Kaffeekrise in Mexiko

Wegen Ernteausfällen dürften aus Mexiko dieses Jahr weniger Kaffeebohnen kommen / Foto: Kaffeeröstung, Fernando Messino, CC BY-NC-SA 2.0, flickr(Berlin, 18. September 2014, poonal).- Die mexikanische Kaffee-Ernte wird in diesen Jahr voraussichtlich so niedrig ausfallen wie seit 43 Jahren nicht mehr. Schätzungen gehen von nur 3 bis 3,5 Millionen Quintales (Säcke a 46 Kilo) aus. Ein wesentlicher Grund: Im Bundesstaat Chiapas, dem Hauptanbaugebiet des Kaffees, ist etwa die Hälfte der Pflanzen vom Rostpilz befallen ist. Der sogenannte Kaffeerost hat sich auch auf Pflanzungen in den Bundesstaaten Oaxaca und Veracruz ausgebreitet. Über das Auftauchen der Plage in der Region wurde bereits vor zwei Jahren berichtet, auch Mittelamerika und Kolumbien sind betroffen.

Die mexikanischen Kaffee-Organisationen beklagen sich über unzureichende Unterstützung der Regierung sowie die fehlende Abstimmung unter Regierungsinstanzen zur energischen Bekämpfung des Kaffeerostes. Zusätzlich führen sie hohe Kosten an, um an Stelle alter und befallener Kaffeesträucher neue Setzlinge zu pflanzen. Vor allen Dingen in Oaxaca, Chiapas und Guerrero gibt es viele Kleinbauern und –bäuerinnen, die Kaffeeanbau betreiben. In nicht wenigen Gemeinden, die sich weitgehend selbst mit Nahrungsmitteln versorgen, dient der Kaffeeverkauf dazu, sich damit Geld für andere notwendige Dinge zu verschaffen. Ein Ernteausfall hat daher sofortige soziale Auswirkungen, zumal es wenig Arbeitsalternativen für die Bauern gibt.

Javier Galván Suenaga, Koordinator der Nationalen Koalition der Kaffeeproduzenten Conaprocafe (Coalición Nacional de Organizaciones de Productores de Café) und des Kaffeenetzwerkes der landesweiten Bauernorganisation Unorca (Unión Nacional de Organizaciones Regionales Campesinas Autónomas) macht fehlenden Willen bei der Regierung aus, den Kaffeesektor neu zu beleben. Er forderte Gelder für die Erneuerung der Pflanzungen. Kaffeesträucher können bei guter Pflege bis zu 60 Jahre lang produzieren. Die besten Erträge gibt es aber in den ersten 20 bis 25 Jahren. Die mexikanischen Kaffeekulturen haben laut Galván Suenaga jedoch ein durchschnittliches Alter von 30 bis 40 Jahren. Ältere Pflanzungen sind zudem anfälliger für Plagen wie den Kaffeerost.

CC BY-SA 4.0 Kaffeekrise in Mexiko von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

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