
Foto: Dawn Paley via flickr
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(Oaxaca, 24. September 2026, educaoaxaca).- Laut einer Zwischenzählung des Nationalen Instituts für Statistik und Geografie (INEGI) verließen zwischen Oktober 2020 und Oktober 2025 rund 1,6 Millionen Menschen ihren Wohnort aufgrund von Unsicherheit oder Gewalt. Zudem sahen sich 152.000 Haushalte in Mexiko aufgrund einer Naturkatastrophe gezwungen, ihren Wohnort zu verlassen, das ist fast ein Drittel der insgesamt 486.000 Menschen, die von diesem Schicksal betroffen waren. Die Zwischenzählung war die erste statistische Erhebung in der Geschichte Mexikos, die spezifische Fragen enthielt, um Gewalt und Naturkatastrophen als Grund für die erzwungene Binnenvertreibung auf nationaler Ebene getrennt erfassen zu können. Die Hintergründe innerstaatlicher Vertreibung sind Konflikte, Gewalt oder Katastrophen; anders als die Menschen, die für gewöhnlich al Geflüchtete gezählt werden, bleiben sie jedoch in ihrem eigenen Land. Wie das Geflüchtetenwerk der Vereinten Nationen UNHCR berichtet, erlauben Vertreibungen aufgrund von Klimakatastrophen im Vergleich zu solchen, die durch organisierte Kriminalität verursacht werden, in der Regel eine schnellere Rückkehr.
Bundesstaat Guerrero am stärksten betroffen
Hinter innerstaatlicher Zwangsvertreibung stehen häufig organisierte kriminelle Banden. Sie sprechen Drohungen aus, erpressen, machen Menschen ihr Land streitig. Durch Morde, Verschleppungen und Angriffe wird die Angst in der Bevölkerung geschürt, und nicht selten werden Einwohner*innen der Ortschaften von den Banden zwangsrekrutiert. Die Bundesstaaten mit dem höchsten Anteil der Bevölkerung, die aufgrund von Gewalt gezwungen war, ihren Wohnort zu wechseln, sind Zacatecas, Morelos, Colima, Querétaro, Michoacán, Baja California Sur, Durango, Quintana Roo und Guerrero; hier wurden zwischen 1,6 und 2,2 Prozent der Bevölkerung vertrieben. Auf kommunaler Ebene führt Chicomuselo die Liste an, eine Ortschaft in Chiapas in der Grenzregion mit rund 36.000 Einwohner*innen. In dieser Gemeinde mussten laut INEGI 26,54 Prozent der Bevölkerung ihren Wohnort vorübergehend verlassen. In Guerrero waren die durch die Klimakrise verursachten Orkane für die Vertreibung Tausender von Menschen verantwortlich, alles in allem flohen 3,4 Prozent der Bevölkerung vor Gewalt und Katastrophen.
Präsidentin Claudia Sheinbaum war nicht gerade angetan vom INEGI-Bericht. Die Erhebung müsse unbedingt nochmal überprüft werden. „Wir haben angeboten, gemeinsam mit dem INEGI herauszufinden, worum es genau geht. Da heißt es zum Beispiel, dass die höchste Zahl an Vertriebenen aus Guerrero kommt, aber dann werden die, die vor Wetterereignissen fliehen, mit denen zusammengezählt, die sich vor Gewalt oder Unsicherheit in Sicherheit bringen wollen“, erklärte sie am Mittwoch.
Zwei Millionen auf der Flucht vor Gewalt und Klimakrisen von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

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