
(Bogotá, 20. Juli 2026, colombia informa).- Die kolumbianische Basisbewegung Congreso de los Pueblos („Kongress der Völker“) hat sich zum Abschluss ihres Treffens am 19. Juli in Bogotá klar gegen Faschismus und Imperialismus positioniert. Die beiden Themen sollen nun im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen. Mehr als 500 Delegierte verschiedener gesellschaftlicher und sozialer Gruppen sowie Organisationen aus dem ganzen Land nahmen an dem „31. Treffen der politischen Kommission“ teil, das vom 17. bis 20. Juli in der kolumbianischen Hauptstadt stattfand.
Der Kapitalismus als Gefahr menschlichen Lebens
In der zum Abschluss der Veranstaltung verabschiedeten politischen Erklärung bezeichnete die soziale Bewegung den Kapitalismus als Hauptverantwortlichen für Ausbeutung, Enteignung, Unterdrückung und die vielfältigen globalen Krisen. Dieses System, so die Erklärung, gefährde letztlich die Grundlage menschlichen Lebens. Zugleich warnte der Congreso de los Pueblos vor einer weltweiten Offensive faschistischer politischer Projekte. In Kolumbien, so der Kongress, zeige sich diese Entwicklung besonders in der Regierung des neugewählten Präsidenten Abelardo De la Espriella.
Zu den Grundsätzen, die die Bewegung erneut bekräftigte, gehört der Schutz von Wasser, Land und Lebensraum als Gemeingüter, die nicht kommerzialisiert werden dürften. Zudem bekennt sie sich zu partizipativer Demokratie und zur „Macht des Volkes“ als legitimer Form der Selbstbestimmung.
Ebenso bekennt sich der Congreso de los Pueblos zum „Buen Vivir“ – einem alternativen Gesellschaftsmodell, das der Umweltzerstörung entgegensteht – sowie zu einer Wirtschaft, die dem Leben dient und auf Solidarität, Kooperation und einer gerechten Verteilung des Wohlstands basiert. Zudem bekräftigten die Delegierten ihr Engagement für eine selbstbestimmte und unabhängige Lebensmittelversorgung sowie für den Zusammenhalt der Bevölkerung in ihrer Vielfalt.
Die politischen Vorhaben des Congreso de los Pueblos
Im Rahmen ihrer strategischen Ziele kündigten die sozialen Führungspersönlichkeiten an, sich für folgende Vorhaben einzusetzen:
• Eine umfassende und volksnahe Agrarreform mit einem demokratischen Zugang zu Land und einer Stärkung der bäuerlichen Bevölkerung.
• Eine umfassende Stadtreform als Antwort auf ein Stadtmodell, in dem Wohnraum und städtischer Raum zunehmend zur Ware werden.
• Den Aufbau einer „Macht des Volkes“ durch Bürgerversammlungen und eigene Formen der Selbstverwaltung.
• Den Schutz der Territorien und der Umwelt sowie strategisch wichtiger Ökosysteme.
• Die Integration von „Unserem Amerika“ als Instrument im Kampf gegen den Imperialismus.
Bevölkerung soll sich auf politischen Kampf im Land vorbereiten
Bereits seit 2010 agiert der Kongress der Völker als wichtige Plattform für die Vernetzung von sozialen Bewegungen und die Entwicklung gemeinsamer politischer Forderungen in Kolumbien. In diesem Zusammenhang rief die Bewegung die Bevölkerung dazu auf, sich umfassend auf den politischen Kampf vorzubereiten – sowohl im digitalen als auch im analogen Raum. Zugleich bekräftigte die Initiative die Notwendigkeit, antikapitalistische, antiimperialistische und antifaschistische Bewegungen zu stärken sowie koloniale und patriarchale Machtstrukturen in den Lebensräumen und Gemeinschaften zu überwinden.
„Für den Schutz des Lebens, den Lebensräumen, der Gemeinschaft unter den Völkern und den Aufbau einer Macht des Volkes“ – mit diesen Worten schloss die soziale Bewegung ihre politische Erklärung ab und beendete damit drei Tage politischer Beratungen in der Hauptstadt Kolumbiens.
Übersetzung: Jette Minks
Basisbewegung positioniert sich gegen Faschismus und Imperialismus von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.
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