Präsident García des gewaltsamen Verschwindenlassens beschuldigt

(Rio de Janeiro, 03. Oktober 2008, púlsar).- Einwohner*innen der Gemeinde Pichis Río Seco aus der Provinz Huanta haben am 14. September Perus Präsident Álan García, Verteidigungsminister Antero Flores-Aráoz und die peruanischen Streitkräfte für das gewaltsame Verschwindenlassen von 11 Personen verantwortlich gemacht. Unter den Entführten sollen sich mindestens zwei Kinder befinden, berichteten die Bewoher*innen Radio Amauta.

Laut der Landesweiten Koordinationsstelle peruanischer Radiostationen CNR (Coordinadora Nacional de Radios de Perú) erklärte Lucy Pichardo, Familienangehörige eines der Entführten, dass die Streitkräfte in der Nacht wegen einer angeblichen Anti-Drogen-Operation in die Gemeinde eingedrungen seien. Dabei hätten sie Schüsse in die Luft abgefeuert.

Nach dem Einmarsch der Militärs seien Helikopter gekommen, die das Gebiet unter Beschuss genommen hätten. Etliche der Einwohner*innen mussten laut Aussage der Zeugin aus dem Ort fliehen.

Die Streitkräfte und das peruanische Verteidigungsministerium widersprachen dieser Darstellung und versicherten, dass es sich um einen Zusammenstoß zwischen der peruanischen Armee und versprengten Mitgliedern der Guerillaorganisation Leuchtender Pfad (Sendero Luminoso) gehandelt habe.

Gegenüber Radio Nederland erklärte unterdessen auch der Anwalt der Vereinigung für Menschenrechte in Ayacucho APRODEH (Asociación Pro Derechos Humanos de Ayacucho), Yúber Alarcón, dass in der Region elf Personen verschwunden seien. Es sei nicht klar, ob von ihnen noch jemand lebe.

Alarcón wies darauf hin, dass Anwälte von Familienangehörigen der Getöteten und Verschwundenen vom 14. September Rechtsmittel gegen den Präsidenten der Republik, Álan García, sowie den peruanischen Verteidigungsminister Antero Flores-Aráoz eingelegt hätten.

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