
Bei den Zwischenwahlen in den USA haben sich zahlreiche lateinamerikanischstämmige Wähler*innen von Präsident Donald Trump und seiner Republikanischen Partei abgewandt. Noch 2024 hatte Trump unter den Latinxs erheblich an Zustimmung gewonnen. Nun stimmten nach vorläufigen Erhebungen rund 69 Prozent für die Demokraten, die auch dank dieser Stimmen die Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses zurückeroberten.
Besonders deutlich wurde der Umschwung in Texas. Dort gewann mit Gina Hinojosa erstmals eine Latina die Gouverneurswahl. Nach mehr als drei Jahrzehnten republikanischer Vorherrschaft wird der Bundesstaat künftig demokratisch regiert. Damit sind nun alle vier US-Bundesstaaten an der Grenze zu Mexiko demokratisch geführt.
Auch im ländlichen Kansas, wo viele mexikanische Migrant*innen in der Fleischindustrie arbeiten, wechselten zahlreiche Wähler*innen ins demokratische Lager. Vorausgegangen waren massive Razzien der Einwanderungsbehörde ICE, die Familien auseinandergerissen und in den Betrieben Angst verbreitet hatten.
Die aggressive Abschiebepolitik der Trump-Regierung gilt als wichtiger Grund für den Stimmungswechsel. Viele Latinxs hatten 2024 eine strengere Einwanderungspolitik unterstützt, aber nicht damit gerechnet, dass auch ihre Angehörigen, Nachbar*innen und Arbeitskolleg*innen festgenommen und abgeschoben würden.
Mindestens ebenso wichtig ist die wirtschaftliche Lage. Trump hatte sinkende Preise und einen wirtschaftlichen Aufschwung versprochen. Stattdessen belasten hohe Lebensmittel- und Wohnkosten weiterhin viele Haushalte.
Doch die Rückkehr zu den Demokraten ist keineswegs Ausdruck einer neuen Parteitreue. Darauf weist der demokratische Wahlkampfstratege Chuck Rocha hin, der selber mexikanische Vorfahren hat. Die Latinxs seien vor allem enttäuscht von Trump und den Republikanern. Ob die Demokraten ihre Unterstützung langfristig halten können, hängt davon ab, ob sie die wirtschaftlichen Erwartungen dieser Wähler*innen erfüllen.
Latinxs wenden sich von Trump ab und sichern Demokraten Mehrheiten von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

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