Die Zapatisten werden nicht müde: Gründung von neuen autonomen Gebieten und zahlreiche Aktivitäten angekündigt

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Foto: Chiapas98.eu

(Mexiko-Stadt, 19. August 2019, Desinformémonos/ poonal).- „Wir sprechen heute zu euch, um euch mitzuteilen, dass wir neue Caracoles und weitere Zapatistische Rebellische Autonome Landkreise (Municipios Autónomos Rebeldes Zapatistas) in neuen Gebieten im Südosten von Mexiko gegründet haben“, verkündete die Zapatistische Armee der Nationalen Befreiung EZLN (Ejército Zapatista de Liberación Nacional) in einem öffentlichen Kommuniqué vom 17. August. Mit sieben neuen Caracoles und vier neuen autonomen Landkreisen zählt die zapatistische Bewegung nun insgesamt zwölf Caracoles mit je einem Regierungsrat sowie 31 autonome Landkreise. Die Mitglieder der zapatistischen Bewegung leben in selbstverwalteten Gemeinden, die in Zapatistischen Rebellischen Autonomen Landkreise zusammengefasst sind. Die Verwaltungssitze dieser Landkreise werden Caracoles (= Schnecken, Anm.d.Ü.) genannt. Diese werden jeweils von einem Rat der guten Regierung (Junta de buen gobierno) koordiniert. Der Rat der guten Regierung setzt sich aus Delegierten der Gemeinden zusammen und setzt die Entscheidungen der Gemeindebewohner*innen nach basisdemokratischem Prinzip um. Die EZLN verkündete, man habe außerdem sogenannte Zentren des Autonomen Widerstands und Zapatistischer Rebellion (Centros de Resistencia Autónoma y Rebeldía Zapatista) geschaffen. Diese Zentren umfassen in den meisten Fällen Caracoles, Räte der Guten Regierung und Zapatistische Autonome Rebellische Landkreise. „Elf neu geschaffene Zentren plus die fünf bestehenden Caracoles sind insgesamt 16. Außerdem gab es bisher 27 zapatistische Landkreise. Mit den neuen Zentren sind es insgesamt nun also 43“, erklärte der Sprecher der EZLN Subcomandante Moisés.

Er wies auch darauf hin, dass die neu gegründeten zapatistischen Gebiete das Produkt „jahrelanger Arbeit im Stillen“ sind und die zapatistische Bewegung „trotz der militärischen Belagerung, der Lügen, Diffamierungen und Militärpatrouillen, trotz der Nationalgarde und der als Sozialprogramme getarnten Kampagnen der Aufstandsbekämpfung und trotz des Vergessens und der Verachtung“ gewachsen und stärker geworden sei. Die zapatistische Bewegung habe all ihre Intelligenz und ihr Wissen in die Stärkung ihrer Organisation und das Wachsen ihrer Bewegung gesteckt anstatt in Richtung der schlechten Regierung (also der mexikanischen Zentralregierung) zu eskalieren oder eine schlechte Kopie derer zu werden, von denen sie unterdrückt werde.

Foren, Festivals, Austausch, Unterstützung und neue Lösungen

Die EZLN lud zudem in ihrem veröffentlichten Kommuniqué den Nationalen Indigenen Kongress – Indigenen Regierungsrat (Congreso Nacional Indígena – Concejo Indígena de Gobierno) zu einem „Forum zur Verteidigung der indigenen Gebiete und der Mutter Erde“ im kommenden Oktober ein, um Vorschläge im Bezug auf Problematiken der indigenen Bevölkerung und ihrer Kämpfe zu suchen und sich auszutauschen.

Außerdem forderte sie nationale und internationale Unterstützer*innen – die sogenannte La Sexta und die Redes de Apoyo – dazu auf, eine Analyse und Diskussion über die Gründung eines internationalen Widerstands- und Rebellions-Netzwerks – „eines Zentrums, eines Kerns, einer Föderation, Konföderation oder wie es auch immer heißen mag“ – zu initiieren, „das auf der Unabhängigkeit und Autonomie derer basiert, die Teil des Netzwerks sind.“

Angekündigt wurde außerdem das zapatistische Kunstfestival CompArte und das Filmfestival „Puy ta Cuxlejaltic“ sowie weitere Festivals, Feiern, Zusammenkünfte, Gesprächs- und Podiumsrunden (sogenannte Semilleros) und Austausch-Plattformen zu Kultur, Kunst und Wissenschaft. Außerdem, so das Kommuniqué, werde zu Zusammenkünften von Angehörigen der Ermordeten, Verschwundenen und Inhaftierten sowie von Organisationen, Kollektiven und Gruppen eingeladen.

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