Führender Aktivist der „Bewegung für den Frieden“ ermordet

von Alejandro Pacheco

Nepomuceno Moreno. Foto: Agenciapulsar.org(Buenos Aires, 29. November 2011, púlsar).- Am Montag, den 28. November wurde der 56-jährige Nepomuceno Moreno im Stadtteil Centenario in der nordmexikanischen Grenzstadt Hermosillo erschossen. Der Verfechter für Menschenrechte nahm aktiv an der „Bewegung für den Frieden“ (Movimiento por la Paz) teil, die vom mexikanischen Dichter Javier Sicilia angeführt wird.

Moreno hatte die Bestrafung der Verantwortlichen für den Mord an seinem 18-jährigen Sohn gefordert. Sein Sohn Jorge Mario war am 1. Juli 2010 in der Stadt Obregón, ebenfalls im Bundesstaat Sonora ermordet worden.

Attentat am helllichten Tag

Moreno hatte öffentlich behauptet, die Polizei sei an der Ermordung seines Sohnes beteiligt gewesen. Diese Ansicht Ansicht vertrat er auch bei einem Treffen mit dem mexikanischen Präsidenten Felipe Calderón, an dem Moreno im Oktober teilgenommen hatte. Aktivist*innen befürchtet daher, dass korrupte Staatsdiener hinter seiner Ermordung stecken könnten.

Das Attentat fand am helllichten Tag statt. Moreno wurde an einer Straßenkreuzung in seinem Auto erschossen. Während Menschenrechtsaktivisten wie Javier Sicilia die Behörden für den Mord verantwortlich machten, erklärte der Sprecher der Staatsanwaltschaft von Sonora, Jose Larrinaga Talamantes,die Mörder seien im Umfeld des Organisierten Verbrechens zu suchen, da Moreno wegen Drogendelikten im Gefängnis gesessen habe.

Calderón vor Internationalem Strafgerichtshof angezeigt

Mexiko erlebt einen Anstieg der Gewalt seit dem Beginn des sogenannten „Krieges gegen das Organisierte Verbrechen“. Im Rahmen dieser Strategie entsendete Calderón Armeeeinheiten in diejenigen Landesteile, in denen sich die Polizei ineffektiv zeigte oder vom Organisierten Verbrechen unterwandert worden war. Seit dem Amtsantritt Calderóns im Jahr 2006 hat dieser Krieg mindestens 40.000 Tote gefordert.

Erst kürzlich wurde Calderón vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag wegen Menschenrechtsverbrechen angezeigt. Die Anzeige besteht aus 470 dokumentierten Fällen vom Morden, Folter, Verschwindenlassen und Rekrutierung von Minderjährigen seitens verschiedener krimineller Organisationen. Die 700-seitige Anzeige wurde von 23.000 Menschen unterschrieben.

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