
(Washington/San Juan, 4. September 2026, democracy now).- Die Karibikinsel Puerto Rico hat mit einer schweren Wasserkrise zu kämpfen. Eine Rekorddürre hat zu einem starken Wassermangel und seit Juli zur Rationierung der Wasservorräte geführt. Das hätte, laut Anwohner*innen, mit einer besseren Wartung der Infrastruktur vermieden werden können.
Bereits vor Jahren hatten Klimaexpert*innen gewarnt, dass es wahrscheinlich wäre, dass die sich verändernden klimatischen Bedingungen in der Karibik die bereits bestehenden Probleme mit der Infrastruktur verschärfen. Doch anstatt sich um die Gründe für den Wassermangel zu kümmern, wird die Privatisierung der Wasserversorgung gerechtfertigt – mit dem Argument, dass die Regierung bereits den Ruf habe, untätig zu bleiben und bei den öffentlichen Dienstleitungen zu versagen. Das berichtet der Filmemacher Juan Carlos Dávila in einer Reportage aus Puerto Rico für Democracy Now.
Puerto Rico gehört zu den USA, ist aber kein eigener Bundesstaat. Vor zehn Jahren haben die USA für Puerto Rico das so genannte „Promesa“-Gesetz“ beschlossen (promesa=Versprechen), um die Schulden des US-Territoriums über einen Aufsichtsrat neu zu strukturieren. Dieser nicht demokratisch gewählte Rat wird von der Bevölkerung „La Junta“ genannt und hat bis heute große Befugnisse, um die Steuer- und Landespolitik zu bestimmen.
„Es ist ganz offensichtlich, dass ‚La Junta‘ nicht den Interessen der Bevölkerung von Puerto Rico dient“, kritisiert Dávila. „Es hat definitiv den Interessen der Gläubiger und derjenigen gedient, die die in Puerto Rico entstandenen Schuldtitel ausgegeben oder gekauft haben.“
Wasserkrise könnte zu mehr Privatisierung führen von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

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