
(Berlin, 14. Juni 2026, npla).- Am Montag dem 8. Juni wurde Mónica Silva Koniuszek tot an ihrem Wohnsitz in der Gemeinde Montañita in Ecuadors Provinz Santa Elena aufgefunden. Die aus Polen stammenden Aktivistin hatte sich in ihrer Wahlheimat als Vorsitzende der Stiftung „La Integridad“ für die Verbesserung der Lebensbedingungen benachteiligter Bevölkerungsgruppen eingesetzt. Ihr Augenmerk lag dabei auf der Landbevölkerung Santa Elenas, die insbesondere unter Arbeitslosigkeit, Armut, Unterernährung bei Kindern und dem Fehlen grundlegender Dienstleistungen litt. Als Umweltschützerin engagierte sich Silva gegen den Bau eines Damms in einem Gebiet, in dem Meeresschildkröten ihre Nester bauen. Darüber hinaus prangerte sie regelmäßig Korruption im Zusammenhang mit dem Handel von Grund und Boden an, in die nicht nur die lokale Verwaltung, sondern auch die Justizorgane der Provinz Santa Elena verwickelt gewesen sein sollen.
Mónika Silva erhielt seit Monaten Morddrohungen
Trotz noch nicht abgeschlossener Ermittlungen sprach Ecuadors Innenminister John Reimberg in einem Interview davon, dass Anzeichen für einen Selbstmord Silvas vorliegen. Der Selbstmord-Theorie widersprechen sowohl Journalist*innen als auch Personen aus dem Umfeld der Aktivistin. Seit der Ermordung des Menschenrechtsaktivisten und Journalisten Robinson del Peso im November letzten Jahres hatte auch Silva Morddrohungen erhalten, wie sie wiederholt in sozialen Netzwerken berichtete.
Mónika Silva ist die dritte Aktivist*in, die innerhalb von gut einem halben Jahr ums Leben gekommen ist. Im Februar dieses Jahres wurde der Umweltschützer Manuel Cabrera erschossen. Er hatte in der Provinz El Oro 300 Hektar Wald gegen den Bergbau verteidigt. Seit Ende letzten Jahres hat sich die Sicherheitslage von Umwelt- und Menschenrechtsverteidiger*innen in Ecuador drastisch verschlechtert.
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