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(Bogotá, 1. September 2026, colombia informa).- Am frühen Morgen des 1. September drangen bewaffnete Männer in das Haus von María Ovidia Palechor und James Edimer Flor im Weiler La Pedregoza (Cauca) ein und erschossen beide. Das Paar war landesweit für sein Engagement für Menschenrechte und für die Opfer des Konflikts bekannt. Beide hatten sich in der Initiative „La Pedregoza Territorio de Paz“ engagiert, in der sich 17 Ortschaften und ein Gemeinderat zu einem gemeinschaftlichen Friedensprozess zusammengefunden hatten. Außerdem waren sie Mitglieder des Opferrats von Cauca und treibende Kräfte in den PDET-Gebieten. María Ovidia arbeitete als indigene Führungsperson an der Koordination des Frauenprogramms und des Menschenrechtsprogramms des Regionalen Indigenenrats von Cauca (CRIC). James Flor, kommunaler Opfervertreter und Sprecher der Landbevölkerung, hatte im Jahr 2015 für das Bürgermeisteramt von Cajibío für die Partei „Polo Democrático“ kandidiert. Als eine Gruppe bewaffneter Dissidenten am 25. April ein Massaker an der Bevölkerung verübte, hatten sie den Angriff publik gemacht und scharf kritisiert. Die Ombudsfrau Iris Marín erklärte dazu: „Aus dem Cauca wird mir berichtet, dass gestern Abend María Ovidia Palechor und ihr Ehemann James Flor ermordet wurden. María Ovidia war eine sehr angesehene Führungspersönlichkeit. Sie selbst berichtete uns in einem Video, welche Auswirkungen der Angriff der Dissidenten von Mordisco („EMC“) auf die Gemeinde La Pedregoza hatte. Bei dem Überfall auf einen Kleinbus am 25. April wurden mehrere Menschen getötet.“
Kein überraschender Angriff und kein Einzelfall
Bereits seit 2023 wurde immer wieder auf die drohende Gewalt hingewiesen, und erst vor einigen Monaten war in einem Folgebericht vom dem hohen Risiko von Menschenrechtsverletzungen in Cajibío die Rede, diese sei auf den Frente Jaime Martínez zurückzuführen, eine Splittergruppe, die zu dem Zeitpunkt im Begriff war, das Gebiet unter ihre Kontrolle zu stellen. Die Gruppe hatte Patrouillen eingeführt, illegale Kontrollpunkte errichtet und die Bewegungsfreiheit der Bevölkerung eingeschränkt. Die indigene Anführerin und ehemalige Senatorin Aida Quilcué erklärte dazu, dieses Vorgehen sei kein Einzelfall, sondern ein systematischer Plan: „Sie haben meine Genossin, Freundin und Anführerin unermüdlicher Kämpfe, María Ovidia Palechor, und ihren Ehemann, James Flor, ermordet. Diese Worte schmerzen. María Ovidia, Menschenrechtsaktivistin und eine der bedeutendsten indigenen Führungspersonen im Cauca, war eine Frau des Kampfes, der Überzeugungen und des enormen Engagements für unsere Völker und Gemeinschaften. Eine Genossin, mit der wir Wege, Sorgen und Hoffnungen teilten.“
Iván Cepeda und Gustavo Petro verurteilten die Ermordung des Ehepaars, das ebenfalls dem „Pacto Histórico“ angehört hatte, und machten die derzeitige Regierung dafür verantwortlich, die Angriffe und die Auslöschung ihrer politischen Gegner*innen zu fördern.
Laut Indepaz wurden im Jahr 2026 im Departement Cauca 11 Massaker und 22 Morde an sozialen Führungspersönlichkeiten verzeichnet. Im gesamten Land waren es bisher 125 Aktivist*innen in Führungsrollen, die von ihren politischen Gegnern aus dem Weg geräumt wurden; insgesamt wurden 94 Massaker gezählt.
María Ovidia Palechor und James Edimer Flor in Cajibío ermordet von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.
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