Abholzung im Chaco um mehr als 20 Prozent gestiegen

Abholzung im Chaco für Viehwirtschaft / peer V, wikipedia(Lima, 25. Januar 2012, noticias aliadas).- In der westlichen Region des Chaco gingen im vergangenen Jahr mehr als 286.000 Hektar Wald verloren. Das sind 23 Prozent mehr als 2010, wie ein am 16. Januar veröffentlichter Bericht der Umweltorganisation Guyra Paraguay feststellt. Der Chaco macht in Paraguay eine Fläche von 14 Mio. Hektar aus, die natürlicherweise mit Wald bedeckt sind.

 

Dieses Gebiet sei “Quelle des traditionellen Lebens der indigenen Gemeinden, beherbergt eine reiche Artenvielfalt und stellt ein Potential für die wirtschaftliche Entwicklung und die Ernährungssicherheit, sowohl Paraguays als auch der Welt, dar“, schreibt die Organisation auf ihrer Internetseite und kritisiert, dass “die gegenwärtigen gesetzlichen Bestimmungen eine ausgeglichene Balance zwischen Erhalt, Produktion und Entwicklung” nicht angemessen unterstützen.

Drei Viertel der Abholzung des Chaco erfolgt in Paraguay

Das Ökosystem des Chaco, das 60 Prozent des paraguayischen Territoriums (14 Mio. Hektar) und natürlicherweise mit Wald bedeckt ist, ist Teil des Gran Chaco Americano, einer riesigen Ebene mit Trockenwäldern und Dornbuschsavannen und einer Ausdehnung von 1,5 Mio. km². Der Gran Chaco erstreckt sich über Paraguay, Argentinien, Bolivien und Brasilien.

Von diesen vier Ländern, über die sich der Gran Chaco erstreckt, ist der Anteil der Abholzung in Paraguay am größten (76 Prozent), gefolgt von Argentinien (21 Prozent) und Bolivien (2 Prozent). In Brasilien wurden keine Fälle von Abholzung für diese Region registriert.

Auch der Anteil ehemaliger Waldgebiete, die nun landwirtschaftlich genutzt werden, ist im vergangenen Jahr größer geworden: Waren es im Jahr 2011 noch 33.200 Hektar, so seien im letzten Jahr 42.900 Hektar einstiger Waldgebiete in landwirtschaftliche Nutzung übergegangen, erklärte der Vorsitzende von Guyra Paraguay, Alberto Yanosky.

Täglich verschwinden 295 Hektar Wald

In Argentinien würden täglich 295 Hektar Wald verloren gehen, so Yanosky. Die Abholzungen dort würden „innerhalb von Schutzgebieten durchgeführt“, die auf der Karte zur Raumordnung der Urwälder der Provinz Salta ausgewiesen sind, unterstrich der Vorsitzende der Umweltorganisation. Guyra Paraguay fordert von den Regierungsbehörden eine Analyse der Lage im Chaco und Gesetzesregelungen, mit denen der zunehmenden Abholzung Einhalt geboten werden kann.

 

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