Luftwaffe bombardiert Indígena-Reservat

(Havanna, 01. Februar 2010, prensa latina).- Bogotá, 1. Feb. (PL) Am letzten Januarwochenende wurde ein indigenes Schutzgebiet der Volksgemeinschaft Embera Katío von der kolumbianischen Luftwaffe bombardiert. Das Reservat heißt Urada Jimiaguandó es befindet sich in Alto Guayabal in der Provinz Antioquia. Der Kommandant der Luftwaffe, der General Jorge Ballestero gab den Angriff öffentlich zu und erklärte als Begründung, man vermute, dass das besagte ländliche Gebiet in der Provinz Antioquia von Guerilleros als Rückzugsgebiet genutzt werde. Die Bombardierung habe sich gegen einen Anführer der FARC (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia) und 25 seiner Leute gerichtet, so Ballestero weiter. Die Annahme, dass sich die Guerrilleros dort aufhielten, gehe auf eine Information des kolumbianischen Geheimdienstes zurück. In der betroffenen Region hätten sich keine Wohnhäuser befunden, sondern lediglich Maisspeicher.

Nach Darstellung der Indígena-Organisation OIA (Organización Indígena de Antioquia) wurden jedoch vier Menschen durch die Bombardierung verletzt. „Das Militär hat unser Reservat in Alto Guayabal bombardiert, und sie haben vier von unseren Leuten verletzt, darunter ein Baby“, so William Carupía, ein Sprecher der Embera Katío. Der Ombudsmann Volmar Pérez forderte das Militär auf, die Bewohner*innen der Gemeinde zu entschädigen und empfahl dringend, mit den Führungspersönlichkeiten der Indígenas in Kontakt zu treten und eine Einigung anzustreben, solange die Untersuchung der Vorfälle andauert. Die Ombudsstelle wies außerdem darauf hin, wie riskant das Leben für die Gemeinden der Indígenas, der Menschen afrikanischer Abstammung und der Mestizen-Gemeinschaften in der Region ist. Sie sprach sich deutlich gegen massive Zwangsumsiedlungsmaßnahmen aus und forderte, bei militärischen Aktionen die Angriffsziele klarer einzugrenzen.

Der Bombenangriff hat für erheblichen Wirbel gesorgt. Selbst Präsident Uribe sah sich am 1. Februar genötigt, in einer Erklärung zu betonen, dass die Luftwaffe „rücksichtsvoll“ mit der Zivilbevölkerung umgehe.

Die Familien in dem Gebiet befinden sich bereits seit Jahren im Kreuzfeuer von Militärs, Guerilla und Paramilitärs und mußten zwischenzeitlich in die Städte flüchten. Erst vor einem Jahr kehrten sie wieder zurück. Mittlerweile wurden von der Regierung jedoch Lizenzen zum Abbau von Edelmetallen vergeben. Ein Sprecher der Indigenen erklärte gegenüber der Zeitung Semana.com, dass das Gebiet seit dem 24. Dezember vom Militär überwacht werde. Daher sei die Version, die Luftwaffe habe die Guerilla bombardieren wollen, unglaubwürdig. Der Sprecher vermutet vielmehr, dass der Angriff des Militärs mit Konzerninteressen im Zusammenhang steht.

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