Argentinien #19F: Wieder landesweite Proteste für das Recht auf Abtreibung

Pañuelazo in Buenos Airea
Foto: ANRed

(Buenos Aires, 21. Februar 2019, ANRed).- Der 19. Februar ist zu einem weiteren Tag des feministischen Kämpfens und Zusammenkommens geworden, seit vor einem Jahr der erste landesweite „Pañuelazo“ durchgeführt wurde. Die grünen Halstücher (pañuelos) sind das Symbol der Bewegung für das Recht auf Abtreibung und dürfen bei keinem Protestmarsch fehlen. Bisher wurde das neue Gesetz zur Legalisierung von Abtreibung nur im Abgeordnetenhaus verabschiedet, der Senat stimmte dagegen.

An diesem 19. Februar 2019 kamen wieder tausende Frauen gleichzeitig in mehrere Städten zusammen, um die Legalisierung der Abtreibung, die Anwendung des Gesetzes 26.150 zur umfassenden Sexualerziehung in den Schulen sowie die Umsetzung der Möglichkeit eines Schwangerschaftsabbruchs durch den Paragraph 86 des Strafgesetzbuches, zu fordern.

 

Pañuelazo in Mendoza
Foto: ANRed

Gabriela Dik, Psychologin und Mitglied vom Netzwerk Mitarbeiter*innen im Gesundheitssektor für das Recht auf Entscheidung, sagt, dass „es ein schwieriges Jahr war, aber in der Provinz Mendoza haben wir einige interessante Dinge erreicht. Das Programm zur sexuellen und reproduktiven Gesundheit versucht zu begleiten. Wir haben im Jahr 2017 vier bis fünf Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt, 2018 waren es bereits 50. Trotzdem gehen die Abtreibungen im Geheimen weiter. Aber wir werden immer mehr im Gesundheitssektor, die versuchen dieses Recht zu garantieren“. Nora Llaver, Teil der Landesweiten Kampagne für das Recht auf legale, sichere und kostenlose Abtreibung, versichert, dass „sie solche Aktionen öffentlich unterstützen, um zu zeigen, dass wir nicht schlafen, dass wir weiter kämpfen und dass wir ein Projekt haben, dem die Abgeordneten bereits zugestimmt haben und das dieses Jahr wieder zur Abstimmung vorgelegt werden wird. Wir fordern, dass sie sich bei diesem Recht, das das Leben von Frauen und Mädchen retten kann, auf unsere Seite stellen“.

Der Protest klagt auch andere Gewaltanwendungen gegen Frauen an, darunter auch die extremste Form der Femizide, und macht sie sichtbar. Im Jahr 2018 wurden laut einer Untersuchung der feministischen Organisation Mumala (Mujeres de la Matria Latinoamericana) 259 Femizide registriert und in den ersten 20 Tagen des Jahres 2019 kam es bereits zu 11 Femiziden. Die Tendenz ist steigend. Dazu Nora Llaver: „es geht um das Leben unserer Compañeras, der Frauen, Mädchen, Transpersonen und Travestis, die allein wegen dem Hass auf Frauen ermordet werden. Diesen Hass, den gab es zwar schon immer, aber in diesen Krisenzeiten hat er sich verschärft. Wir sagen Basta, wir organisieren uns weiterhin und kämpfen“.

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