
Gewalt an Frauen* konsequent zu bekämpfen ist eine Forderung von Menschen in ganz Lateinamerika und weltweit.
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(Tegucigalpa, 16. März 2026, Radio Progreso). – Das Gesetz „Alerta Morada“ soll die Suche und Lokalisierung von vermissten Mädchen und Frauen in Honduras vereinfachen. „Die Gewalt in diesem Land raubt immer mehr Mädchen und Frauen ihr Leben und ihre Würde; deshalb lege ich heute einen Gesetzentwurf vor, an dem wir gemeinsam mit Frauenorganisationen und Expert*innen gearbeitet haben“, so stellte die Abgeordnete Sherley Arriaga in der Parlamentssitzung vom 10. März den Entwurf vor. Das Verschwinden von Frauen*, Jugendlichen und Mädchen sei ein vielschichtiges und multidimensionales Phänomen und Zeugnis der geschlechtsspezifischen Gewalt, die oft in Menschenhandel und gewaltsamer Vertreibung gipfle.
Die Notlage anerkennen, Gewalt und Straflosigkeit unterbinden – jetzt!
Der Gesetzentwurf „Ley Alerta Morada“ sieht angesichts der hohen Zahl von Verschleppungen und Feminiziden schnelle Protokolle, die Einrichtung einer Sonderstaatsanwaltschaft vor. Zusätzlich soll eine offizielle Einstufung als geschlechtlich motiviertes Verbrechen die zunehmende Gewalt und Straflosigkeit eindämmen und Menschenhandel verhindern. Seit Jahren werde das Gesetz von Frauen*organisationen gefordert, erklärte Eva Sánchez von der Organisation „Las Hormigas“ aus Intibucá. Sie forderte den Nationalkongress nachdrücklich auf, die „Ley Alerta Morada“ rasch zu verabschieden. „Ich möchte den Abgeordneten sagen: Dieser Gesetzesentwurf ist das Ergebnis der Vorschläge der Interinstitutionellen Kommission zu Femiziden und gewaltsamen Todesfällen von Frauen, an der Frauenorganisationen und Institutionen beteiligt sind. Wir hatten unter der vorherigen Regierung in den letzten zwei bis drei Jahren an der Ausarbeitung dieses Entwurfs gearbeitet und hatten ihn bereits dem vorherigen Nationalkongress vorgelegt“, so Sánchez. Seither habe man auf eine Entscheidung gewartet habe, dass die Diskussion im Nationalkongress wieder aufgenommen werde, habe man den Verbänden aber gar nicht mitgeteilt. „Was wir von den Abgeordneten fordern, ist Schnelligkeit, vor allem im weiteren Verfahren zur Verabschiedung dieses Gesetzes, denn solange es nicht in Kraft ist, sind Mädchen und Frauen weiterhin der zunehmenden Gewalt ausgesetzt, ohne dass der honduranische Staat darauf reagiert.“
„Staatlicherseits ist da noch viel Luft nach oben“
„Bislang gibt es keine Protokolle, die bei der Suche nach vermissten Frauen helfen. Das führt dazu, dass die Institutionen sowohl auf nationaler als auch auf lokaler Ebene nicht wissen, was sie tun oder wie sie vorgehen sollen. So sind dann wir als Frauenorganisationen oft die einzigen, die Familien zu unterstützen und ihnen Beistand leisten. Staatlicherseits ist da noch viel Luft nach oben. Allein wenn bei Vermisstenfällen sofort reagiert wird, kann das viele Leben retten“, fügte Sánchez hinzu. Laut Andrea Paz vom „Foro de Mujeres por la Vida“ ist die Gewalt gegen Frauen* „völlig aus dem Ruder gelaufen“. Ihre Organisation habe einen Hilferuf an den Staat gesandt und eine sofortige, umfassende Reaktion gefordert, so die junge Feministin. „Wir fordern: keine Versprechungen mehr, sondern echten Schutz für eine Gruppe, die unter ständiger Bedrohung lebt“.
Frauen*organisationen in Honduras zählten zwischen 2018 und 2023 mehr als 2.100 verschwundene Frauen* und Mädchen.
Zügige Verabschiedung der „Ley Alerta Morada“ gefordert von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

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