
(Tuxtla Gutiérrez, 1. Oktober 2025, amerika21).- Im südmexikanischen Bundesstaat Chiapas haben die Zapatistas der EZLN (Ejercito Zapatista de Liberación Nacional) ihre Vertreibung von einem Grundstück öffentlich gemacht. Bei der Vertreibung können die angeblichen Besitzer auf die Unterstützung von staatlichen Stellen zählen. Das Ackerland im Dorf Belén in der Gemeinde Ocosingo war seit dem Aufstand von 1994 im Besitz der Zapatistas und wurde von zapatistischen und nicht-zapatistischen Familien gemeinsam mit Mais bepflanzt. Laut einer Erklärung der Versammlung der „Kollektive der zapatistischen autonomen Regierungen“ beanspruchen nun 30 Personen aus der Gemeinde Huixtán das Landstück, angeblich mit einem Landtitel. Aufgrund der Drohungen dieser Personen während der letzten Monate zogen sich die Zapatistas zurück, um ihre Verteidigung zu planen.
Mitte September bezogen 15 Personen aus Huixtán auf dem Grundstück Stellung. Sie wurden von neun Pickups der Armee, der Polizei von Ocosingo sowie der Staatsanwaltschaft eskortiert. Die indigene Bewegung veröffentlichte Fotos und Videos, welche den Konvoi „im Dienste der Finqueros von Huixtlán“ dokumentieren. Die angeblichen Besitzer zündeten die Unterkünfte an und stahlen den angepflanzten Mais. Verhandlungen sind bisher gescheitert.
Die Staatsanwaltschaft von Chiapas bestätigte in einer Pressemitteilung, dass das 47 Hektar umfassende Grundstück namens Copropiedad Huixtán „in Anwesenheit von Ordnungskräften und unter Beisein der Regierungsdelegation von Ocosingo“ an die Eigentümer übergeben worden sei. Im Inneren des Geländes hätten sich keine Personen befunden, zwei Holzhäuser mit Blechdächern seien zerstört worden, so die Behörden.
Die Versammlung der Kollektive der zapatistischen autonomen Regierungen erinnerte daran, dass die ursprünglichen Besitzer dieses Landstücks 1996 vom Staat entschädigt wurden. Im Zuge des bewaffneten indigenen Aufstands von 1994 besetzten die Unterstützer*innen der Zapatistischen Armee der Nationalen Befreiung (EZLN) insgesamt 41.937 Hektar Land, welches sich Großgrundbesitzer angeeignet hatten. Eine Reihe von weiteren Bauernorganisationen nutzten den politisch günstigen Moment ebenfalls für Landnahmen in Chiapas. Rund 400 Großgrundbesitzer aus Ocosingo, Altamirano und Las Margaritas waren von der Rebellion ihrer Landarbeiter*innen betroffen.
Der Staat entschädigte einen Großteil der Finqueros, wobei die Regierung diese Entschädigungszahlungen nie transparent machte, wie die Juristin Magdalena Gómez betonte. Die Rechtsunsicherheit der besetzten Ländereien ist der Auslöser für die meisten Angriffe auf die zapatistische Basis, die das Land bewirtschaftet.
In ihrem Protestschreiben beschuldigt die Aufstandsbewegung die Regierung, „Konfrontationen und Auseinandersetzungen“ provozieren zu wollen. „Wir haben gesagt, dass wir keinen Krieg wollen, wir wollen ein gemeinschaftliches Zusammenleben, aber sie zwingen uns, uns zu verteidigen“, drohten die zivilen zapatistischen Instanzen in ihrem Schreiben.
Zapatistas warnen nach Räumungen vor Eskalation von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.
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