Guatemala

Die Kriminalisierung der sozialen Organisationen kehrt zurück


(Guatemala-Stadt, 11. Oktober 2008, cerigua).- Die Kriminalisierung der sozialen Bewegungen in einigen Gemeinden Guatemalas kehre zurück und nehme Formen an, die an die Zeit der Militärdiktatur erinnere, informierte Wendy Méndez von der Organisation Kinder (HIJOS), die sich gegen das Vergessen der Verbrechen und Opfer des bewaffneten Konfliks und für eine ehrliche Aufarbeitung dieser Zeit in Guatemala engagiert.

Während des internen Krieges seien Frauen-, Jugend- Studentenorganisationen wie auch Kirchenvertreter*innen, die sich gegen das Unterdrückungsregime, gegen Ausgrenzung und Armut gestellt hätten, als Staatsfeinde diffamiert worden. Durch die Politik der Diffamierung und Kriminalisierung der sozialen Bewegungen habe die Diktatur die Bedingungen geschaffen, den Völkermord an Guatemalas Indígenas durchzuführen.

Als Beispiel für die aktuelle Kriminalisierung der sozialen Bewegung nannte Wendy Méndez das Dorf San Juan Sacatepéquez, wo sich Menschen der Gemeinde gegen ein Zementunternehmen wehrten. Bewohner*innen des Dorfes würden verhaftet, andere seien ermordet worden. Die großen Medien Guatemalas berichteten nicht von den Übergriffen der Polizei und von den Morden, sondern rückten die Bewohner*innen des Dorfes in die Nähe von Terrorist*innen. Dass sich fast alle Bewohner von San Juan Sacatepéquez gegen die Zementproduktion ausgesprochen hätten, fände in den traditionellen Medien keine Erwähnung. “Wenn dieses die Ideologie der Regierung, der Behörden und der Unternehmer ist, dann laufen wir Gefahr, dass sich die Geschichte wiederholt”, warnte Méndez. Auch sei man wieder mit der Praxis des Verschwindenlassens konfrontiert. Das diene v.a. dem Zweck, Aktivist*innen einzuschüchtern.

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