Kolumbien

Zehn Landarbeiter*innen ermordet aufgefunden


(Rio de Janeiro, 09. November 2012, púlsar).- Im Departamento Antioquia wurden am 8. November die Leichen von zehn ermordeten Landarbeiter*innen aufgefunden. Die Regierung ging in einer ersten Stellungnahme davon aus, dass es sich bei den Tätern um Paramilitärs handelt und kündigte an, eine Kommission zur Aufklärung der Morde zu bilden.

Das Massaker ereignete sich auf einer Tomatenplantage nahe der Stadt Santa Rosa de Osos. Es wurden neun Männer und eine Frau getötet. Sergio Fajardo, der Gouverneur von Antioquia, machte eine Bande von Kriminellen, die für den Drogenhandel arbeitet, für die Morde verantwortlich. Zuvor habe man den Besitzer der Plantage erpressen wollen. Als dieser sich weigerte zu zahlen, habe die Bande die Arbeiter*innen getötet, mutmaßte Fajardo. Darauf verfügte der Verteidigungsminister Juan Carlos Pinzón die Bildung eines Sicherheitsrats zur Untersuchung der Morde.

“Los Rastrojos” hinter dem Massaker vermutet

Die kolumbianische Regierung geht davon aus, dass die Verantwortlichen für die Verbrechen bei den Bandas Criminales (Bacrim) zu suchen sind. Verteidigungsminister Pinzón gab zu bedenken, dass erst kürzlich „alias 18”, einer der Köpfe der Bande „Los Rastrojos” in Venezuela gefasst wurde. Eine Verbindung zu der Ermordung der zehn Landarbeiterinnen sei nicht auszuschließen. Die „Rastrojos“ sind nach Angaben von Angehörigen der Opfer im Januar 2012 in den Ort gekommen und haben begonnen, Schutzgelder zu erpressen. Einer der getöteten Arbeiter soll bereits seit dem Frühjahr bedroht worden sein.

Die Bacrim genannten kriminellen Banden operieren derzeit etwa in einem Drittel des gesamten Landes. Es handelt sich um paramilitärische Gruppen, die im Umfeld des Drogenhandels tätig sind.

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