Juan Manuel Santos


ELN
Kolumbien

„Alle sprechen vom Frieden, aber wir fragen uns wo er bleibt”

Eine Offensive der Nationalen Befreiungsarmee ELN (Ejército de Liberación Nacional) hat den bewaffneten Konflikt in Kolumbien wieder neu entfacht. Misstrauen prägt nun den Dialog in Quito. Besonders beunruhigt über diese Entwicklung sind die abgelegenen ELN-dominierten Gemeinden, in denen der Krieg wieder aufzuflackern droht. Daher wurden große Hoffnungen in den Besuch des neuen UNO-Generalsekretärs gesetzt. Er sollte dazu beitragen, den Dialog wieder in Gang zu bringen und das Misstrauen bezüglich des Friedenswillens der ELN zu bereinigen. Diese hatte nach Auskunft des Verteidigungsministeriums in der zweiten Januarwoche zwölf bewaffnete Angriffe verübt, eine Soldaten getötet und zwei Marinesoldaten verletzt. […]


Juan Manuel Santos und Álvaro Uribe
Kolumbien

Die Verhandlungen mit den FARC haben das politische Panorama verändert

2018 wird es in Kolumbien zwei Wahlen geben: die legislativen im März und die Präsidentschaftswahlen im Mai. Nicht nur für die Bildung des Parlaments und der Exekutive, sondern auch für die Umsetzung der mit der Guerilla der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens FARC (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia) unterschriebenen Friedensvereinbarungen, werden dies entscheidende Momente sein. Diese Verhandlungen sind die neuesten der vielen Ereignisse, die in den letzten Jahren das parteipolitische Panorama Kolumbiens fast vollständig verändert haben. Das erste Ereignis war die Distanzierung des aktuellen Präsidenten Juan Manuel Santos zu seinem Vorgänger Álvaro Uribe. […]


Kolumbien
Fokus: Erinnerung und Gerechtigkeit / Memoria y Justicia

Wichtiger Schritt im Friedensprozess: FARC geben Waffen ab

Mit der Übergabe von etwa 7.000 Waffen der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens FARC (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia) an eine Sonderkommission der Vereinten Nationen ist am 27. Juni eine lange und gewaltsame Ära in Kolumbien zu Ende gegangen. Die Übergabe der [letzten] Waffen ist entscheidend für die Umsetzung des im November 2016 zwischen der kolumbianischen Regierung und den FARC geschlossene Friedensabkommen. Nach einem halben Jahrhundert langen Konflikt beginnt für die FARC-Kämpfer*innen das Ende des Lebens im Untergrund und die Wiedereingliederung in die Gesellschaft. Es wird geschätzt, dass sich vor dem 27. Juni noch etwa 40 Prozent der Waffen in Händen der FARC befanden. […]


Guerilla am Fluss
Kolumbien

Interview mit Olga Marín, Guerillaführerin der FARC

Sie ist 56 Jahre alt und widmete 35 Jahre ihres Lebens dem bewaffneten Kampf als Guerillakämpferin der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens, FARC. Sie ist eher nur durch Zufall dazu gestoßen und es war nicht immer einfach, aber ihrer Erzählung merkt man an, dass sie stolz ist. Von Kolumbien aus, wo sie sich derzeit bis zum Abschluss des Demobilisierungsprozesses aufhält, sprach Olga Marín mit La Diaria in einem Telefon-Interview über ihre Erfahrung im Dschungel, die Herausforderungen der letzten drei Jahrzehnte und die Erwartungen an eine Zukunft ohne Gewehre. […]


Guerilleros
El Salvador Guatemala Kolumbien
Fokus: Erinnerung und Gerechtigkeit / Memoria y Justicia

Die Kämpfe nach dem Frieden

(São Leopoldo, 14. März 2017, ihu-unisinos).- Die Schwierigkeiten bei der Umsetzung der Abkommen zwischen der kolumbianischen Regierung und der Guerillaorganisation FARC erinnern an die Probleme, die bei ähnlichen Prozessen, wie etwa in Guatemala und El Salvador, aufgetaucht sind. Dort führte die geringe Handlungsfähigkeit der Behörden dazu, dass die Versprechen nicht umgesetzt wurden und die Ursachen für die bewaffneten Konflikte in beiden Ländern bis heute fortbestehen. […]


Kolumbien

Kolumbien feiert Waffenstillstand

Das Abkommen zwischen Farc-Guerilla und der Regierung von Präsident Juan Manuel Santos über einen bilateralen Waffenstillstand ist in Kolumbien mit großer Freude aufgenommen worden. Zugleich betonten Vertreter*innen sozialer Organisationen und politischer Bewegungen, dass es sich nur um einen ersten Schritt hin zu einem „umfassenden Frieden mit sozialer Gerechtigkeit“ handle. Die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (Farc) und die Regierung haben sich nach fast dreijährigen Verhandlungen vergangene Woche auf die Niederlegung der Waffen und Sicherheitsgarantien für oppositionelle Kräfte geeinigt. […]


Kolumbien

Verhandlungserfolg nach 15 Tagen Agrarstreik

Nach zwei Wochen massiver, landesweiter Proteste in Kolumbien sind aufgrund erster Einigungen zwischen der Regierung von Präsident Juan Manuel Santos und den Organisationen der Protestierenden die Streiks beigelegt worden. Laut Berichten gingen die sozialen Bewegungen gestärkt aus dem Streik hervor und werten die Aktionen als vollen Erfolg.  […]


Kolumbien

Agrarstreik geht trotz Repression weiter

(Caracas, 8. Juni 2016, telesur).- Die Serie von Streiks, Straßenblockaden und Protestaktionen in Kolumbien geht ungeachtet der verschärften Repression der Regierung weiter. Am 30. Mai hatte die Minga Agraria, ein breites Bündnis aus Bauernverbänden, Gewerkschaften, Indigenen und Afro-Kolumbianer*innen mit dem unbefristeten Streik begonnen. Seitdem hat das Vorgehen der Aufstandsbekämpfungseinheit der Polizei, ESMAD, drei tote Indigene, mindestens 149 Verletzte und viele Festnahmen gefordert. […]


Mitglieder der Verhandlungsdelegationen der Farc (links) und der Regierung in Havanna. Foto: Amerika21/pazfarc-ep.org
Kolumbien

Übergangsjustiz zwischen Kritik und Zuspruch

von Ani Dießelmann (Bogotá, 29. September 2015, amerika21.de).- Das am 23. September von der Regierung und der Guerillabewegung Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens (Farc) geschlossene Abkommen wird vielfach als „historischer Moment“ für das südamerikanische Land bezeichnet. Die Bewertungen fallen jedoch unterschiedlich aus. […]


Der als historisch bezeichnete Händedruck zwischen Santos und Timoleon Jiménez. Ob die gute Laune anhält? Foto: Verdadabierta.com
Kolumbien Kuba
Fokus: Menschenrechte 2015

Nur noch sechs Monate bis zum Frieden?

(Venezuela, 23. September 2015, telesur/poonal).- Bei den Friedensverhandlungen zwischen der kolumbianischen Regierung und der Guerillaorganisation FARC am 23. September in Havanna haben beide Seiten eine Einigung über die juristische Aufarbeitung des Konflikts erzielt. Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos verkündete, dass in sechs Monaten das endgültige Abkommen über den Frieden in Kolumbien abgeschlossen werden soll: […]


Jährlich werden Zehntausende Tonnen Lebensmittel nach Kolumbien geschmuggelt. Foto: Amerika21/Telesur
Kolumbien Venezuela

Spannungen halten an

von Philipp Zimmermann (Caracas/Bogotá, 16. September 2015, amerika21.de).- Die Grenzübergänge zwischen Venezuela und Kolumbien bleiben vorerst geschlossen. Venezuelas Präsident Nicolás Maduro hatte die Grenzschließung am 19. August angeordnet, nachdem eine venezolanische Militärpatrouille im Bundesstaat Táchira mutmaßlich von kolumbianischen Paramilitärs angegriffen und drei Soldaten verletzt wurden. […]


kolumbien efrain jaramillo. Foto: Noticias Aliadas
Kolumbien
Fokus: Menschenrechte 2015

Interview: „Ein Friedensabkommen macht Entwaffnete nicht zu Engeln“

von Orsetta Bellani (Lima, 31. August 2015, noticias aliadas).- Der kolumbianische Anthropologe Efraín Jaramillo Jaramillo hat vier Jahrzehnte lang indigene, afrokolumbianische und Kleinbauerngemeinden bei dem Kampf um den Schutz ihrer Territorien und Kulturen begleitet. Er ist Direktor des Arbeitskollektivs Jenzera, einer interdisziplinären und interethnischen Gruppe, die 1998 gegründet wurde. Den Namen Jenzera, der in der Emberá-Sprache „Ameise“ bedeutet, erhielt die Gruppe von Kimy Pernía, einem indigenen Anführer der Emberá Katío, der 2001 von Paramilitärs getötet wurde. […]


Kolumbien Ivan Cepeda. Foto: Otramerica (CC BY-NC 3.0)
Kolumbien

„Uribe ist Teil einer rechten Gegenoffensive der USA“

von José Manuel Martín Medem (Madrid, 21. Februar 2015, otramérica).- Die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens FARC (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia) könnten in den Verhandlungen mit der Regierung von Juan Manuel Santos eine Einigung erzielen, wenn garantiert wird, dass der Paramilitarismus beendet wird und die Aufständischen nicht wie eine besiegte Armee behandelt werden. Das zumindest erklärte der kolumbianische Senator für den Polo Democrático, Iván Cepeda*. Er hat in Madrid mit José Manuel Martín Médem über den Friedensprozess gesprochen, über den gegenwärtig die kolumbianische Regierung und die FARC in Havanna verhandeln. Cepeda warnte zudem vor der internationalen Kampagne des Ex-Präsidenten Álvaro Uribe gegen die Verhandlungen, die im Rahmen des Plans der US-Republikaner, einen dritten Bush aufzustellen stattfände, um die extreme Rechte in Lateinamerika von den USA aus zu verstärken. […]


Kolumbien

Hunderte Organisationen fordern Waffenstillstand

KOLUMBIEN

kolumbien Waffenstillstand jetzt. Foto: Adital/Telesur(Fortaleza, 01. Juni 2015, adital).- Die Friedensgespräche zwischen der kolumbianischen Regierung und der Rebellenarmee FARC (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia) stecken in einer Krise. In den vergangenen Wochen ist es zu einer Gewalteskalation gekommen, bei der nach FARC-Angaben ein Mitglied ihrer Friedensdelegation bei Bombenabwürfen in Guapi (Provinz Cauca) ums Leben gekommen ist. Dieser habe sich in dem Gebiet befunden, um Schulungen zur Minenräumung durchzuführen.

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Kolumbien

Interview: Verlauf der Friedensverhandlungen

von Andrea Martínez

KOLUMBIEN

Marcha Patriotica beim Generalstreik am 12. Oktober 2012. Foto: Flickr/Marcha Patriotica (CC BY-ND 2.0) (Montevideo, 03. Juni 2015, la diaria).- Javier Calderón Castillo ist Soziologe M. A., Doktor der Sozialwissenschaften und seit 2006/2007 Mitglied von Colombianos y Colombianas por la Paz, einer der zivilgesellschaftlichen Organisationen, die der Marcha Patriótica (dt. Patriotischer Marsch) angehören. Letztere Bewegung wird von der Ex-Senatorin Piedad Córdoba angeführt. Er besuchte Uruguay zwecks Teilnahme am „II Foro por la Paz en Colombia“, welches vom 5. bis 7. Juni in Montevideo stattgefunden hat. Die uruguayische Tageszeitung la diaria nahm die Gelegenheit wahr, um mit ihm über den Verlauf der Gespräche zwischen der Regierung und den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens FARC (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia) und über die Stärken und Schwächen dieses Prozesses zu sprechen. Er warnt, dass man „mitten im Konflikt keine Verhandlungen führen“ kann.

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Die FARC am Verhandeln. Foto: Pulsar
Kolumbien

FARC: ELN soll an Friedensgesprächen teilnehmen

von Pablo Florencio Salazar (Rio de Janeiro, 14. Mai 2015, púlsar).- Die beiden größten Guerilla-Organisationen Kolumbiens, die „Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens“ FARC (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia) und die „Armee der Nationalen Befreiung“ ELN (Ejército de Liberación Nacional), hoffen darauf, einen „gemeinsamen Friedensprozess“ mit der kolumbianischen Regierung führen zu können. Dies ist das Ergebnis eines Treffens der Chefs der beiden Guerilla-Organisationen, Timoshenko und Gabino. […]


Kolumbien

Rauchsignale

KOLUMBIEN

Sind jetzt die ganz Bösen: Gedenkstein für die ELN. Foto: Flickr/Valentos SG (CC BY-NC-ND 2.0) (Montevideo, 12. März 2015, la diaria).- Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos hat am Mittwoch, 11. März 2015 mitgeteilt, dass er die Streitkräfte angewiesen habe, die Bombardierungen von Stellungen der Guerillaorganisation FARC (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia) einzustellen. Die Guerilla verhandelt mit der kolumbianischen Regierung über ein Ende des bewaffneten Konflikts und hält sich seit dem Ende des vergangenen Jahres an einen einseitigen Waffenstillstand. Santos erläuterte, in einem Monat werde man erneut prüfen, ob sich die FARC an ihren Waffenstillstand hielten und entscheiden, ob man weiterhin auf die Bombardements verzichten werde. Werde aber eine „unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung“ festgestellt, werde man die Bombardierungen wieder aufnehmen.

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Rousseffs wahlkampf in besseren Zeiten. Foto: Archiv
Bolivien Brasilien Lateinamerika Uruguay

Entscheidender Monat für Brasilien, Bolivien und Uruguay

von Andrés Mora Ramírez (Quito, 25. August 2014, alai).- Im Oktober 2014 finden in Brasilien (5.), Bolivien (12.) und Uruguay (26.) Präsidentschaftswahlen statt. Diese folgen auf die bereits in diesem Jahr in den Ländern Costa Rica, El Salvador, Panama und Kolumbien stattgefundenen Wahlen. Deren Ergebnisse spiegeln im Allgemeinen die Tendenzen wieder, die man im Laufe dieses Jahrhunderts in Lateinamerika beobachten kann: Das Fortschreiten der linken und Mittel-Links-Bewegungen, genauer gesagt in El Salvador und Costa Rica (allerdings mit relativ geschwächten Ämtern der Präsidenten aufgrund der Zusammensetzung des Parlaments und den geerbten Einschränkungen des vor drei Jahrzehnten eingeführten neoliberalen Modells). In Panama und Kolumbien wurde die Macht der Rechten bestätigt, die aber aufgrund ihrer eigenen Widersprüche und Interessenskonflikte untereinander zerstritten sind – was besonders in Kolumbien deutlich wurde, bei dem Phyrrhussieg von Präsident Juan Manuel Santos über den Kandidaten von Álvaro Uribe Vélez. […]


kolumbien santos. Foto: Flickr.com (CC by 2.0)
Kolumbien

Juan Manuel Santos wiedergewählt

von Hans Weber (Bogotá, 16. Juni 2014, amerika21.de).- Mit 50,94 Prozent der Stimmen hat in Kolumbien der bisherige Präsident Juan Manuel Santos am Sonntag, 15.6. die Stichwahl um das Präsidentenamt gewonnen. Der konservative Regierungskandidat holte knapp sechs Prozent mehr Stimmen als der extrem rechte Bewerber der Partei Centro Democrático (CD), Iván Zuluaga, der 45,01 Prozent erhielt. Die Wahlbeteiligung lag knapp unter 48 Prozent und damit etwas höher als in der ersten Runde am 25. Mai. Der Hauptstreitpunkt zwischen beiden Kandidaten war der Friedensdialog mit den Guerilla-Organisationen, den Santos im Jahr 2012 begonnen hatte und den Zuluaga massiv kritisiert. […]