Vertreibung
Als (gewaltsame) Vertreibung wird die erzwungene Flucht von Menschen aus ihrem Lebensraum bezeichnet, meist infolge bewaffneter Konflikte, Gewalt oder wirtschaftlicher Interessen. In Lateinamerika ist Vertreibung ein strukturelles Problem, besonders ausgeprägt in Kolumbien, wo jahrzehntelange Konflikte, Paramilitärs, Drogenökonomie und Landraub Millionen Menschen vertrieben haben. Doch auch in Ländern wie Mexiko, Guatemala, Honduras oder Brasilien führen organisierte Kriminalität, Megaprojekte, Bergbau oder Agrarindustrie zur Vertreibung ländlicher und indigener Gemeinschaften. Vertreibung zerstört soziale Strukturen, verschärft Armut und Ungleichheit und bleibt oft unsichtbar, da viele Betroffene als Binnenvertriebene im eigenen Land leben.
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