Chicago Boys

Gruppe einflussreicher chilenischer Ökonomen, die ab Mitte der 1950er Jahre in den USA (meist in Chicago) studiert hatten und den marktorientierten neoliberalen Konzepten von Milton Friedman und Friedrich August von Hayek anhingen. In dem Buch „El Ladrillo“ formulierten sie ihr Konzept. Während der chilenischen Diktatur (1973 bis 1990) stellten sie Wirtschafts- und Finanzminister sowie den Chef der Zentralbank. Sie unterzogen Chile einer „Schocktherapie“ im Sinne einer neoliberalen Wirtschaftsdoktrin. Ohne demokratische Kontrolle und ohne Rücksicht auf Fragen der Menschenrechte oder der Versorgungslage der Bevölkerung machten sie Chile zu einem Experimentierfeld für weitgehende Deregulierungs- und Privatisierungskonzepte. Einige Chicago Boys kehrten nach ihrer weitgehenden Entmachtung Anfang der 1980er oder nach der Demokratisierung an die Universitäten zurück. Andere fingen an, für chilenische Banken und Unternehmen zu arbeiten. Viele konnten sich jedoch auch als internationale Berater etablieren oder traten in Denkfabriken ein. Der Neoliberalismus prägt Chile bis heute.

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