Alarmierende Mordwelle an Indigenen

Von Roger Tunque

Mordwelle an Indigenen in Kolumbien
Mordwelle an Indigenen in Kolumbien / Bildquelle: acin, Biodiversidadla

(Lima, 25. April 2017, Servindi).- Amnesty International (AI) stufte die aktuelle Risikosituation der indigenen Gemeinschaften in Kolumbien als alarmierend ein, nachdem berichtet worden war, dass in der Woche vom 17. bis zum 23. April 2017 sechs ihrer Anführer in den Departements von Chocó, Cauca und Nariño ermordet worden waren.

Diese Mordwelle, so die Organisation, belege die Fehler der Regierung bei der Umsetzung des Friedensprozesses, unter denen die indigenen Gemeinschaften der Wounaan, Nasa und Awá jetzt zu leiden hätten. Bereits in der Vergangenheit seien diese regelmäßig dem bewaffneten Konflikt ausgesetzt gewesen.

„Diese Verbrechen veranschaulichen eine der größten Herausforderungen bei der Umsetzung des Friedensprozesses, nämlich die, die Gemeinschaften zu schützen, die in einigen der Gebiete wohnen, die am meisten unter dem bewaffneten Konflikt gelitten haben, und zu garantieren, dass diese bedauernswerten Vorfälle nicht ungestraft bleiben“, so Érika Guevara-Rosas, Direktorin für die Region Amerika bei Amnesty International.

Die jüngsten Ereignisse

Am 19. April 2017 wurde Gerson Acosta vom indigenen Stamm der Kite Kiwe in Cuaca durch einen Auftragsmörder umgebracht, als er eine Versammlung seiner Gemeinschaft verließ. Dies geschah, obwohl die Nationale Schutzeinheit UNP (Unidad Nacional de Protección) Maßnahmen zu seinem Schutz ergriffen hatte, da er in seiner Funktion als Menschenrechtsverteidiger und Sprecher der Opfer Drohungen erhalten hatte.

Für Érika Guevara-Rosas zeigt der Mord an Acosta, wie ineffizient die Maßnahmen sind, die von den kolumbianischen Behörden ergriffen wurden, um das Leben und die Unversehrtheit sowohl der führenden Köpfe als auch der Mitglieder indigener Gemeinschaften sicherzustellen.

Am 16. April 2017 wurden Pedro Nel Pacal, Jhony Marcelo Cuajiboy und Ever Goyes, Indigene vom Volk der Awá, im Departamento Nariño ermordet.

Ebenfalls bekannt wurde die Ermordung der Brüder Wouman Anselmo und Dalmiro Cárdenas Victoria vom indigenen Volk der Wounaan im Departamento Chocó. Sie wurden am 16. April 2017 in der Nähe des Flusses San Juan entführt und vier Tage später leblos aufgefunden.

Der kolumbianische Kontext

Festzustellen ist, dass Kolumbien sich in einer enorm wichtigen Phase befindet – sowohl zur Konsolidierung des zwischen der Regierung und den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens FARC (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia) unterzeichneten Friedensabkommens als auch zur Sicherung des mit der Guerillabewegung der Nationalen Befreiungsarmee ELN (Ejército de Liberación Nacional) begonnenen Friedensprozesses.

In diesem Zusammenhang erklärt Amnesty International, dass „all diese Anstrengungen nutzlos sind, wenn nicht unverzüglich Maßnahmen ergriffen werden, um den Schutz der gefährdetsten Bevölkerungsgruppen zu garantieren, die der Gefahr von schweren Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt sind“.

CC BY-SA 4.0 Alarmierende Mordwelle an Indigenen von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

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