Südamerika soll Zugang zu kritische Mineralien gewährleisten

FORGE
„AmCham Critical Minerals Business Lunch“ von U.S. Embassy Australia (CC BY-ND 2.0)

(Lima, 12. Februar 2026, avispa midia).- Die Vereinigten Staaten wollen den Abbau kritischer Mineralien und Seltener Erden in Südamerika fördern. Dies ist Teil ihrer Strategie zur Versorgung ihrer Industrien für Digitaltechnik, Verteidigung und Erneuerbare Energien.

Am 4. Februar hat das US-Außenministerium ein Ministertreffen zu kritischen Mineralien organisiert, bei dem neue Investitionen in der Region und eine Diversifizierung der Produktionsstätten in südamerikanischen Territorien vereinbart wurden.

Peru, Paraguay, Argentinien und Ecuador unterzeichneten eine Absichtserklärung mit Washington, die eine bilaterale Zusammenarbeit bei der Planung prioritärer Projekte sowie der Finanzierung und Entwicklung eigener Produktionsketten umfasst, die an den internationalen Markt angebunden sind.

Länder sollen US-Zugang zu Ressourcen gewähren

„Kritische Mineralien und Seltene Erden sind für unsere fortschrittlichsten Technologien unverzichtbar, und ihre Bedeutung wird weiter zunehmen, da künstliche Intelligenz, Robotik, Batterien und autonome Geräte unsere Volkswirtschaften verändern“, betont das US-Außenministerium.

Bei dem Treffen wurde die Gründung des Forums für Ressourcen und Geostrategie (FORGE) als Nachfolge-Organisation der Sicherheitspartnerschaft für Mineralien angekündigt. „Wir möchten, dass die Mitglieder einen Handelsblock von Verbündeten und Partnern bilden, der den Zugang der Vereinigten Staaten zu den für ihre industrielle Macht notwendigen Ressourcen gewährleistet“, erklärte US-Vizepräsident JD Vance.

Die Lieferkette der USA im Vergleich zu China

Das Ziel der Vereinigten Staaten ist es, den Zugang zu diesen Mineralien zu sichern und Bedingungen festzulegen – etwa verbindliche Preise. Angesichts des Wachstums der Bergbaukapazitäten Chinas in Südamerika wollen sie damit Boden wieder gut machen. Die nordamerikanische Wirtschaftsmacht hält ihre Lieferkette für störungsanfällig, insbesondere im Hinblick auf ihren asiatischen Konkurrenten.

„Heute ist dieser Markt stark konzentriert. Damit wird er zu einem Instrument der politischen Erpressung und Unterbrechung der Lieferketten, was unsere zentralen Interessen gefährdet. Wir werden neue Versorgungsquellen erschließen, sichere und zuverlässige Transport- und Logistiknetze fördern und den Weltmarkt von Grund auf zu einem sicheren, diversifizierten und widerstandsfähigen Markt machen“, so die US-Regierung.

Energiewende auf Kosten von „Opferzonen“ im globalen Süden

Die begehrten Mineralien werden bei der Herstellung von Batterien für Elektrofahrzeuge, Speichersystemen, Sonnenkollektoren, Windturbinen und Übertragungsnetzen verwendet. Sie sind also Schlüsselkomponenten der sogenannten Energiewende im globalen Norden auf Kosten von „Opferzonen“ im globalen Süden.

Die Absichtserklärungen bedeuten für die Staaten keine rechtlichen Verpflichtungen. Auf dem Papier bilden sie einen flexiblen Rahmen für die Zusammenarbeit und die nationale Souveränität über die Bodenschätze. Die Strategie der Vereinigten Staaten sieht jedoch seit dem Angriff auf Venezuela im Januar eine direkte militärische Aggression in der Region zur Kontrolle der Rohstoffe und Energieressourcen vor.

Peru von besonderem Interesse

Peru verfügt über zehn der sechzig von den Vereinigten Staaten identifizierten kritischen Mineralien, darunter Kupfer, Lithium, Silber, Blei und Zink. Diese befinden sich in den Andenregionen, die vom Bergbau und dessen Umweltauswirkungen betroffen sind. Der peruanische Staat verfügt noch nicht über spezifische Vorschriften für die Gewinnung von Seltenen Erden.

In der peruanischen Region Junín (Zentralanden) wurden bedeutende Vorkommen an Seltenen Erden gefunden. Die Region ist damit ein potenzieller Lieferant für den globalen Markt für erneuerbare Energien und elektronische Geräte. Und die Region Puno in den südlichen Anden verfügt über die größten Lithiumvorkommen außerhalb des Dreiecks zwischen Argentinien, Bolivien und Chile.

Das Abkommen zwischen Argentinien und den Vereinigten Staaten konzentriert sich auf die Logistik rund um strategische Rohstoffe. Dabei geht es um den Transport über große Entfernungen, die Lagerung, technische Kontrollen und die Vereinfachung von Verwaltungsprozessen.

Die Politik der größten südamerikanischen Volkswirtschaft Brasilien besteht darin, Abkommen mit verschiedenen internationalen Märkten zu schließen. Sie sieht vor, sowohl China als auch die Vereinigten Staaten, sowie Indien und die Europäische Union zu beliefern.

Die Vereinigten Staaten und Mexiko unterzeichneten den ersten Aktionsplan zur Koordinierung der Handelspolitik für kritische Mineralien. So sollen die Mineralien identifiziert werden, die für beide Länder von Interesse sind, sowie Mindestimportpreise über die gemeinsame Grenze erörtert werden.

Übersetzung: Annette Brox

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