse für Spionageabwehr und Terrorbekämpfung. Die Operation richtete sich neben linken Oppositionellen auch gegen Geistliche und Menschenrechtsorganisationen. Martin Almada, paraguayischer Universitätsprofessor für Menschenrechte und selbst Opfer der Diktatur Alfred Stroessners, entdeckte 1992 in einer Polizeistation das „Archiv des Schreckens“, das mehrere Tonnen Dokumente umfasste. Dank der detaillierten Berichte über Folterungen, Pässe und abgefangenen Briefe aus verschiedenen Ländern Südamerikas konnten die kriminellen Machenschaften der Diktaturen Lateinamerikas erheblich besser rekonstruiert werden. Nach Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen wurden im Zuge der Operation etwa 50.000 Menschen ermordet, 35.0000 verschwanden und rund 400.000 wurden verhaftet.

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