Umstrittene Spezialeinheit wird aus Mapuche-Gebiet abgezogen

Foto: Servindi

(Lima, 12. Dezember 2018, servindi).- Nach mehreren von Anspannung und Auseinandersetzungen geprägten Wochen, hat der chilenische Präsident Sebastián Piñera angekündigt, die Spezialeinsatztruppe GOPE (Grupo de Operaciones Especiales) der Militärpolizei Carabineros aus der südchilenischen Region Araucanía abzuziehen. Dort war nach einer Auseinandersetzung zwischen den dort lebenden Mapuche und Sicherheitskräften der junge Mapuche Camilo Catrillanca durch einen Kopfschuss ums Leben gekommen.

„Wir werden die GOPE-Einheit abziehen, aber wir werden die Sondereinsatzkräfte in der Araucanía verstärken“, kündigte Sebastián Piñera inmitten der Krise um das Wiederaufflammen des Konflikts mit den Mapuche an. „Diese Einheiten werden in allen Regionen des Landes eingesetzt und sind in der Araucanía besonders notwendig. Wir werden auch den Plan für die Araucanía mit seinen vier Säulen verstärkt verfolgen: Dialog und Abkommen, wirtschaftliche und soziale Entwicklung, Aufwertung und Anerkennung der indigenen Völker, sowie Sicherheit.“

Im Moment ist jedoch der groß angekündigte Plan Araucanía lahmgelegt, mit dem ursprünglich soziale Investitionen durchgeführt und Verständigungsprojekte mit den Mapuche unterstützt werden sollten.

So stieß auch diese Entscheidung des Präsidenten umgehend auf Kritik, da sie nicht die Entmilitarisierung des Gebiets beinhaltet. Es wird lediglich das umstrittene Comando Jungla abgezogen, das Teil der GOPE ist und extra in Kolumbien trainiert wurde, um gegen die Mapuche-Bevölkerung im Süden Chiles eingesetzt zu werden. Wie Innenminister Andrés Chadwick nun erklärte, soll dieses Kommando durch eine andere Sondereinheit der Carabineros ersetzt werden.

Der Konflikt und die Auswirkungen

Die jüngsten Auseinandersetzungen zwischen den chilenischen Sicherheitskräften und den Mapuche haben einen der langlebigsten Bodenkonflikte in Lateinamerika reaktiviert. Der Konflikt rund um die Region Araucanía hat in den vergangenen Wochen seine gewalttätigste Phase des 21. Jahrhunderts erlebt. Schuld daran ist nach Meinung mehrerer lokaler Politiker*innen der Einsatz des Comando Jungla, eine der ersten Amtshandlungen von Sebastián Piñera im Zusammenhang mit dem Mapuche-Konflikt.

„So wie es aussieht, hat die Regierung endlich verstanden, dass der Einsatz des Comando Jungla ein Fehler und eine Provokation und dass seine Stationierung ein Hindernis war, um den Dialog wieder aufzunehmen“, erklärte Jaime Quintana, oppositioneller Vertreter der Araucanía im Senat.

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