Triqui-Region: Autonomes Projekt nach erneutem Angriff aufgegeben

(Buenos Aires, 24. September 2010, púlsar).- Nach Verschleppung und Flucht der letzten 50 Anhänger*innen der Unabhängigen Bewegung der Vereinigung des Kampfes der Triqui MULTI (Movimiento de Unificación de Lucha Triqui-Independiente) in der indigenen Gemeinde San Juan Copala wurde das Autonomieprojekt nach zapatistischem Vorbild für beendet erklärt.

„Die autonome Gemeinde in Copala gibt es nicht mehr, aber in unserem Herzen besteht sie fort”, erklärte eine Triqui-Indígena nach einer Protestaktion im Zentrum der Stadt Oaxaca gegenüber der Nachrichtenagentur CIMAC.

Eine Sprecherin der Triqui-Bewegung gab am 22. September bekannt, dass ihre „Kameraden es geschafft haben, aus San Juan Copala zu entkommen und in anderen Gemeinden Zuflucht zu suchen“. Die Bewohner*innen hätten dies mit „mit eigenen Mitteln geschafft, die Regierung sei nicht aktiv geworden.“ Die Sprecherin hielt aus Sicherheitsgründen ihren Namen geheim.

Nachdem bekannt geworden war, dass die Anhänger*innen der MULTI aus dem Belagerungsring von Paramilitärs der Organisationen MULT (Movimiento de la Unificación de la Lucha Triqui) und UBISORT (Unión de Bienestar Social de la Región Triqui) um den Ort San Juan Copala hatten fliehen können, beendeten elf Aktivistinnen der Triqui einen dreitägigen Hungerstreik in Oaxaca, mit dem sie die Befreiung der 50 Personen hatten erreichen wollen.

Die Sprecherin erklärte zudem, dass die Paramilitärs von MULT und UBISORT etwa ein Dutzend Häuser der MULTI-Anhänger*innen niedergebrannt hätten.

Seit Beginn des indigenen Konflikts zwischen den Bewohner*innen der autonomen Gemeinde haben mindestens 28 Menschen ihr Leben verloren. Bei den Auseinandersetzungen sind im Frühjahr 2010 unter anderem auch die Menschenrechtsverteidigerin Beatriz Cariño und der finnischen Aktivist Jyri Antero Jakkola ums Leben gekommen.

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