Holzfäller töten indigenen „Wächter des Waldes“

Foto: servindi

(Lima, 3. November, servindi),- Die Ermordung von Paulo Paulino, einem „Wächter des Waldes“, durch Holzfäller bestürzt Brasilien. Paulino gehörte dem indigenen Volk der Guajajara an und hinterlässt einen Sohn und seine junge Frau.

Am Nachmittag des 1. November war Paulino in einen Hinterhalt geraten, als er mit einer Gruppe von Indigenen zur Jagd im Arariboia-Reservat im Bundesstaat Maranhao aufgebrochen war. Auch Laercio Guajajara, ein weiterer Anführer des Volkes, wurde verletzt. Ihm gelang die Flucht, nachdem ihn mehrere Schüsse gestreift hatten, von denen zwei ihn an Arm und Rücken verwundeten. In Brasilien und auf der ganzen Welt berichteten die Medien über das Verbrechen. Allein 2018 sind in der Region 20 indigene Autoritäten gestorben. Das hängt damit zusammen, dass immer mehr Holzfäller*innen und illegale Minenarbeiter*innen in Reservate eindringen. Diese Grenzüberschreitungen verfolgen die Linie von Präsident Jair Bolsonaro, indigene Landbesitze zur wirtschaftlichen Ausbeutung freizugeben.

Laut den Indigenen baue die Regierung immer mehr Stellen ab, die zum Schutz der Indigenen und der Umwelt dienen sollten. Sie seien deshalb verpflichtet, sich selbst zu verteidigen. Das wird aus einer Reportage des spanischen Fernsehsenders Marca TV deutlich.

Mit circa 20.000 Personen sind die Guajajara eines der größten indigenen Völker Brasiliens. Paulino und Laercio gehören der Gruppe der „Wächter des Waldes“ an. Diese war 2012 von mehr als hundert Volksmitgliedern gegründet worden, um ihr Territorium vor dem Eindringen Fremder zu schützen. Die Gruppe organisiert riskante Patrouillengänge über das Reservat, in welchem auch ungefähr 60 Personen leben, die dem Stamm der Awa Guaja angehören, welcher vom Aussterben bedroht ist. Die Awa Guaja leben im tiefsten Regenwald ohne jeglichen Kontakt zur Außenwelt.

CC BY-SA 4.0 Holzfäller töten indigenen „Wächter des Waldes“ von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

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