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(Havanna, 3. August 2026, OnCuba).- Am 3. August wurde der zweite totale Stromausfall in weniger als 24 Stunden gemeldet. Vicente de la O Levy, Minister für Energie und Bergbau, versicherte, dass die Arbeiten zur Wiederherstellung der nationalen Stromversorgung fortgesetzt werden. Es würde „unter Überwindung aller Arten von Schwierigkeiten während einer vollständigen Energieblockade mit viel Einsatz und Engagement“ gearbeitet. Nach Angaben des Ministeriums waren zu diesem Zeitpunkt bereits vier Einheiten von Energás Boca de Jaruco synchronisiert, und ein Dutzend Stationen in Havanna verfügten über Strom. In der Hauptstadt hatten mehr als 60 Personen Stromversorgung, das sind etwas mehr als sieben Prozent aller Einwohner*innen.
Zweiter Zusammenbruch innerhalb von weniger als einem Tag
Die Unión Eléctrica teilte in ihren sozialen Netzwerken mit, dass der neue Ausfall kurz nach 17:00 Uhr während der Wiederherstellung des vorherigen Zusammenbruchs vom Sonntag aufgetreten sei. Nach Angaben der Institution wurde der neue Stromausfall durch „meteorologische Ereignisse“ verursacht, das Stromnetz beeinträchtigt hätten, was sich „direkt auf die Erzeugungseinheiten auswirkte, die sich in Betrieb befanden“. Ein späterer Bericht führte den Ausfall auf eine „Oszillation“ zurück und wies gleichzeitig darauf hin, dass nach den für diese Fälle festgelegten Protokollen gearbeitet werde. In diesem Zusammenhang erklärte der Direktor der nationalen Lastverteilung der UNE, Félix Estrada, gegenüber dem staatlichen Fernsehen, dass zum Zeitpunkt der Netzunterbrechung mehrere thermische Kraftwerke kurz davor standen, mit dem SEN synchronisiert zu werden, und dass der Prozess zur Wiederherstellung der Versorgung schrittweise wieder aufgenommen worden sei.
Sieben landesweite Ausfälle im Jahr 2026
Der Stromausfall an diesem Montag ist der siebte im bisherigen Verlauf des Jahres 2026, der die gesamte Insel betroffen hat. Die ersten beiden landesweiten Ausfälle des Jahres ereigneten sich im März, mit etwa einer Woche Abstand, während die anderen drei im vergangenen Juli auftraten, ebenfalls mit nur wenigen Tagen Abstand. Am 1. August hatte es eine teilweise Unterbrechung der Stromversorgung gegeben, von der der Westen der Insel einschließlich Havanna betroffen waren. Die Leitungen, die die Provinz Matanzas mit Santa Clara und Cienfuegos verbinden, waren nach offiziellen Angaben etwa sieben Stunden außer Betrieb. Hinzu kommen weitere, teilweise regionale oder provinzweite Stromabschaltungen aufgrund von Störungen in den Leitungen, Frequenzschwankungen oder dem Ausfall von Erzeugungsblöcken.
Verschärfte Energiekrise
Kuba leidet aufgrund des schlechten Zustand der Erzeugungsinfrastruktur und des Mangels an Treibstoff unter einer lang andauernden Energiekrise. Die Lage hat sich im Laufe des Jahres 2026 aufgrund der Ölblockade und der neuen Sanktionen der USA verschärft. Die kubanische Regierung räumt ein, die Situation der Nationalen Stromversorgung sei „kritisch“, und macht Washington für die Krise verantwortlich, während unabhängige Expert*innen die geringen Investitionen in den Sektor – zugunsten anderer Bereiche wie des Tourismus – als ein Schlüsselelement der aktuellen prekären Lage hervorheben. Was den Treibstoffmangel betrifft, benötigt die Insel verschiedenen Schätzungen zufolge etwas mehr als 100.000 Barrel Öl pro Tag, um ihren Energiebedarf zu decken, von denen die Insel etwa 40.000 durch ihre nationale Produktion erhält. Den Rest müsste sie im Ausland beschaffen, doch der Druck und die Maßnahmen der Trump-Regierung haben dies nicht zugelassen. Der letzte Öltanker, der mit aus dem Ausland stammendem Rohöl nach Kuba kam, war der russische Anatoli Kolodkin, ein von den USA sanktioniertes Schiff, das Ende März mit etwa 730.000 Barrel Öl in die Bucht von Matanzas einlief und damit lediglich den Energiebedarf der Insel für April decken konnte. Die schwierige Energiesituation in Kuba hat die Wirtschaft des Landes nahezu vollständig zum Stillstand gebracht. Diese wird Schätzungen zufolge in diesem Jahr um mindestens 6,5 Prozent schrumpfen, nachdem sie in den fünf Jahren zuvor kumuliert um mehr als 15 Prozent zurückgegangen war. Darüber hinaus beeinträchtigt die Krise das tägliche und familiäre Leben erheblich und verstärkt die Unzufriedenheit der Bevölkerung, die sich zunehmend in Protesten und sogenannten cacerolazos äußert.
Zweiter Stromausfall innerhalb von weniger als 24 Stunden von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

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