Repräsentant der indigenen Organisation “Las Abejas” erschossen

Der getötete Menschenrechtsverteidiger Simón Pedro Pérez López / Foto (Ausschnitt): Frayba

(Simojovel, 8. Juli 2021, amerika21).- Am 5. Juli ist der indigene Menschenrechtsverteidiger Simón Pedro Pérez López in Chiapas getötet worden. Ein Unbekannter schoss auf Pérez López, als dieser zusammen mit seinem Sohn zum Einkaufen auf dem Markt von Simojovel war. Der Täter floh auf einem Motorrad, festgenommen wurde niemand.

Pérez López war ein Menschenrechtsverteidiger der basiskirchlichen Organisation Las Abejas de Acteal („Die Bienen von Acteal“), der er im Jahr 2020 als Präsident vorstand, wie das Menschenrechtszentrum Fray Bartolomé de Las Casas (Frayba) informiert. Außerdem war er Katechet in der Gemeinde Pantelhó. Laut Frayba setzte sich Simón Pedro Pérez López „für die Förderung und Verteidigung der Rechte indigener Völker ein“ und „begleitete Gemeinschaften, die Gewalt angeprangert haben“.

Menschenrechtsorganisation fordert gründliche Ermittlungen

Las Abejas ist eine gewaltfreie Organisation von Tzotzil-Indigenen in der Region Altos von Chiapas, die sich seit 1992 für die indigene Autonomie und gegen neoliberale Großprojekte einsetzt. Traurige Berühmtheit erreichten Las Abejas, als im Dezember 1997 45 ihrer Mitglieder Opfer eines Massakers im Ort Acteal wurden. Das von Paramilitärs begangene Verbrechen stand im Kontext der staatlichen Reaktion auf den Aufstand der Zapatistas, mit denen die Abejas sympathisieren. Die Täter des Massakers wurden nach mehreren Jahren Gefängnis wegen angeblicher Verfahrensfehler freigelassen, eine Untersuchung vor dem Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte ist noch nicht abgeschlossen.

Das Menschenrechtszentrum verurteilt die Ermordung von Pérez López und fordert, „dass die Behörden der Regierung des Bundesstaates Chiapas eine sorgfältige Untersuchung durchführen, um die Sicherheit der Familie von Simón Pedro und der Mitglieder von Las Abejas de Acteal zu gewährleisten“.

„Ein Panorama, das uns an 1997 erinnert“

Sowohl indigene Vertreter*innen der Diözese von San Cristóbal de Las Casas als auch das Menschenrechtszentrum Frayba hatten im Juni vor dem Klima der Gewalt gewarnt, das in den Altos von Chiapas herrsche. Sie sehen im aktuellen Kontext in Chiapas „ein Panorama, das uns an 1997 erinnert“, als sich das Massaker von Acteal anbahnte.

In diesem Jahr wurden in Mexiko schon über ein Dutzend Menschenrechtsaktivist*innen ermordet. Im Juni sind im Bundesstaat Sonora mit Luis Urbano Domínguez Mendoza und Tomás Rojo Valencia zwei indigene Yaqui-Aktivisten gewaltsam ums Leben gekommen. Ebenso der Sprecher des Bergbauwiderstands in Mazapil, Zacatecas, José Ascensión Carrillo Vázquez. Am 2. Juli wurde die Ermordung von David Díaz Valdez bekannt, der im Bundesstaat Colima die Umweltverschmutzung durch ein Wärmekraftwerk anprangerte. Díaz Valdez wurde erst elf Tage vor seinem Tod aus monatelanger Haft entlassen.

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