Menschenrechtsorganisationen kritisieren Polizeigewalt in Armenvierteln

(Buenos Aires, 05. November 2009, púlsar).- Mit einer symbolischen Protestaktion haben Menschenrechtler*innen am Donnerstag, 5.November, die Verantwortlichen für innere Sicherheit der Bundesstaates Rio de Janeiro aufgefordert, die genaue Zahl der Menschen zu veröffentlichen, die in den vergangenen Wochen bei Polizeieinsätzen getötet wurden. Außerdem solle ihre Identität bekannt gegeben werden, um zu klären, ob es sich wirklich um sogenannte Kriminelle handele. Die massiven Polizeieinsätze in mehreren Favelas von Rio de Janeiro begannen unmittelbar nachdem ein Polizeihubschrauber Mitte Oktober während Kämpfen zwischen verschiedenen Banden von Drogenhändlern abgeschossen wurden. Dabei wurden die drei Insassen getötet.

Ein Vielzahl von mit Fragezeichen versehenen Kreuzen wurden in Blumentöpfen vor dem Bahnhof Central do Brasil „gepflanzt“. Im Anschluss an die Aktion überreichten die Initiator*innen den Behörden ein Manifest, das von 68 Menschenrechtsorganisationen unterzeichnet wurde. Der verantwortliche Staatssekretär weilte zur gleichen Zeit in der Hauptstadt Brasilia, wo er auf einer Pressekonferenz sagte, „Rio de Janeiro ist keine gewalttätige Stadt“ und dass „einige Stadtviertel ähnliche Kriminalitätsraten wie europäische Städte“ hätten.

Laut Presseberichten und Zählungen seitens der Menschenrechtler*innen tötete die Polizei seit dem Hubschrauberabschuss mehr als 40 Menschen in den Armenvierteln. Generell werden solche Opfer als „Banditen“ bezeichnet und deren Erschießung so gerechtfertigt. Das Manifest der sozialen Bewegungen hingegen kritisiert die Politik der öffentlichen Sicherheit der Regierung unter Gouverneur Sergio Cabral, da sie auf der „Kriminalisierung der Armut“ basiere und willkürliche Morde an unbeteiligten Menschen in Armenvierteln in Kauf nehme.

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