Guatemala

Schweres Erdbeben fordert mindestens 52 Tote


(Venezuela, 09. November 2012, telesurpulsar-poonal).- Ein schweres Erdbeben der Stärke 7,2 auf der nach oben offenen Richterskala hat mindestens 52 Menschenleben gefordert. Am 7. November hatte in Guatemala um 10:35 Uhr Ortszeit mehr als 30 Sekunden lang die Erde gebebt. Laut Behördenangeben werden noch immer 22 Personen vermisst, mehr als 150 Personen seien verletzt worden. Es handelt sich um das stärkste Erdbeben seit 36 Jahren.

Regierung ruft in 7 Departements den Notstand aus

Die Regierung hat mittlerweile für die sieben Departements Quetzaltenango, Quiché, San Marcos, Huehuetenango, Sololá, Totonicapán und Retalhuleu den Notstand ausgerufen. Präsident Otto Pérez Molina hatte zudem eine dreitägige Staatstrauer verfügt.

Das Epizentrum des Bebens befand sich nach Angaben des Instituts für Seismologie, Vulkanologie, Meteorologie und Hydrologie (Insivumeh) rund 200 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Guatemala-Stadt bei Champerico (Departement Retalhuleu) im Pazifik, in ca. 75 Kilometer Tiefe. Am stärksten betroffen ist das Departement San Marcos, wo 40 Menschen aufgrund des Erdbebens starben. Elf Todesopfer wurden aus Quetzaltenango und ein Toter aus der Region Sololá gemeldet.

Rund 11.000 Menschen betroffen

Nach Angaben des Zivilschutzes fiel für 1,2 Millionen Menschen die Trinkwasser- und Stromversorgung aus. Im Departement San Marcos seien 11.200 Menschen von den Erdbebenschäden betroffen, mindestens 250 Häuser seien nach den Erdstößen unbewohnbar. Auch Straßen und Brücken hätten Schaden genommen, unter anderem auch die wichtige Fernverkehrsstraße Interamericana.

Laut lokalen Presseberichten wurden mehr als 2.000 Soldaten und 500 Angehörige der Nationalpolizei in die Erdbebenregion entsandt, um bei der Bergung von Opfern und den Aufräumarbeiten zu helfen. Präsident Molina bedankte sich für zahlreiche Hilfsangebote aus dem Ausland, unter anderem aus Venezuela, Honduras und Spanien, erklärte jedoch, man verfüge über die entsprechenden Ressourcen, um die Katastrophe selbst zu bewältigen.

Ursache des Bebens sei die Plattenbewegung zwischen der pazifischen und der Cocosplatte gewesen, so Insivumeh. Das Institut hat mindestens 70 Nachbeben um Stärke 4 registriert. Auch in Südmexiko und El Salvador war die Erderschütterung als starkes Beben registriert worden, dort forderten die Erdstöße jedoch keine Opfer.

CC BY-SA 4.0 Schweres Erdbeben fordert mindestens 52 Tote von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Das könnte dich auch interessieren

Haiti ruft wirtschaftlichen Notstand aus
264
(Caracas, 6. Februar 2019, telesur/poonal).- Der Präsident Haitis, Jovenel Moise, hat am 6. Februar den wirtschaftlichen Notstand Haitis ausgerufen. Die Regierung kündigte an, steuerliche Befreiungen und Zollbefreiungen bis zum 30. September aufzuheben. Nicht davon betroffen seien diplomatische, konsularische oder humanitäre Einsätze. Die Notstandsmaßnahmen sehen außerdem vor, die Preise von Produkten des täglichen Bedarfs zu senken, um die privaten Haushalte zu entlasten. Zu...
Gegen mächtige Feinde
67
(Mexiko-Stadt, 23. Dezember 2018, npl).- "Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen" schaffen und erhalten ist ein UN-Ziel für Nachhaltige Entwicklung. Laut UN-Generalsekretär Antonio Guterres sogar das erste und wichtigste. Genau in diese Richtung zielt die Internationale Kommission gegen die Straffreiheit in Guatemala. Seit 2007 hat die CICIG geholfen, eine Reihe hochrangiger Personen wegen Korruption und schlimmerer Verbrechen vor Gericht und ins Gefängnis zu bringen...
Präsident Macri spricht erstmals von nationalem Notstand
76
(Buenos Aires, 6. September 2018, amerika21).- Präsident Mauricio Macri hat sich in Argentinien in einer 25-minütigen Fernsehansprache an die Bevölkerung gewandt und angesichts einer schweren Währungskrise erstmals einen nationalen Notstand anerkannt. Angesichts des bereits mehrere Monate andauernden Werteverfalls des argentinischen Pesos warb er um Vertrauen in seine neoliberale Politik und Verständnis für bestehende und zukünftige Kürzungsmaßnahmen. Es sei nötig, "Anstrengu...
Erdbebenopfer in Oaxaca starten „Karawane der Vergessenen“
73
(Mexiko-Stadt, 16. April 2018, desinformémonos).- Etwa 500 Mitglieder der Zentralen Koordinierungsstelle für Geschädigte im Isthmus (Coordinadora General de Damnificados del Istmo) brachen als „Karawane der Vergessenen“ in Richtung Mexiko-Stadt auf. Sie fordern von den Bundesbehörden eine zweite Zählung, in der die 41 Gemeinden des Isthmus von Tehuantepec in Oaxaca mit einbezogen werden, die von den Erdbeben am 7. und 23. September 2017 in Mitleidenschaft gezogen wurden. D...
Erdbebenopfer befürchten Veruntreuung von Hilfsgeldern
58
(Oaxaca, 11. März 2018, npl).- Es sei nicht viel geschehen in den sechs Monaten seit dem Erdbeben, erzählt Alejandro Matus Rámos. Direktor Matus, wie er von allen genannt wird, leitet eine kleine Grundschule in San Dionisio del Mar, im Isthmus von Tehuantepec. Vier Klassenzimmer waren so stark beschädigt, dass sie sofort abgerissen wurden. Über zwei weitere wird noch entschieden. Wie es weiter gehen wird, weiß Direktor Matus nicht. Abgesehen von vielen Besuchen aus der Haupts...