Indigene gegen Bau einer Militärbasis mit US-Beteiligung in Region VRAEM

Konfliktregion VRAE / Foto: revista ideele(Berlin, 14. Februar 2013, pulsar-poonal).- Mehrere indigene Organisationen haben Pläne der USA und der peruanischen Regierung abgelehnt, in einem Flusstal im Distrikt Pichari (Departement Cusco), das zur Region VRAEM (Valle de los Ríos Apurímac, Ene und Mantaro – Tal der Flüsse Apurímac, Ene und Mantaro) gehört, eine 476 Hektar große Militärbasis zu errichten. Der geplante Bau würde Tausende Indigene von ihrem Land vertreiben.

Die Dorfvorsteher*innen der indigenen Gemeinden wehren sich gegen das Projekt, weil es eine militärische Einmischung der USA in die inneren Verteidigungsangelegenheiten Perus darstellt.

Die Region VRAEM erstreckt sich über mehrere Departements des zentral- und südperuanischen Dschungels, in denen viele indigene Gemeinden leben und es eine starke Präsenz des Drogenhandels und von terroristischen Gruppen als Überbleibsel des “Sendero Luminoso” gibt.

Stützpunkt ist Teil der Militarisierungsstragie der USA

Der Direktor des Forschungszentrums Drogen und Menschenrechte CIDDH (Centro de Investigación Drogas y Derechos Humanos), Ricardo Soberón, bestätigte, dass die peruanische Regierung beabsichtige, in der Gegend von Pichari in der Region Cusco einen Militärstützpunkt zur Bekämpfung des Drogenhandels zu bauen. Dieses Projekt, so Soberón, gefährde die nationale Souveränität Perus.

Soberón bekräftigte, dass der Bau des Militärstützpunktes mit den Beratungs- und Hilfsangeboten der Vereinigten Staaten gegen den Drogenhandel zusammenhänge und der bekannten Lateinamerika-Strategie der USA folge. Soberón erklärte weiterhin, der Flugplatz und die Militärbasis seien Teile der Pläne des Pentagons, die Region weiter zu militarisieren – eine Strategie, die bereits seit Jahrzehnten in der Region angewendet wird und rundum gescheitert ist.

Basis gefährdet indigene Familien

Die stellvertretende Gemeindevorsitzende des rund 800 Einwohner*innen zählenden Ortes Otari Colonos, Ruth Rodríguez, erklärte, dass die indigenen Familien von ihrem Land verdrängt werden würden, auf dem sie bereits seit 40 Jahren leben. Rund 100 Familien würden möglicherweise enteignet.

Rodríguez fürchtet soziale Konflikte aufgrund der Vertreibungen. Zudem erklärte sie gegenüber peruanischen Medien, der Bürgermeister von Pichari, Edilberto Gómez Palomino habe, ebenso wie hochrangige Militärs des Spezialkommandos VRAE im Jahr 2011 gegenüber den Einwohner*innen erklärt, es werde ein ziviler Flughafen errichtet, der den Bewohner*innen den Export ihrer Produkte erleichtern würde.

Die Dorfvorsteher*innen wiesen auch darauf hin, dass der Bau einer Militärbasis in der Nähe der indigenen Gemeinden angesichts möglicher Anschläge von Rebellen auf die Militärbasis eine Gefahr für die Familien darstelle.

 

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