“Radio gegen Fußball” – Onlinekampagne

radio vs. futebol. Grafik: Amarc Brasil(Berlin, 23. April 2014, npl).- “Radiomachen und Fußballspielen sind globale Leidenschaften. Alle wissen was ein Ball ist und ein Mikrofon.” Von diesem unverfänglichen Gemeinplatz aus stellt der Weltverband der Community Radios in Brasilien (AMARC Brasil) die Frage, warum das Mitmachen im Äther und auf dem Rasen mitunter so schwer ist, obwohl beide theoretisch doch “äußert offene und partizipative Kulturphänomene” sind. Antworten auf diese knifflige Frage werden ab dem 28. April im Rahmen einer Onlinekampagne über 20 Autoren und Autorinnen suchen. Darunter sind Fans, Wissenschaftler*innen, Journalist*innen, und Radiomachende aus aller Welt. Die meisten Beteiligten kommen jedoch aus Brasilien und kennen die sozialen Widersprüche, die sich im Vorfeld der nahenden Herren-Fußballweltmeisterschaft auftun, aus nächster Nähe. Eintrittspreise zu WM-Spielen jenseits des monatlichen Mindestlohns, die militärische Besatzung ganzer Stadtviertel und die gewaltsame Schließung nichtgenehmigter Community Radios sind nur einige der aktuellen Themen in Brasilien.

Gegen demokratische Defizite im Äther und auf dem Rasen

Die Onlinekampagne will vor allem informieren und auf bestehende Initiativen zur Demokratisierung des Radiomachens und Fußballspielen aufmerksam machen. So sammeln eine Vielzahl sozialer Organisationen und Bewegungen beispielsweise seit Monaten Unterschriften für eine Novellierung des brasilianischen Mediengesetzes, dass die Monopolstellung privater Rundfunkunternehmen aufbrechen soll. Fasst zeitgleich haben Profifußballer im Jahr 2013 den Bom Senso F.C. gegründet, einen Verein, der sich für bessere Arbeitsbedingungen der Spielenden, aber auch für günstigere Eintrittspreise für die Fans einsetzt.

Sensibilisieren heißt für AMARC Brasil übrigens nicht den Zeigefinger heben und Moralin verspritzen, sondern “analytisch und frech Vergleiche wagen” und zwar ganz spielerisch. Die Regeln sind denkbar einfach. Woche für für Woche werden sich Autor*innen bei einem “verbalen Elfmeterschießen” gegenüberstehen und versuchen, die Leser*innen zu überzeugen, warum z.B. Sexuelle Vielfalt im Radio noch prekärer ist als im Fußball oder vice versa. Das Publikum stimmt ab, wo es jeweils noch “undemokratischer” zugeht. Nach elf Wochen ist Schluss und AMARC Brasil kürt im Juli den Champion der Antidemokraten.

Weitere Informationen:

Link zur Kampagne: http://radiofutebol.amarcbrasil.org/ (Portugiesisch). Vorstellung der Kampagne im deutsch-brasilianischen Podcast +1c@fé: http://fabzgy.org/category/deutsch/

 

CC BY-SA 4.0 “Radio gegen Fußball” – Onlinekampagne von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

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